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Qualitätsanforderungen an Druckluftanlagen:
Überprüfung der Reinheit durch die Dräger Analysentechnik
Die Verwendung von Druckluft ist heute äußerst vielfältig. Als Atemluft wird Druckluft in Atemschutz- und Tauchgeräten genutzt, um dem Menschen das Atmen in lebensfeindlichen Umgebungen zu ermöglichen. In Krankenhäusern findet Druckluft nicht nur für die lebenswichtige Beatmung von Patienten während der Operation und auf der Intensivstation Einsatz, sondern auch für den Betrieb von OP-Werkzeugen sowie im technischen Bereich. In der Industrie stellt Druckluft eine Energieform dar, deren Anwendungsspektrum gegenüber anderen Energieformen konkurrenzlos ist. Ohne Druckluft wäre ein derart hoher Automatisierungsgrad, wie er heute in modernen Betrieben üblich ist, undenkbar. Einige Einsatzgebiete sind das Fördern von Gütern in Transportröhren, die Fernsteuerung von Ventilen und Schiebern oder der Betrieb von Werkzeugen. Vom Luftverdichter (Kompressor) angesaugte Umgebungsluft enthält je nach Standort mehr oder weniger Verunreinigungen in Form von
  • Mineralölaerosolen und Kohlenwasserstoffdämpfen
  • Wasserdampf
  • Partikeln
  • gasförmigen Schadstoffen wie z. B.
Kohlenstoffmonoxid. Bei der Verdichtung können zusätzlich Schmieröl und Abriebteilchen aus dem Kompressor in die Druckluft gelangen. Staub und andere Partikel führen zu erhöhtem Abrieb im Druckluftnetz sowie zu einem vorzeitigen Verschleiß von Pneumatikanlagen. Die Folge von verharztem Öl im Rohrleitungssystem können Durchmesserreduzierungen und Blockaden im Rohrleitungssystem sein. Ein zu hoher Wasserdampfgehalt in der Druckluft kann zu Korrosion in der Pneumatikanlage führen, elektrische Elemente bilden und bei niedrigen Temperaturen Eisbildung im Druckluftnetz und somit Durchmesserreduzierung sowie Blockaden verursachen. Schadstoffe in der Druckluft können Patienten, die beatmet werden, und Träger von Atemschutzgeräten zusätzlich belasten. In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, wo die Druckluft mit dem Produkt in Kontakt treten kann, gelten besondere Qualitätsanforderungen. Daher ist es erforderlich, die Druckluft entsprechend aufzubereiten und die Qualität mit geeigneten Messmethoden zu überprüfen.
Regelungen
In Abhängigkeit von dem jeweiligen Einsatzgebiet muss die Qualität der Druckluft hinsichtlich der Reinheit gewissen Anforderungen genügen. Die Qualitätsanforderungen sind in den in Tabelle 1 aufgeführten Normen geregelt.
Messtechnik
Für die Überprüfung der Druckluftqualität stehen verschiedene Messverfahren zur Verfügung. In Abhängigkeit von den zu überwachenden Parametern bietet die Dräger Safety auch hier Komplettlösungen:
  • Fertig konfektionierte Methoden, mit denen die Prüfung in eigener Regie durchgeführt werden kann.
  • Dienstleistungen der akkreditierten Dräger-Analysentechnik mit exakten Messergebnissen und Gutachten.
Prüfröhrchen-Messverfahren
Die wohl einfachste Methode, Verunreinigungen in Druckluft aufzuspüren, sind Prüfröhrchen. Mit den Dräger-Röhrchen®
  • Kohlenstoffdioxid 100/a-P
  • Kohlenstoffmonoxid 5/a-P
  • Nitrose Gase 0,5/a
  • Öl 10/a-P
  • Schwefeldioxid 0,5/a
  • Schwefelwasserstoff 1/d
  • Wasserdampf 20/a-P
  • Wasserdampf 5/a-P
in Verbindung mit dem Dräger MultiTest med. Gase für die Überwachung von Druckluft, die für medizinische Anwendungen eingesetzt wird, oder dem Dräger Aerotest, der für die Prüfung von Atemluft in Atemschutzgeräten zum Einsatz kommt, können die Konzentrationen der o. g. Gase ermittelt werden (Bild 1 und 2). Dieses Verfahren kann mit Ausnahme der Öl-Bestimmung auch für die Prüfung der Druckluft in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie gemäß ISO 8573-6 [4] eingesetzt werden. Die technischen Daten sind in Tabelle 5 zusammengefasst.
Ist die im Kompressor eingesetzte Ölsorte bekannt, kann bei der Messung mit dem Dräger Röhrchen Öl 10/a-P entschieden werden, ob ein bestimmter Schwellenwert in Höhe von z. B. 0,1 oder 0,5 mg/m3 überoder unterschritten wird. Bei negativer Anzeige kann davon ausgegangen werden, dass die Öl-Konzentration unter dem zu prüfenden Schwellenwert liegt. Bei positiver Anzeige sollte die Öl-Konzentration mit einem Laborverfahren überprüft werden. Restöl-Konzentrationen unter 0,1 mg/m3, wie sie bei der Druckluft für allgemeine Anwendungen gemäß ISO 8573-1 insbesondere für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie gefordert werden, können mit dieser Methode nicht überprüft werden. Hier ist das weiter unten beschriebene Laborverfahren anzuwenden.
Dienstleistungen der Dräger-Analysentechnik
Die Dräger Analysentechnik hat auf der Grundlage folgender Normen Analysenverfahren entwickelt, mit denen Restöl-Konzentrationen in Druckluft in Spuren- Konzentrationen sicher nachgewiesen werden können.

Prüfung der Öl-Konzentration in Druckluft für medizinische Anwendungen Die Bestimmung des Öl-Gehaltes in Druckluft für medizinische Anwendungen erfolgt auf der Grundlage des Europäischen Arzneimittelbuches Ph. Eur. 5.0/1238, „Luft zur medizinischen Anwendung“. Danach wird die Druckluft wird an der Entnahmestelle über eine Dosiereinheit entspannt und mit einem Volumenstrom von 20 l/min über einen Zeitraum von 5 Minuten durch den Probenahmekopf, der ein spezielles Filter enthält, geleitet (Bild 3).
Die Messpunkte werden gemeinsam mit dem Auftraggeber festgelegt. In der Regel wird so vorgegangen, dass an einem Leitungssystem drei Messungen vorgesehen werden:
  • Probenahme unmittelbar hinter dem Kompressor, Trockner und Filteranlage,
  • Probenahme an einer Leitung, an der häufig Druckluft entnommen wird wie z. B. Intensivstation oder OP-Bereich,
  • Probenahme an einer Leitung, die möglichst lang ist und an der selten Druckluft entnommen wird wie z. B. in einem Krankenzimmer auf einer Station.
Im Dräger Analysenlabor wird das Filter extrahiert und anschließend in einem Fourier Transform-Infrarot-Spektrometer bei drei Wellenzahlen vermessen. Anhand der Summe der Absorptionen und einer vorher aufgenommenen Kalibrierfunktion wird die Öl-Konzentration ermittelt. Die Bestimmungsgrenze ist abhängig von der eingesetzten Ölsorte und liegt in dem Bereich von 0,04 bis 0,08 mg/m3 bei 100 Litern Luftprobe.
Prüfung des Öl-Gehaltes in Druckluft für allgemeine Anwendungen
In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie darf nur solche Druckluft zum Einsatz kommen, die hinsichtlich des Ölgehaltes (Summe von Öl-Aerosol und Öl-Dampf) der Qualitätsklasse 1 (≤ 0,01 mg/m3) entspricht. Die Bestimmung des Öl-Gehaltes in Druckluft für allgemeine Anwendungen erfolgt auf der Grundlage der ISO 8573-1, 8573-2 und 8573-5. Das dafür entwickelte Probenahmesystem (Bild 4) besteht aus einem in einer Filterkassette befindlichen Glasfaserfilter für die Anreicherung der Öl-Aerosole und einem dahinter angeordneten Aktivkohleröhrchen für die Adsorption der Öl- und Lösemitteldämpfe. Mit diesem Verfahren kann auch die Öl-Konzentration in Atemluft zu überprüft werden.
Die Messpunkte werden gemeinsam mit dem Auftraggeber festgelegt. Die Druckluft wird an der Entnahmestelle über eine Dosiereinheit entspannt und durch das Probenahmesystem zur Anreicherung der Öl-Aerosole und -Dämpfe geleitet. In Abhängigkeit von der geforderten Qualitätsklasse werden folgende Volumina durch das Probenahmesystem geleitet:
  • Oualitätsklasse 1 (Ölgehalt max. 0,01 mg/m3) mindestens 2500 Liter
  • Qualitätsklasse 2 (Ölgehalt max. 0,1 mg/m3) mindestens 250 Liter
Im Dräger Analysenlabor werden die auf den Probenträgern angereicherten Öl-Aerosole und Dämpfe infrarotspektrometrisch und gaschromatografisch bestimmt. Die Bestimmung der Öl-Partikelfraktion erfolgt durch Extraktion des Glasfaserfilters mit einem Lösemittel und anschließender Analyse mit einem Fourier Transform-Infrarotspektrometer (FT-IR) in dem Wellenzahlenbereich von 2800 bis 3100 cm-1 (Bild 5). Die Öl-Dampf- und Lösemittel- Konzentration wird durch Extraktion der Aktivkohle und anschließender gaschromatographischer Trennung auf einer Kapillartrennsäule mit Flammenionisationsdetektion bestimmt (Bild 6). Die Ermittlung der Öl-Konzentration (Aerosol und Dampf) ergibt sich aus der Summe der beiden Analysenergebnisse. Für die Beantwortung besonderer Fragestellungen können zusätzliche Analysen durchgeführt werden. So kann z. B. durch vergleichende IR-Analysen der Luftprobe und des im Kompressor befindlichen Öls festgestellt werden, ob das an der Entnahmestelle austretende Öl mit dem im Kompressor befindlichen Öl-Typ übereinstimmt.
Weitere Dienstleistungen der Dräger Analysentechnik
Für die Analyse Ihrer Luftproben steht Ihnen unser akkreditierter und zertifizierter Analysenservice zur Verfügung. Als unabhängiger Dienstleister sind wir der kompetente Ansprechpartner für alle Fragen der Luft- und Gasanalytik. Unser Leistungsspektrum umfasst u. a.
  • die kostenlose Beratung bei der Auswahl und Anwendung von Probenahmesystemen
  • die Analyse von Probenahmeröhrchen und –systemen aus den Bereichen Arbeitsplatz-, Innenraumluft-, Emissions- und Immissionsmessungen
  • Materialprüfungen auf flüchtige Inhaltsstoffe
  • Druckluftprüfungen (u.a. Atemluft,
  • Bioverträglichkeitsprüfungen
  • Analytik auch von ausgewählten Parametern z. B.: Isocyanate, Narkosegase, Öl, Amine, Holzschutzmittel, Schimmelpilze, leicht- und mittelflüchtige Lösemittel u.v.m.
  • Auswertung von Thermodesoptionsröhrchen mit GC/MS
Die Analysen werden auf der Grundlage anerkannten Richtlinien und Normen (BG, DFG, DIN, EN, HSE, ISO, NIOSH, OSHA) ausgeführt. Qualifiziertes Personal und der Einsatz modernster Analysenverfahren bieten ein Höchstmaß an Sicherheit bei den Ergebnissen. Das Labor nimmt regelmäßig an Ringversuchen teil und wird ständig durch Audits überprüft.
Die nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditierte Messstelle der Dräger Safety (Reg.-Nr. ZLS-P-598/05) bietet Ihnen den Komplettservice für das Gefahrstoffmanagement. Die Dienstleistungen umfassen dabei das Consulting, die Messplanung, die Durchführung der Probenahmen und Messungen vor Ort, die Analyse der Proben sowie die Beurteilung der Ergebnisse in Form eines Messberichtes bzw. Gutachtens.
Weitere Informationen über das Dienstleistungsspektrum der Dräger Analysentechnik erhalten Sie im Internet unter: www.draeger.com/analysenservice

Karl-Heinz Pannwitz
Dräger Safety AG & Co. KGaA
karl-heinz.pannwitz@draeger.com

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