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Seit einiger Zeit bietet Dräger Safety Photo-
Ionisationsdetektoren (PID) an. So wurde
vor einiger Zeit der Dräger Multi-PID vorgestellt
(siehe Drägerheft 371 und 375), der
inzwischen durch den Atex-zertifizierten
Multi-PID 2 ersetzt wurde. Da das grundsätzliche
Funktionsprinzip eines PIDs im
Drägerheft 371 ausführlich dargestellt
wurde, soll in diesem Beitrag einerseits auf
die neuen Features des Multi-PID 2 und
andererseits auf die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten
eingegangen werden.
Dräger Multi-PID 2, neues Gerät,
neue Möglichkeiten
Multi-PID 2 ist der direkte Nachfolger des
Multi-PID 1. Hinsichtlich der Detektortechnologie
hat sich gegenüber dem Vorgänger
nichts geändert. Auch der Multi-PID 2 zeichnet
sich durch hohe Messempfindlichkeit,
Genauigkeit, Reproduzierbarkeit des Messsignals
und geringe Querempfindlichkeit
gegenüber Wasserdampf (Luftfeuchtigkeit)
aus. Auch die bereits aus Multi-PID 1 bekannte
Substanzbibliothek und die Responsefaktoren
sind erhalten geblieben. So
sind beim Umstieg auf den Multi-PID 2
keine Korrektur-Faktoren zu berücksichtigen.
Bezüglich der Handhabung und des
Displays hat es jedoch einige deutliche
Verbesserungen gegenüber der vorherigen
Version gegeben:
Anzeige des Stoffnamens im Display.
Der Name der aktuell kalibrierten Substanz
wird im Klartext im Display oberhalb der
Stoffkonzentration angezeigt. Sollten weitere, als die eigentlich zu messende Substanz
am Messort auftreten, wird natürlich
ein summarisches Messergebnis bezogen
auf die kalibrierte Substanz erzeugt.
Anzeige von weiteren Konzentrationsinformationen
im Display.
Neben der
aktuellen Konzentration werden im
Display in kleinerer Schriftgröße der
15 Minuten-Durchschnittswert (STEL),
der 8 Stunden-Durchschnittswert (MAK),
die aufgetretene Maximalkonzentration
(PEAK), sowie die verstrichene Messzeit
angezeigt.
Anzeige des Datenaufnahme-Modus im
Display.
Im oberen rechten Teil des
Displays wird angezeigt, ob der Intervall-
Modus (d. h. kontinuierliche Datenaufnahme)
oder TAG-Modus (d. h. manuelle
Datenaufnahme) aktiviert ist, bzw. keine
Daten aufgezeichnet werden. Wie sein
Vorgänger kann der Multi-PID 2 15000
Messwerte speichern. Über die Software
Dräger GasVision können diese Daten
komfortabel bearbeitet und archiviert
werden. Für das jeweilige Messintervall
gibt Gasvision den Maximal-, Minimal-
und Durchschnittswert aus.
Einknopf-Kalibrierung. Da die Kalibrierung
beim PID ein normalerweise täglich
wiederkehrender Arbeitsschritt ist, ist sie
beim Multi-PID 2 über eine Taste leicht
zugänglich gemacht worden. Das Ausführen
mehrerer Schritte durch das Menü
gehört damit der Vergangenheit an, und
die Kalibrierung ist äußerst einfach durchzuführen.
Fünf Sprachen in einem Gerät.
Während der Anwender des Multi-PID sich bereits
beim Gerätekauf für eine Sprache entscheiden
musste, kann beim Multi-PID 2
die Sprache in Eigenregie umgeschaltet
werden: Deutsch, Englisch, Französisch,
Spanisch und Italienisch stehen zur Auswahl,
so dass auch ausländische Mitarbeiter
problemlos mit dem Gerät umgehen
können.
Applikationen
PIDs sind multifunktionell zum Messen organischer
und einiger anorganischer Substanzen
einsetzbar. Der wesentliche Unterschied
zu anderen Sensoren (z. B. katalytischem
Ex-Sensor oder Infrarot-Ex Sensor) besteht
darin, dass der PID bis in den Sub-ppm-
Bereich hinein misst (Nachweisgrenze:
ca. 0,5 ppm). Im Folgenden sollen einige
typische Anwendungsbeispiele aufgezeigt
werden:
Leckagesuche und Umweltanalytik
Dank seines schnellen Ansprechverhaltens
und der hohen Empfindlichkeit eignet sich
ein PID zum Aufspüren von Leckagen in
verschiedenen Bereichen, wie z. B. an Pipelines
in Raffinerien, an Tanks in chemischen
Fabriken, Raffinerien, Tankstellen oder auf
Schiffen und anderen Transport-Mitteln.
Sofern eine Leckage identifiziert wurde,
oder wenn es zu einem Gefahrgutunfall gekommen
ist, geht es natürlich auch darum,
festzustellen, ob eine Kontamination des
Erdreiches in der Umgebung der Leckage
gekommen ist. Auch hierzu ist der Multi-PID
2 dank seiner hohen Empfindlichkeit geeignet.
Auch die Vor-Klassifizierung von
Bodenproben (z. B. Entscheidung über das
Erfordernis einer Laboranalyse) ist mittels
PID möglich.
Brandursachen-Analytik
Bei der Brandursachen-Analytik geht es
häufig darum, festzustellen, ob Brandbeschleuniger,
wie Benzin, Kohlenwasserstoffe
oder Alkohole eingesetzt wurden. Bei der
Begehung des Brandortes durch Polizei
oder Feuerwehr wird der Multi PID-2 zur
Suche von Resten dieser Substanzen einge-setzt. Typischerweise wird der Multi-PID 2
dabei mit dem Probenahmeschlauch als
Sonde eingesetzt, um auch unzugängliche
Stellen besser erreichen zu können. |
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Einstieg in Flugzeugtanks und andere
enge Räume
Flugzeugtanks sind ein besonders extremes
Beispiel für enge Räume. Da für Wartungsund
Kontrollarbeiten bis in die äußerste
Spitze des Tanks vorgedrungen werden
muss, ist der Einsatz von Atemschutzausrüstung
nur eingeschränkt möglich. Umso
wichtiger ist hier die Freigabemessung, bei
der beispielsweise sichergestellt wird, dass
die Kerosin-Konzentration unterhalb 10 ppm
liegt. Da die Messung mit katalytischem Exoder
Infrarot-Sensor das Erfassen so niedriger
Konzentrationen organischer Substanzen
nicht sicher ermöglicht, ist auch diese
Applikation ein typisches Beispiel für den
Einsatz eines PIDs. Auch in anderen Tanks,
die zur Lagerung organischer Substanzen
dienten, sollte vor der Begehung eine Freigabemessung
mittels PID durchgeführt werden.
Der Trend geht eindeutig in die Richtung,
organische Substanzen nicht nur
hinsichtlich der Explosionsgefahr, sondern
auch hinsichtlich der Toxizität zu bewerten.
Diese Möglichkeit ist mit dem Multi-PID 2
für eine Vielzahl organischer Substanzen gegeben.
Begasung
Gerade beim Übersee-Transport von Holz,
aber auch Textilien kommt immer noch Methylbromid
zum Einsatz. Bei der Entladung
von Containern, aber auch bei deren Kontrolle
durch den Zoll muss sichergestellt
werden, dass die Konzentration dieses oder
anderer Begasungsmittel unterhalb des
zulässigen Grenzwertes liegt. Der Vorteil
des Multi-PID 2 liegt in diesem Fall darin,
dass ein weiter Messbereich abgedeckt werden
kann. Standardmäßig können Konzentrationen
zwischen 0,5 und 2000 ppm erfasst
werden, bei Einsatz der
Verdünnungssonde kann der Messbereich
bis auf 20000 ppm ausgedehnt werden. Somit
eignet sich der Multi-PID 2 sowohl für
die Kontrolle der Effizienz des Begasungsvorganges
als auch zur Messung in Bezug
auf den Gesundheitsschutz.
Messungen von Diesel-Dämpfen
Diesel ist ein Gemisch verschiedener langkettiger
Kohlenwasserstoffe und wird als
Kraftstoff in Pkws, sowie im Bereich der
Landwirtschaft, Eisenbahn und Schifffahrt
eingesetzt. Bislang wurde im Umgang mit
Dieselkraftstoffen das Hauptaugenmerk auf
die Messung von Konzentrationen im Ex-
Konzentrations-Bereich (Bereich der unteren
Explosionsgrenze, UEG) gelegt. Jedoch
bestehen auch unterhalb dieses Konzentrationsbereiches
Gefahren für die Gesundheit
des Menschen. So hat 2002 die „American Conference of Governmental Industrial Hygienists“
(ACGIH) einen neuen Grenzwert
für den 8-Stunden Mittelwert herausgegeben.
Dieser liegt für die Kohlenwasserstoffe
des Diesels bei 100 mg/m3, was ca. 15 ppm
entspricht. Relevant werden Dieselkonzentrationen
im toxischen Konzentrationsbereich
bei der Begehung oder Reinigung
von Tanks, aber auch bei Umfüll- und Betankungsarbeiten.
Multi-PID 2 ermöglicht
die Bestimmung von Diesel-Konzentrationen
im ppm-Bereich. Da Diesel ein Gemisch
unterschiedlicher Kohlenwasserstoffe ist,
lässt sich kein einheitlicher Responsefaktor
nennen. Für leichtere Diesel-Sorten lassen
sich eine Kalibrierung auf Nonan durchführen
und der Responsefaktor 1,4 nutzen.
Bei schwereren Diesel-Sorten, wie sie z. B.
im Schiffsverkehr genutzt werden, kann
mit einem Responsefaktor von 1 gearbeitet
werden.
Messungen im Bereich der chemischen
Industrie und Petrochemie
Dies ist zweifellos das Haupteinsatzgebiet
von PIDs. Insbesondere bei der Begehung
von Tanks, Rohrleitungen und anderen engen
Räumen (Confined Space) ist es erforderlich,
sicherzustellen, dass die Konzentration
der dort zuvor aufbewahrten Stoffe so
weit herabgesetzt ist, dass es zu keiner Gesundheitsgefährdung
der Arbeiter kommt.
Der Vorteil des PID liegt wiederum darin,
dass ein Messen im ppm Bereich möglich
ist und dass das Gerät auf verschiedene
Substanzen kalibriert werden kann. Über
die beim Multi-PID 2 anwählbaren Kalibrierspeicher
ist es möglich, verschiedene Substanzkalibrierungen
im Gerät zu hinterlegen.
Auf diese Weise kann beispielsweise zunächst
Toluol gemessen und zu einem
späteren Zeitpunkt eine Acetonmessung
durchgeführt werden. Die Kalibrierung der
einzelnen Speicher kann vor der Messung
durchgeführt werden, so dass zum Zeitpunkt
der jeweiligen Messung nur der entsprechende
Kalibrierspeicher ausgewählt
zu werden braucht. Ein weiteres Einsatzgebiet
im Bereich der chemischen Industrie
und Petrochemie ist natürlich neben der
„Confined-Space-Messung“ die klassische
Arbeitsplatzüberwachung, bei der es z. B.
darum geht, die Schadstoffkonzentrationen
bei bestimmten Arbeiten (z. B. Umfüllen von
Stoffen) zu bestimmen.
Zusammenfassend lässt sich also sagen,
dass mit dem Multi-PID 2 messtechnische
Applikationen in ganz unterschiedlichen Arbeitsbereichen
abgedeckt werden können.
Über den anwendungstechnischen Service
der Dräger Safety ist der Zugriff auf weit
mehr, als die in der Stoffbibliothek des
Multi-PID 2 vorhandenen Responsefaktoren
möglich. Für Substanzen, die in dieser Liste
nicht aufgeführt sind, besteht die Möglichkeit
zu prüfen, ob sie mittels PID messbar
sind.
Oliver Schirk
Dräger Safety AG & Co. KGaA
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Dräger Safety AG & Co. KGaA |
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