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Drogenmissbrauch = gesellschaftliche Relevanz
Wenn von „Drogen“ gesprochen wird, scheint immer klar zu sein was damit gemeint ist. Oft zeigt sich dann aber sehr schnell, dass unter diesem Begriff Unterschiedliches verstanden wird. So fällt es einem Wein- oder Bier-Genießer häufig schwer, zu akzeptieren, dass sein „Genussmittel“ als Droge klassifiziert wird. Ebenso unverständlich dürfte den Tee- oder Kaffeegenießern die Zuordnung des von ihnen genossenen „Stoffes“ zu den „gebräuchlichen (legalen) Drogen“ sein. Damit wird deutlich, dass in den meisten Gesellschaften gewisse „Substanzen“ als „Drogen“ geduldet werden und „Rausch und Ekstase“ im Rahmen bestimmter Normen zulässig sind. Bei der Unterscheidung zwischen „harten und weichen Drogen“ werden, neben dem eigentlichen sog. Abhängigkeitspotential, die Stärke der psychotropen Wirkung, gesundheitliche sowie politische, kulturelle und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt. Eine ebenso übliche und problematische Klassifizierung ist diejenige hinsichtlich des rechtlichen Status der „Drogen“. So geniest Alkohol in einigen Kulturkreisen einen hohen Stellenwert (kein Staatsempfang ohne Wein oder Champagner), in anderen Regionen ist er dagegen strengstens untersagt.
Etwas einfacher ist die Unterteilung der „Drogen“ in natürliche und synthetische Drogen. So können gewisse Pflanzenbestandteile ohne große Bearbeitung als „Droge“ konsumiert werden, während andere erst chemisch behandelt werden müssen, um die gewünschten Rauschgifte herzustellen. Die Gegenüberstellung der Entwicklung gesellschaftlicher Verbrauchsmuster und Prävalenz von Drogen, wie zum Beispiel dem Alkohol, zeigt, wie die Verbreitung und der Konsum dieser Substanzen von sozialen und ökonomischen Gegebenheiten geprägt werden. Die archäologische Forschung belegt, dass die Menschen zunächst „Brauer“ und dann erst „Bäcker“ waren. Die Entwicklungsgeschichte der „Drogen“ zeigt eindruckvoll, dass erst der Technologieschub im letzten Jahrhundert sowie die Kapitalintensivierung der Produktion dem Phänomen des Konsums von Alkohol, Tabak, aber auch von illegalen Drogen, eine ubiquitäre gesellschaftliche und geografische Präsenz verleihen. So sind Tabak und alkoholische Getränke in vielen Ländern mit die am leichtesten zugänglichen Güter.
Die Folgen von „Substanzmissbrauch“ können nicht nur für den/die Betroffenen verheerend sein, sondern auch für sein unmittelbares Umfeld (Familien- und Freundeskreis, Arbeitsplatz und Kollegen) und die Allgemeinheit (z. B. im Straßenverkehr).

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