05




























 
Polytron 7000 Sensordiagnostics
Neuer Kundennutzen für noch mehr Zuverlässigkeit bei elektrochemischen DrägerSensoren im Polytron 7000

Einführung
„Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen", so ein Zitat des dänischen Nobelpreisträgers Niels Bohr. Die Frage, wie lange wird ein bestimmter elektrochemischer Sensor funktionieren, ist daher nicht mit Bestimmtheit zu beantworten. Zurückliegende Belastungen und die Besonderheiten einer jeden Anwendung, haben großen Einfluss auf die zu erwartende Nutzungsdauer. Deshalb hat Dräger mit dem Dräger Polytron 7000 einen neuartigen Weg eingeschlagen. Eine Auswertung von Erfahrungsdaten der Vergangenheit wurde integriert, die eine Aussage über den aktuellen Zustand des Sensors erlaubt. Vergleichbar einer Tankuhr im Auto, die z.B. anzeigt, dass der Tank schon halb leer ist, signalisiert die Vitalität, wieweit der Sensor schon verbraucht ist. Der Wert Vitalität wird zu jedem Zeitpunkt aktuell berechnet und angezeigt. Wie weit man jedoch mit dem angezeigten Rest kommt, ist anwendungsspezifisch und durch zukünftige Ereignisse geprägt, genauso wie die Reichweite mit einem Rest-Tankinhalt im Auto vom individuellen Fahrstil und der vor einem liegenden Strecke anhängt. Eine zweite Diagnosefunktion ist vergleichbar mit dem Kilometerzähler. Bei einem hohen Kilometerstand hat man automatisch weniger Vertrauen und Erwartungen an die Restlaufzeit eines Autos und man muss mit einem plötzlichen Ausfall rechnen. Im Polytron 7000 werden die Belastungsdaten der zurückliegenden Nutzung, wie z. B. Gasexposition und ungewöhnliche Umweltbelastungen, gespeichert und als Empfehlung für den Betreiber ausgewertet und angezeigt. Anhand dieser zwei Indikatoren hat der Betreiber nun erstmals die Möglichkeit, rechtzeitig präventive Maßnahmen einzuleiten bis hin zu der Entscheidung, den Sensor zu erneuern und somit Ausfallzeiten und Notfallmaßnahmen zuvorzukommen. Um zu verstehen, was im Polytron 7000 passiert, sind vorher noch einige erklärende technische Details wichtig.

Design
Ein elektrochemischer DrägerSensor ist ein mit Flüssigkeit, genannt Elektrolyt, gefüllter Behälter aus Teflon, der an seiner offenen Seite mit einer gasdurchlässigen Membran verschlossen ist. Durch diese Membran muss das zu messende Gas in den Sensor eintreten. Im Inneren befinden sich drei poröse Elektroden aus Edelmetall. An der Messelektrode wird das zu messende Gas durch eine (elektro-)chemische Reaktion umgesetzt. Dabei entsteht ein kleiner elektrischer Strom, der zur Gegenelektrode fließt und als Maß für die Konzentration zur Anzeige gebracht wird (Bild 1). Mittels einer dritten Elektrode (Referenzelektrode) ist es möglich, den Arbeitspunkt eines Sensors gezielt einzustellen. Man kann sie jedoch auch zu Diagnosezwecken benutzen. Der Arbeitspunkt wird dazu kurzfristig verstellt und anschließend das elektrische Sensorsignal analysiert. Bei diesem Sensor-Selbst-Test muss die Reaktion einem gewissen Muster genügen wenn der Sensor als voll funktionsfähig eingestuft werden soll.

Sensor-Eigenschaften
Die wichtigste Eigenschaft eines Sensors ist seine Empfindlichkeit auf Gas. Sie besagt, wie viel Signal pro Gasmenge erzeugt wird. Ein neuer DrägerSensor hat ab Werk eine garantierte Empfindlichkeit. Sie wird am Ende des Produktionsprozesses mit Zielgas gemessen und im Sensorspeicher abgelegt. Somit ist der Sensor bei Auslieferung vorkalibriert.

Leider verändert sich die Empfindlichkeit mit der Zeit, sie nimmt ab (Bild 2). Ein verbrauchter Sensor am Ende der Nutzungsdauer hat nur noch eine minimale Restempfindlichkeit. Der Verlust der Empfindlichkeit pro Zeit wird von der Anwendung, Umweltparametern und normaler Alterung bestimmt. Extreme Belastungen und sich stark ändernde Umgebungsbedingungen können den Alterungsprozess beschleunigen. Die aktuelle Empfindlichkeit kann jederzeit beim Kalibrieren mit einer bekannten Prüfgaskonzentration bestimmt werden. Der Empfindlichkeitsverlust wird durch Justieren der Verstärkung der Messelektronik kompensiert.

Ein DrägerSensor legt die gemessenen Werte vergangener Kalibrierungen im Speicher des Sensors ab. Sie stehen somit einer Softwareauswertung zur Verfügung. Auch die maximale und minimale Temperatur sowie eine Temperaturbelastung werden protokolliert und gespeichert. Manche Sensoren verbrauchen sich, wenn sie Messgas umsetzen. Der dabei generierte Messstrom wird als Maß für die Menge des umgesetzten Gas integriert und einer Auswertung zur Verfügung gestellt.

Sensor Dongle
Das Speichermodul Sensor Diagnostic Dongle erweitert mit einem Paket innovativer Software die Fähigkeiten der Gerätediagnose im Polytron 7000. Ein Dongle kann leicht nachträglich durch einstecken in einen entsprechenden Steckplatz eingebaut werden. Weitere verfügbare Dongles sind der Sensor-Selbsttest Dongle und der Data Dongle. Drei Steckplätze sind im jedem Polytron 7000 vorgesehen.

zurück drucken weiterempfehlen
     

Dräger Safety AG & Co. KGaA
Revalstraße 1
23560 Lübeck
Deutschland
Telefon:+49 (0)451/ 882-0
Fax:+49 (0)451/ 882-2080

Diesen Artikel als PDF herunterladen