05




























 
Dräger Polytron 3000 & 7000
Die nächste Generation stationärer Transmitter für toxische Gase
Zu Beginn des Jahres 2004 hat Dräger Safety das neueste Mitglied der Polytron- Familie auf den Markt gebracht. Dräger Polytron 7000 ist ein eigensicherer, stationärer Gasdetektor für die Detektion von toxischen Gasen und Sauerstoff. Er basiert auf einer modularen Plattform, die eine Kombination von vielen Möglichkeiten, einen äußerst flexiblen Einsatz und eine ausgezeichnete Anpassung des Systems an die Kundenwünsche erlaubt.

Die Historie
Polytron 1 und Polytron 2 bildeten in den letzten 10 bis 15 Jahren die Grundlage für den Erfolg der Dräger Safety in der Detektion von toxischen Gasen. Mit einer installierten Basis von mehr als 100.000 Transmittern konnte Dräger Safety die Marktführerschaft in diesem Segment übernehmen und seit Jahren behaupten. Um diese Position auch in Zukunft zu behaupten hat das Unternehmen diese neue Messgerätegeneration entwickelt. In Zusammenarbeit mit Kunden aus verschiedenen Industriezweigen und in einer sehr guten Abstimmung mit den Anforderungen des Vertriebs ermittelte man zum Beispiel die Design-Kriterien für den idealen Gasdetektor der Zukunft. Es entstand eine lange Liste mit den verschiedensten Anforderungen, obwohl natürlich nicht alle Funktionen in allen Bereichen benötigt werden. Drägers Antwort auf diese Herausforderung bestand darin, eine modulare Plattform zu entwickeln, die nicht nur den unterschiedlichen Anforderungen von heute, sondern auch eine flexible Anpassung an die Wünsche von morgen erlaubt.

Der erste Schritt – Dräger Polytron 3000
Das Entwicklungsprojekt hatte das Ziel, gleich zwei Produkte abzulösen. In der ersten Phase entstand der Dräger Polytron 3000, der bereits im Frühjahr 2003 in den Markt eingeführt wurde, und schon im ersten Jahr alle Erwartungen weit übertroffen hat. Er deckt die Basisanforderungen an einen eigensicheren Detektor für toxische Gase und Sauerstoff ab. Als analoger Transmitter 4..20 mA für ausgewählte Gase und Messbereiche ist er allerdings in der Lage, vorkalibrierte Sensoren zu akzeptieren. Der Aufwand für Wartung und dadurch bedingte Ausfallzeiten der Gaswarnanlage reduziert sich damit deutlich.

Die Polytron Docking Station
Die Polytron Docking Station ist das verbindende Element zwischen dem Polytron 3000 und Polytron 7000. Auf den ersten Blick ist sie nur eine gemeinsame Wandbefestigung beider Systeme, aber dahinter steckt ein völlig neues Montagekonzept. Normalerweise finden die Installation der Gasdetektoren und deren Inbetriebnahme zu völlig unterschiedlichen Zeiten im Projektablauf der Erstellung einer Industrieanlage statt. Auch das involvierte Personal ist in beiden Phasen nicht das gleiche. Dräger Safety hat dieses Problem aufgegriffen und das gesamte Montagekonzept in zwei getrennte Komponenten aufgeteilt, die auch getrennt angeliefert werden. In der „schmutzigen“ Phase der Installation wird lediglich die Polytron Docking Station montiert. Sie trägt alle elektrischen Anschlusselemente und schützt diese bis zum Abschluss der Bautätigkeiten vor Witterungseinflüssen und Staub. Erst zur Inbetriebnahme wird dann die teure Elektronik eingesetzt und ist dann sofort betriebsbereit. Dies erfordert – dank der Verwendung eines Schnellverschlusses – nur wenige Sekunden.

Die Module des Polytron 7000
Ein Jahr nach der erfolgreichen Markteinführung des Polytron 3000 folgte jetzt die Vorstellung des Dräger Polytron 7000. Der Kunde kann bei diesem Produkt zwischen verschiedenen Modulen zur digitalen Kommunikation, einer individuellen Software- Ausstattung, einem Pumpenmodul, Relaisoptionen und der Möglichkeit, den Sensor abgesetzt zu betreiben, wählen. Damit kann der Detektor spezifisch auf die Bedürfnisse des Kunden angepasst werden. Ein Schwerpunkt der Entwicklung war es, die Bedienung und den Betrieb so einfach und benutzerfreundlich wie möglich zu gestalten. Eine einfache Dreiknopf-Bedienung führt den Nutzer intuitiv durch die menügestützten Funktionen. Dabei hilft auch das große Graphikdisplay, das die Bedienung zusätzlich durch Klartextanzeigen und Piktogramme erleichtert.

Die Kommunikationsmodule
Für die Verbindung zur Zentrale kann der Betreiber beim Polytron 7000 zwischen einer 4..20 mA-Standard-Schnittstelle oder den digitalen HART- oder LONBUSSchnittstellen wählen. Die HART-Option erlaubt den direkten Betrieb von bis zu acht Transmittern auf einer Leitung unter Beibehaltung der Eigensicherheit. In Zukunft werden auch Schnittstellen für Profibus und Fieldbus-Foundation-Kommunikation angeboten werden.

Erweiterte Software-Optionen
Unterschiedlichste Einsatzfelder verlangen spezialisierte Diagnose- und Datenspeichermodule. Dräger Polytron 7000 kann durch verschiedene so genannte Software-Dongles, die nur die jeweils benötigten Funktionen tragen, für die geplante Applikation maßgeschneidert werden.
  • Sensor Die Sensor-Selbsttest-Funktion führt kontinuierlich eine patentierte Selbstdiagnose der wichtigsten Sensorparameter durch. Dies stellt die Zuverlässigkeit und die Qualität der Gasmessung sicher.
  • Die Sensor-Diagnose-Funktionen beurteilen laufend die Vitalität des Sensors. Dabei wird die Belastung des Sensors durch Umwelteinflüsse, erhöhter Verbrauch durch kontinuierliche Gasbelastung und viele weitere Parameter berücksichtigt. Dies ermöglicht eine bessere präventive Planung von Wartungsarbeiten und trägt damit zur Kostenreduzierung im laufenden Betrieb bei.
  • Der Data- und Eventlogger zeichnet die gemessenen Gaskonzentrationen und die durch den Transmitter ermittelten Ereignisse auf. Die Daten können ausgelesen und auf einem externen PC ausgewertet und archiviert werden. Auf Anforderung können aber auch die Messwerte der letzten 15 Minuten direkt vor Ort auf dem Display mit einem einzigen Knopfdruck dargestellt werden. Das ermöglicht eine bessere und schnelle Beurteilung eines Störfalls.


Der Messort
Nicht immer steht an der geplanten Messstelle genügend Platz zur Verfügung, um einen Gasdetektor zu platzieren. Hierbei helfen die Remote- und Pumpmodule, die entweder den Gastransport zum Sensor oder die Montage des Sensors abgesetzt vom Transmitter sicherstellen.
Mit Hilfe spezieller Montagesets können die Sensoren auch direkt auf gas führende Leitungen und Rohre angeflanscht werden.

Das Relais-Modul
Dieses Modul macht den Detektor zu einem autarken Warnsystem vor Ort, ohne dass eine aufwändige Verkabelung zur Zentrale erfolgen muss. Alarmmittel können direkt an den Detektor angeschlossen werden, und die Überwachung der eingestellten Grenzwerte wird direkt vom Transmitter übernommen. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass der Einsatz dieses Moduls auf den nicht ex-geschützten Bereich beschränkt ist.

Die Zulassungen
Für den Einsatz im Ex-Bereich liegen für den Dräger Polytron 7000 weltweite Zulassungen nach den ATEX, UL, ISE und CSA Standards vor. Auch der Betrieb ohne Sicherheitsbarriere in der Zone 2 ist zertifiziert. Dies erlaubt Einsparungen bei den Installationskosten, die dem etwas geringeren Gefährdungspotential in dieser Zone Rechnung trägt. Beim Design von Sicherheitssystemen sind zunehmend höhere Anforderungen an die Zuverlässigkeit über den gesamten Lebenszyklus zu berücksichtigen. Dem trägt die EN 61508 mit ihren Klassifizierungen sicherheitsgerichteter Systeme in unterschiedliche SIL-Klassen (Safety Integrity Level) Rechnung. Die Einstufung des Dräger Polytron 7000 in die SIL-Klasse 2 erforderte bereits während der Entwicklungsphase eine klare Ausrichtung aller Schritte auf die Berücksichtigung der sicherheitsrelevanten Faktoren. Hierzu gehörten aufwendige Risikoanalysen und Dokumentationsprozesse, die speziell auf diese neuen Anforderungen ausgerichtet sind. Nur so konnte sichergestellt werden, dass Fehlfunktionen eindeutig erkannt und angezeigt werden und ein unsicherer Betriebszustand dadurch vermieden wird. Die äußerst niedrige Wahrscheinlichkeit für das Auftreten unentdeckter Fehler erlaubt damit den uneingeschränkten Aufbau eines Gaswarnsystems nach SIL 2 bei Verwendung des Dräger Polytron 7000.

Auch die Zuverlässigkeit gegenüber elektromagnetischer Strahlung, die in den letzen Jahren einen zunehmenden Faktor in der Störanfälligkeit darstellte, konnte durch die Verwendung neuer Technologien und verbesserter Schaltungen deutlich erhöht werden. Einflüsse durch die Verwendung von Mobilfunkgeräten und Funkgeräten in unmittelbarer Nähe zum Transmitter konnten damit völlig unterdrückt werden.

Die Zukunft
Dräger Polytron 7000 leitet den Weg in eine erfolgreiche Zukunft ein. Die ausgezeichnete Zusammenarbeit aller an der Entwicklung dieser Plattform Beteiligten, hat ein Gaswarngerät entstehen lassen, das nicht nur die heutigen Anforderungen erfüllt, sondern auch alle Optionen offen lässt, die zukünftigen Erwartungen der Kunden zu integrieren und zu realisieren. Das flexible und modulare Konzept des Dräger Polytron 7000 gibt damit die Wahlfreiheit für das an seine Ansprüche am besten angepasste System zurück in die Hand des Kunden.

Kathleen Leahy
Dräger Safety AG & Co. KGaA

zurück drucken weiterempfehlen
     

Dräger Safety AG & Co. KGaA
Revalstraße 1
23560 Lübeck
Deutschland
Telefon:+49 (0)451/ 882-0
Fax:+49 (0)451/ 882-2080

Diesen Artikel als PDF herunterladen