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Flashover training: Ganz schön heiß!
Die Dräger Safety Academy führte im Mai 2004 in Schweden ein Flashover-Training für deutschsprachige Kunden durch. Am ersten Tag fuhren wir zum Übungsgelände der Feuerwehr-Schule. Nachdem wir eine Einführung in die Inhalte zum Thema der Rauchgasdurchzündung (z. B. Rollover, Flashover und selbstverständlich die „Sicherheit“ in den Anlagen) erhalten hatten, folgten Versuche, durch die das Wissen gefestigt wurde. Dabei gestalten die Teilnehmer zum großen Teil den Unterricht selbst. Am Nachmittag machten wir uns mit dem Hohlstrahlrohr vertraut. In der Anlage trainiert der Feuerwehrmann den Umgang mit dem Strahlrohr. Er wird mit dem richtigen Strahlbild (angepasst an den Container) die Flamme in den hinteren Bereich des Containers drücken. Durch eine Veränderung des Strahlbildes erfolgten unterschiedliche Reaktionen der Flammen.

Wie läuft ein Zimmerbrand ab?
Nachdem alle Teilnehmer diese Übung absolviert hatten, wartete schon der nächste Container auf uns. In diesem „Labor“ beobachteten die Teilnehmer den Brandverlauf in einem Raum. Die Einrichtung in diesem Raum wurde durch eingehängte Spanplatten mit einer Fläche von 10 m2, das entspricht einem Bruchteil der Holzfläche in einem eingerichteten Zimmer, simuliert.

Diese Spanplatten sollten später ausgasen und somit die Gase für die Rauchgasdurchzündung liefern. Während des Trainings werden die verschiedenen Phasen des Brandverlaufs erläutert. Der Brandverlauf begann mit dem Zünden des Initialfeuers, der Bildung der Überdruck- sowie Unterdruckzone, ersten Flammenzungen an der neutralen Zone bis zur Durchzündung mit leichtem Druckanstieg (Flashover). Diese wurde dann von den Teilnehmern abgelöscht. Hierbei trainieren die Teilnehmer erneut den Umgang mit dem Hohlstrahlrohr und festigen dadurch den Umgang mit ihrem Handwerkszeug.

Sehr heiß: über 400 °C
Am nächsten Tag stand erneut der Flashover- Container auf der Tagesordnung. Dabei übernahmen die Teilnehmer einen Teil der Ausbildung. Sie führten den Container bzw. dokumentieren den Brandverlauf. Selbstverständlich unter der Beobachtung durch die Ausbilder. Temperaturen, die an der Decke vom Brandraum gemessen unterschiedwurden, waren weit über 400 °C (für die Ausgasung von Holz werden diese hohen Temperaturen benötigt). Um dem Körper auch eine Erholungsphase zu gönnen, stand nach der Mittagspause ein Rundgang durch das Übungsgelände auf dem Programm: Die Trainingsmöglichkeiten der Schule reichen von Flugzeugbrand, Kellerbrand, Unfall an einer Tankstelle, Höhenrettung bis hin zu Vorfällen in Chemieanlagen.

Zündbare Gemische
Im Anschluss an die Besichtigung, gestalteten zwei Teilnehmer den theoretischen Unterricht. Mit Hilfe der „Bang Box“ und dem „Aquarium“ stellte man unterschiedliche Gasgemische in einem Behälter herg und brachte sie zur Zündung. Beide Versuche dienen der Festigung des Wissens im Bereich der zündbaren Gemische. Am letzten Tag des Trainings wurde noch einmal der Flashover-Container betreten. Auch diesen Durchgang gestalten wieder die Teilnehmer. Die Ausbilder beobachten lediglich die Übung. Ein Eingreifen der Ausbilder wäre zu jedem Zeitpunkt möglich gewesen. Somit war die Sicherheit des Trainings gewährleistet.
Anschließend konnten wir das Gelernte im Einsatzcontainer anwenden. Er besteht aus zwei Containern, die im Winkel zusammengefügt sind. Hier trainieren die Feuerwehrleute, sich durch einen verrauchten Raum in einen dahinter liegenden Nebenraum vorzuarbeiten. Dabei ist Teamgeist Voraussetzung, außerdem müssen sich die Geräteträger mit einer bodennahen Haltung vorwärts bewegen. Aussage der Ausbilder: „Hier ist tiefste Gangart gefordert!“ Trainiert werden hier auch die Temperaturkontrolle mit Hilfe des Strahlrohrs, die Kühlung der Brandgase und das Öffnen einer Tür. Die Erholung spürten wir dann in der Mittagspause. Anschließend wurde der Backdraft- Container (Backdraft: Rauchgasexplosion) beladen und entzündet. Diese Übung beobachteten die Teilnehmer von außen. Für alle war es ein Erlebnis, die Größe der Rauchgasexplosion und damit verbunden Geräusche wahrzunehmen. Die Safety Academy plant in Jahr 2005, dieses besondere Seminar erneut durchzuführen..

Dräger Safety AG & Co. KGaA
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Carsten Joester
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