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Bei Bränden, Explosionen oder Havarien
in Unternehmen kommen jedes Jahr viele
Menschen ums Leben oder tragen zum
Teil schwere Verletzungen davon. Die
materiellen Schäden erreichen oft dreistellige
Millionenbeträge.
Die Verlagerung der Problemlösung zur
Finanzierung eines Schadenfalles auf eine
Versicherung stellt dabei grundsätzlich
keine vollständige Lösung dar.
Die Gesamtkosten eines Großschadens
gehen über die denkbaren Entschädigungsleistungen
der Versicherungen hinaus
und stellen die Überlebensfähigkeit des
Unternehmens in Frage: Die Folgeschäden, verursacht durch die Produktionsunterbrechung
im betroffenen Unternehmen, können
den direkten Schaden weit übertreffen.
Tabelle 1 zeigt die Kosten eines Produktionsausfalls
ausgewählter Branchen in
Deutschland und Tabelle 2 als weiteres
Beispiel die Reparaturkosten und Einnahmeausfälle
bei Tunnelbränden der letzten
Jahre. |
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In vielen Unternehmen ist die eigene Fertigungstiefe
auf 15 Prozent gesunken, d. h.
die Unternehmen bewegen sich in einem
komplizierten Netzwerk von Liefer- und Zulieferbeziehungen:
Zur Sicherung günstiger
Einkaufsbedingungen abgeschlossene langfristige
Abnahmeverträge einerseits und
zum anderen gegen einen ständig härter
werdenden Wettbewerb erreichte Kundenaufträge
zwingen die Unternehmen, ihre
Verpflichtungen strikt einzuhalten.
Bei einer zunehmenden Globalisierung
aller Wirtschaftsprozesse kann eine längere
Produktionsunterbrechung für ein Unternehmen
das „Aus“ bedeuten. Andererseits
können Unternehmen durch Gewährleistung einer dauerhaften Leistungs- und
Lieferfähigkeit ihre Wettbewerbsposition
verbessern.
Deshalb muss ein eigenständiges Interesse
der Unternehmen an der durch ein ganzheitliches
Sicherheitsmanagement ermöglichten
Funktionsfähigkeit der Produktionsprozesse
herausgearbeitet werden.
Allerdings wird die Unternehmenssicherheit
in vielen Unternehmen noch immer als
„lästige“ Aufgabe empfunden, die – scheinbar
– keinen Beitrag zur Wertschöpfung im
Unternehmen leistet. |
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Sicherheitsmanagement ist Pflicht
In Deutschland wird das Sicherheitsmanagement
in Unternehmen geregelt durch:
- gesetzliche Grundlagen
(Arbeitsschutzgesetz,
Brandschutzgesetz u. ä.),
- Arbeitsstättenrichtlinien
- berufsgenossenschaftliche Vorschriften
und Regeln
- Vorgaben der Sachversicherer
- das seit 1998 geltende Gesetz zur
Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich
(KonTraG)
So lautet z. B. & 91 Abs. 2 AktG (Aktiengesetz):
„Der Vorstand hat geeignete Maßnahmen
zu treffen, insbesondere ein Überwachungssystem
einzurichten, damit den
Fortbestand der Gesellschaft gefährdende
Entwicklungen früh erkannt werden“.
Das im Unternehmen zu installierende
Risikomanagementsystem muss einen
ganzheitlichen, vollständigen und integrierten
Ansatz verfolgen. |
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Vorteile
Neben der Pflicht, Vorgaben aus Gesetzen,
Arbeitsstättenrichtlinien usw. umzusetzen,
bieten sich für Unternehmen sowohl bei
den Berufsgenossenschaften als auch
Sachversicherern Möglichkeiten, durch ein
ganzheitliches Sicherheitsmanagement finanzielle Vorteile für das Unternehmen
zu erlangen:
- Eine Gefahrenklassesenkung bei Berufsgenossenschaften
ist möglich, wenn:
- das Unfallrisiko signifikant niedriger ist
als bei anderen Unternehmen des
gleichen Gewerbezweigs
- die Arbeitsmethoden des Unternehmens
stark von denen der übrigen Branchenmitglieder
abweichen
- der Grund für vermindertes Unfallrisiko
in veränderten Arbeitsmethoden liegt.
- Kostensenkungen bei den Schadensversicherungen
können erreicht werden, da
die Sachversicherer u. a. folgende Kriterien
bewerten:
- allgemeiner Zustand des Betriebes
- bauliche Sicherheit und baulicher
Brandschutz
- organisatorische Maßnahmen im Bereich
Sicherheitsmanagement.
Insbesondere bei Anwendung komplizierter
Produktionsprozesse, Verwendung von
Gefahrstoffen usw. hat ein ganzheitliches
Sicherheitsmanagement positiven Einfluss
auf die Bewertung des Unternehmens
durch Analysten oder bei einer notwendigen
Kreditnahme, z. B. zur Erweiterung der
Produktionskapazitäten. |
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Schäden begrenzen
Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es
nicht, weder gegenüber Bränden, Havarien,
Explosionen noch terroristischen Anschlägen.
Also stellt sich die Frage: Wie können
die Folgen eines Brandes, einer Havarie, einer
Explosion oder auch die Auswirkungen
eines terroristischen Anschlages begrenzt,
die Zahl der Opfer und die Höhe der materiellen
Schäden verringert und damit eine
mögliche Produktionsunterbrechung auf ein
Minimum reduziert werden?
Zwischen dem Eintreten eines Schadensereignisses
und dem Wirksamwerden (nicht
dem Eintreffen!) der professionellen Retter
Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst o. ä.
entsteht immer eine „Reaktionslücke“, in
der das Ereignis eskalieren kann, sofern
nicht unmittelbar Maßnahmen zur Gefahrenabwehr
ergriffen werden. |
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Diese Reaktionslücke wird künftig noch anwachsen,
wenn man aktuelle demografische
Trends, wie z. B. die zunehmende Überalterung
der Gesellschaft in Betracht zieht:
Es stehen immer weniger junge, leistungsfähige
(atemschutztaugliche) Einsatzkräfte,
z. B. für die flächendeckende Gefahrenabwehr
durch Freiwillige Feuerwehren, zur
Verfügung. Dieser Prozess wird vor allem in Staaten, wie Österreich und Deutschland
mit sehr hohem Anteil Freiwilliger Feuerwehren
zu einer Neuorientierung in der
nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr zwingen.
Neben neuen technischen Entwicklungen
bei der Ausrüstung der Kräfte der Gefahrenabwehr
und der Brandfrüherkennung
sowie alle Bevölkerungsschichten und
Altersgruppen umfassenden Maßnahmen
zur Prävention von Bränden muss in Zukunft
der Schwerpunkt vor allem auf ein
ganzheitliches Sicherheitsmanagement und
eine Betriebliche Gefahrenabwehr in den
Unternehmen gesetzt werden. |
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Wer ist im Ernstfall da?
Die Mitarbeiter und Führungskräfte eines
betroffenen Unternehmens sind in der
Regel noch vor dem Eintreffen der professionellen
Retter vor Ort und könnten effiziente
Erstmaßnahmen zur Begrenzung des
Schadensereignisses einleiten und den Einsatz
von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst
optimal vorbereiten.
Allerdings sind sie auf schnelles, konzentriertes Handeln bei Bränden, Havarien,
Explosionen oder Terroranschlägen nicht vorbereitet. Da für diese Personen häufige
Realeinsätze unter Extrembedingungen nicht zu erwarten sind, wird sich auch kein
Trainingseffekt nach dem Motto „learning by doing“ einstellen können.
Die Kenntnisse über mögliche Gefahrenpotentiale und -szenarien sowie die Vorgehensweise der „professionellen“ Retter sind meist sehr begrenzt. Betriebliche
Gefahrenabwehrkonzepte sind nur selten praxis- bzw. realitätsnah überprüft.
Bei Schadensereignissen in Sport- und Freizeiteinrichtungen, Hotels und Gaststätten,
Einkaufszentren, Verkehrsbetrieben, Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen
werden die Mitarbeiter und Führungskräfte zu „Hoffnungsträgern“ für die Besucher,
Patienten, Passagiere usw. und müssen Verantwortung für Leben und Gesundheit
der Betroffenen übernehmen.
Die detaillierte Auswertung von unterschiedlichen Schadensereignissen zeigt,
dass fachliche Kenntnisse über Maßnahmen zur Gefahrenabwehr zwar notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung für richtiges Handeln sind: Wichtig ist die
Fähigkeit, fachliches Wissen unter psychischem und physischem Stress „abzurufen“.
Für die effiziente Ausführung von Maßnahmen der betrieblichen Gefahrenabwehr
müssen die Mitarbeiter und Führungskräfte lernen, die relevanten Sicherheitsbestimmungen zu beherrschen, Gefahrensituationen
zu erkennen, mögliche Entwicklungen einzuschätzen, notwendige Sofortmaßnahmen
unter Beachtung des Eigenschutzes einzuleiten und neue Reaktionsmuster bei
Gefahr zu entwickeln.
Die Geschäftsführung eines Unternehmens muss in die Lage versetzt werden, innerhalb kürzester Zeit alle Maßnahmen zur Wiederherstellung des „Normalzustandes“ (Business Continuity) zu beschließen,
durchzuführen und die Umsetzung zu kontrollieren.
Dazu ist es sinnvoll, betriebliche „Krisenstäbe“ einzurichten und realitätsnah
zu trainieren. Ein wichtiger Bestandteil dieser Krisenstabsarbeit
ist eine offensive Informationspolitik gegenüber den Mitarbeitern, der
Bevölkerung, den Medien und der Konzernleitung.
Ein Imageschaden, hervorgerufen durch eine falsche Informationspolitik, wirkt
sich nachhaltig auf den Unternehmenserfolg aus und ist nur durch aufwändige,
kostenintensive Maßnahmen zu korrigieren. |
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Training für Management und Mitarbeiter
Die Dräger Safety hat eine Reihe von Ausbildungs-
und Trainingsangeboten entwickelt
und in den Markt eingeführt, die
konkrete Zielstellungen für Maßnahmen der
betrieblichen Gefahrenabwehr verfolgen
(siehe Aufstellung am Ende des Artikels): |
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1. Entwicklung von Handlungskompetenz,
trotz extremen Stressbelastungen,
Mangel an Routine und „fremdem“
Einsatzgebiet
2. Herausbildung von Führungskompetenz,
u. a. durch Sammeln, Verarbeiten und
Weiterleiten von handlungssteuernden
Informationen, Treffen von Entscheidungen,
sowie Sicherstellung und Kontrolle
der Umsetzung dieser Entscheidungen
3. Situationskompetenz bei der Erfüllung
von „ungewöhnlichen“ Aufgaben in
Gefahrensituationen
4. Kenntnis der Vorgehensweise der
professionellen Rettungskräfte und
optimale Vorbereitung für deren Einsatz |
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Verschiedene Seminar- und
Trainingsangebote
Zu diesen Ausbildungs- und Trainingsangeboten
gehört u. a. ein umweltfreundliches
Training in der Handhabung tragbarer
Feuerlöscher, mit dem kostengünstig innerhalb
kurzer Zeit alle Mitarbeiter eines
Unternehmens praktische Erfahrungen in
der Bekämpfung von Entstehungsbränden
erwerben können. |
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Bei der Ausbildung von Brandschutz- und
Evakuierungshelfern werden Kenntnisse
über gesetzliche Bestimmungen zum
Brand-, Arbeits- und Gesundheitsschutz,
zu erforderlichen Sofortmaßnahmen, wie
der Hausalarmierung, über Erstmaßnahmen
zur Brandbekämpfung und die Evakuierung
der betroffenen Bereiche bis zum Eintreffen
von Polizei und Feuerwehr vermittelt.
Für Unternehmen ohne eigene Werkfeuerwehr
bildet die Dräger Safety betriebliche
Sicherheitsteams aus, die mit im Unternehmen
vorhandenen Notfallausrüstungen
Erstmaßnahmen zur Eingrenzung des
Schadensereignisses ergreifen und damit
zur Verkürzung eines eventuellen Produktionsstillstandes
beitragen.
Das „Training für das Verhalten in Gefahrensituationen“
richtet sich vor allem an
die Führungskräfte der Unternehmen. Die
Teilnehmer erleben reale Stresssituationen
und werden dabei von erfahrenen Verhaltenstrainern
geführt und von speziell ausgebildeten
Sicherheitsfachleuten betreut.
Zielgruppe des Seminars „Krisenmanagement
und Krisenkommunikation“ sind
Führungskräfte von Unternehmen, Behörden
und Verwaltungen. |
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Die Seminarteilnehmer erstellen Analysen
von Krisen- und Störfallpotentialen und
deren Wirkung in Medien und der Öffentlichkeit,
betreiben Fallstudien bzw. untersuchen
frühere branchenspezifische Krisenfälle
und trainieren die Planung, Umsetzung
und Kontrolle von Maßnahmen im Rahmen
von „Back To Normal“. |
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Weitere Seminarinhalte sind:
– Krisenmanagement- und Medientraining
der Führungskräfte und Pressesprecher
– Spezifisches Training für Mitarbeiter von
Pressestellen, Krisenmanagement und
Hotline
– Unternehmensspezifische Plan- und
Rollenspiele
– Realistische Fallübungen, Simulation von
Ereignissen
– Medien-Intensivtraining/Einzel-Coaching |
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Dräger Safety Star
Die Dräger Safety AG & Co. KGaA hat
einen „Dräger Safety Star“ kreiert, der an
die Unternehmen verliehen wird, die neben
der Erfüllung der Sicherheitsauflagen besondere
Maßnahmen im Rahmen einer
betrieblichen Gefahrenabwehr umsetzen
und damit ihren Gästen, Besuchern, Kunden
und Mitarbeitern ein hohes Sicherheitsniveau
bieten.
Vor dem Hintergrund der weltweit steigenden
Sicherheitsbedürfnisse erlangt
der Dräger Safety Star immer größere
Bedeutung. |
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Fazit
Es gibt existenzgefährdende Risiken, bei
denen der Bereich Unternehmenssicherheit
durch ein ganzheitliches Sicherheitsmanagement
und die Organisation, Vorbereitung
und Durchführung von Maßnahmen der betrieblichen
Gefahrenabwehr geeignete Mittel
zur Abwehr bereithält.
Die Unternehmenssicherheit ist ein wesentlicher
Produktionsfaktor geworden, der den
Unternehmenserfolg langfristig sichert und
die Attraktivität des Produktionsstandortes
erhöht. |
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Leistungsangebot der Dräger Safety
– Erstellung von Dokumenten und Überprüfung
des Systems der betrieblichen
Gefahrenabwehr
– Training des Verhaltens in Gefahrensituationen
–Training für Krisenmanagement und
Krisenkommunikation
– Umgang mit tragbaren Feuerlöschern
– Räumungs- und Evakuierungsübungen
– Ausbildung von Brandschutzhelfern,
Evakuierungshelfern und betrieblichen
Sicherheitsteams
– Arbeiten in engen Räumen für Aufsichtsführende,
Einsatzleiter und Mitarbeiter
– Arbeiten und Retten an zeitweilig hoch
gelegenen Arbeitsplätzen unter Zuhilfenahme
von Seilen
– Gefahrstoffmanagement |
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Dr. Peter Schmiedtchen
Dräger Safety AG & Co. KGaA
peter.schmiedtchen@draeger.com
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Dräger Safety AG & Co. KGaA |
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Revalstraße 1 |
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23560 Lübeck |
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Deutschland |
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Telefon:+49 (0)451/ 882-0
Fax:+49 (0)451/ 882-2080
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