Unsere Geschichte – unsere Chronologie - Unsere Geschichte – Privatkontor von Bernhard und Heinrich Draeger

Unsere Geschichte – unsere Chronologie

Lubeca-Ventil

1889: Gründung Laden- und Werkstattbetrieb

Am 1. Januar 1889 gründete der damals 42-jährige Johann Heinrich Dräger zusammen mit seinem Geschäftspartner Carl Adolf Gerling die Lübecker Firma ›Dräger & Gerling‹. Geboren als Sohn eines Uhrmachers in einem kleinen Dorf an der Elbe, gelang dem begabten und ehrgeizigen Feinmechaniker ein beispielhafter Aufstieg: Dieser begann mit kleinen Reparaturaufträgen und mündete schließlich in der Gründung des erfolgreichen Lübecker Unternehmens. Die neue Firma entstand als Vertriebsgesellschaft für Einrichtungen und Neuheiten wie Bierzapfanlagen. Die Bierzapfanlagen arbeiteten mit komprimierter Kohlensäure.

Johann Heinrich Dräger

Johann Heinrich Dräger gründete das Unternehmen

Johann Heinrich Dräger wurde am 29. Juli 1847 in Kirchwerder, südlich von Hamburg, geboren. Der gelernte Uhrmacher gründete 1889 das Unternehmen Dräger. Die Erfindung des Lubeca-Ventils, eines Druckminderers, begründete die Erfolgsgeschichte des Unternehmens. Johann Heinrich Dräger starb am 25. Mai 1917 in Lübeck.


Patent Lubeca

Das erste Patent

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war es zwar möglich, Stahlflaschen unter hohem Druck mit Gasen zu befüllen – das Gas mit geringem Druck geregelt und gefahrlos zu entnehmen war jedoch problematisch. Auch die von Dräger vertriebenen Apparate erfüllten ihre Aufgabe nur unzureichend: Das Gas – und damit das Bier – floss unkontrollierbar und ungleichmäßig, die Ventile funktionierten oft nicht richtig.

Unzufrieden mit der fremden Technik begann Johann Heinrich Dräger schließlich gemeinsam mit seinem Sohn Bernhard, der gerade eine Lehre als Mechaniker absolviert hatte, an einer Neuentwicklung zu arbeiten. Das Ergebnis: das ›Lubeca-Ventil‹. Mit diesem neuen Ventil war es nun zum ersten Mal möglich, einer Hochdruckflasche genau regulierbar Kohlensäure zu entnehmen. Gleichzeitig wog das neue Ventil nur zwei Kilogramm – die Konkurrenzprodukte brachten erheblich mehr Gewicht auf die Waage. Johann Heinrich Dräger ließ sich diese Entwicklung sofort patentieren. Mit diesem ersten Patent änderte sich der Geschäftszweck der jungen Firma. Johann Heinrich Dräger fasste einen risikoreichen Entschluss: Statt seine Entwicklung zu verkaufen, begann er, diese selbst herzustellen und zu vermarkten. Mit Erfolg – aus dem einstigen Handelshaus wurde ein erfolgreich produzierendes Unternehmen.

Dräger Niederlassung in New York

1907: Gründung der Niederlassung in New York, USA

Als der gebürtige Hamburger Walter E. Mingramm im Auftrag eines mexikanischen Unternehmens das Drägerwerk besuchte, ergriff Johann Heinrich Dräger die Gelegenheit und demonstrierte ihm sein neues Bergbaugerät. Begeistert von der neuen Technik reiste Mingramm zurück nach Mexiko – und machte dort das Geschäft seines Lebens. Beflügelt von der Idee, eine Dräger-Niederlassung in den Vereinigten Staaten zu eröffnen, kehrte er nach Lübeck zurück.

Bernhard Dräger ergriff diese Chance und begleitete ihn auf die Reise nach Amerika, um sich selbst ein Bild von der Situation vor Ort zu machen. Kurze Zeit später war es so weit: In einem Wolkenkratzer am Broadway Nr. 11 eröffneten Bernhard Dräger und Walter E. Mingramm die Firma ›Draeger Oxygen Apparatus Co.‹. 1908 zog die Niederlassung nach Pittsburgh um.

Dr. Ing. h.c. Alexander Bernhard Dräger

1912: Dr. Ing. h.c. Alexander Bernhard Dräger wurde Alleininhaber des Unternehmens

Bernhard Dräger wurde am 14. Juni 1870 in Kirchwerder geboren und trat im Frühjahr 1889 in den väterlichen Betrieb ein. 1912 wurde er Alleininhaber des Unternehmens. Er starb am 12. Januar 1928 nach schwerer Krankheit in Lübeck.

Erster Weltkrieg Produktion Atemschutzgeräte

1914–1918 Erster Weltkrieg: Produktion Atemschutzgeräte und Start der Massenproduktion von Atemschutzmasken

Heinrich Dräger, der älteste Sohn Bernhard Drägers, wurde nach dem Notabitur ins kaiserliche Heer eingezogen und diente in einem Feldartillerieregiment an der Westfront. Der junge Soldat überlebte mehrere Gasangriffe – ausgestattet mit Filtergeräten aus der Dräger-Produktion. Bereits 1915 begann Dräger im Auftrag des preußischen Kriegsministeriums mit der Entwicklung von Atemschutzausrüstungen.

Im Laufe des Kriegs wurden insgesamt 4,6 Millionen dieser Atemschutzgeräte hergestellt. Die enorme Nachfrage durch Militär und Zivilschutz bewirkte weiteres Wachstum: Die Belegschaft vergrößerte sich, neue Gebäude wurden errichtet, die Produktionsmenge stieg. Das Ende des Kriegs im Jahr 1918 bedeutete für die Produktion und so für das gesamte Unternehmen einen schweren Einschnitt.

Hyperinflation des Jahres 1923

1923 Weltwirtschaftskrise: 7 Tage geschlossen

In den Monaten der Hyperinflation des Jahres 1923 sank der Wert der deutschen Währung so schnell, dass vielerorts die Löhne täglich ausgezahlt wurden. Mit Tüten und Reisetaschen holten die Menschen die Scheine ab und drängten in die Geschäfte, um das Geld möglichst schnell gegen Waren einzutauschen. Da die Mark fast jeden Tag rapide an Wert verlor, erhöhten die Händler laufend ihre Preise. Viele von ihnen tauschten Waren und Dienstleistungen nur noch gegen Lebensmittel und Kohle oder schlossen ihre Geschäfte ganz. Es kam zu sozialen Spannungen.

Inflation und Wirtschaftskrise gingen auch an Dräger nicht spurlos vorüber: Das Werk wurde aus Reorganisationsgründen für eine Woche stillgelegt. Nach Kriegsende war der Markt für Dräger-Geräte eng geworden, teilweise musste auf die Produktion von Ersatzgütern wie Wäsche, Kleidung und Gardinen umgestellt werden.

Hinzu kam der Verlust der Auslandspatente: Viele Konkurrenten hatten in Lübeck konstruierte Geräte nachgebaut. Dieser Entwicklung versuchte Bernhard Dräger durch verstärkte Produktinnovation entgegenzuwirken. Nur langsam gelang es, auf den alten Märkten wieder Fuß zu fassen.

Dr. Heinrich Dräger

1927: Dr. Heinrich Dräger trat in das Unternehmen ein

Heinrich Dräger wurde am 2. Juli 1898 in Lübeck geboren. Nach Studium und Promotion übernahm der Agrarökonom 1928 nach dem Tod seines Vaters die Leitung des Unternehmens. Er führte die Firma bis 1984 und starb am 28. Juni 1986.

Zwangsarbeiterinnen

1939-45 Zweiter Weltkrieg: Umstellung auf Rüstungsproduktion, Volksgasmaske

Der allgemeine Wirtschaftsaufschwung seit 1933 führte für das Drägerwerk zu einer Absatzsteigerung in den zivilen Bereichen Bergbau und Medizintechnik. Doch mit der Aufrüstung, die seit Mitte der 1930er Jahre vom NS-Regime forciert wurde, stieg der Anteil der militärischen Produktion im Verhältnis zum zivilen Sektor immens.

Die Mitarbeiterzahlen stiegen, die Produktionskapazitäten wurden erweitert. Das Unternehmen profitierte ohne Frage von der Entwicklung. Auf der anderen Seite lief das Drägerwerk Gefahr, dass Überkapazitäten entstanden und dass mit dem Übergewicht an Militäraufträgen der Einfluss von Regierungsstellen zunahm. Die Aufrüstung war zudem mit einer Autarkiepolitik verbunden, die dazu führte, dass Dräger die gerade zurückerlangte Position auf dem Weltmarkt wieder verlor.

Zu den Regierungsaufträgen gehörte auch die 1937 eingeführte „Volksgasmaske“. Die Volksgasmaske war für die Zivilbevölkerung gedacht, und hatte keinen offensiven Verwendungszweck. Daher stufte Dräger sie als Zivilgerät ein und der Umsatz wurde nicht zum Militärumsatz hinzugerechnet.

Dr. Christian Dräger

1961: Dr. Christian Dräger trat in das Unternehmen ein

Christian Dräger wurde am 13. Juli 1934 in Berlin geboren. Er studierte Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte. 1961 trat er in das Unternehmen ein und übernahm 1984 den Vorstandsvorsitz von seinem Vater. 1997 übergab er dieses Amt an seinen Bruder Theo. Am 30. November 2024 ist Dr. Christian Dräger im Alter von 90 Jahren verstorben. 

Theo Dräger

1968: Theo Dräger trat in das Unternehmen ein

Theo Dräger wurde am 19. Februar 1938 in Berlin geboren. Nach dem Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften trat er 1968 in das Unternehmen ein. Von 1997 bis 2005 war er Vorstandsvorsitzender. Am 19. November 2025 ist Theo Dräger im Alter von 87 Jahren verstorben.

Börsengang Dräger

1979: Börsengang

Mit der Ausgabe von Vorzugsaktien ging die Drägerwerk AG an die Börse. Von nun an war sie gleichzeitig Familienunternehmen und Kapitalgesellschaft. Die Trennung ist dabei ganz klar gezogen: Das Grundkapital teilt sich in eine Hälfte Stammaktien und eine Hälfte Vorzugsaktien. Die Stammaktien sind im Familienbesitz und allein stimmberechtigt. Die mit einer höheren Dividende ausgestatteten Vorzugsaktien werden frei am Kapitalmarkt gehandelt. Das Wohl des Unternehmens steht an erster Stelle. Das heißt: Entscheidung und Verantwortung, nachhaltiger Erfolg wie auch Haftung bei Misserfolg liegen bei Dräger in der Unternehmensführung.

Stefan Dräger

1992: Stefan Dräger trat in das Unternehmen ein

Seit 2005 ist Stefan Dräger Vorstandsvorsitzender. 

125 Jahre Dräger

2014: 125 Jahre Dräger: Mit dem Herzen dabei

Als Johann Heinrich Dräger in der Silvesternacht zum Jahr 1889 ein Unternehmen für Bierzapfanlagen gründete, legte er den Grundstein von Dräger, wie wir es heute kennen. Das ›Lubeca-Ventil‹, der erste zuverlässige Kohlensäuredruckminderer, revolutionierte die Welt der Druckgase. Die Grundtechnik fand Einzug in die verschiedensten Fachbereiche, wo sie bisher Unmögliches möglich machte. Das Logo zum Jubiläum im Jahr 2014 besteht aus 125 Kugeln. Eine Kugel für jedes Jahr in der Unternehmensgeschichte. Dabei gleicht keine Kugel der anderen – weder in der Größe noch in der Farbe. Sie sind so einzigartig wie die Geschichte von Dräger.

Dräger Zukunftsfabrik

2016: Eröffnung der ›Zukunftsfabrik‹

Knapp zwei Jahre nach Baubeginn hat Dräger seine ›Zukunftsfabrik‹ fertiggestellt und planmäßig in Betrieb genommen. Das Unternehmen verfügt damit über einen zentralen Produktions- und Logistikstandort in Lübeck. Im Rahmen des Projekts wurden rund 30.000 Quadratmeter überbaute Fläche neu gebaut und rund 17.000 Quadratmeter Bestandsfläche überarbeitet.

Produktion Beatmungssysteme

2020: Corona-Pandemie

Die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus beschäftigt auch Dräger. Die Nachfrage nach Beatmungsgeräten und persönlicher Schutzausrüstung hat sich deutlich gesteigert. Das oberste Ziel von Dräger ist es, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und den gesellschaftlichen Versorgungsauftrag zu erfüllen.

Open Graph Sustainability

2024: Neues Vorstandsressort für Nachhaltigkeit und Qualität

Dräger hat das Thema Nachhaltigkeit bereits vor einigen Jahren strategisch verankert. Anfang 2024 wurde deutlich, dass regulatorische Anforderungen, Kundenanfragen und Erwartungen von Banken zunehmend komplexer werden. Daraus entstand die Entscheidung, Nachhaltigkeit systematisch im integrierten Managementsystem zu verankern – in einem Bereich mit bestehender prozessualer Tiefe. Auf dieser Grundlage wurde ein neues Vorstandsressort geschaffen, das Nachhaltigkeit und Qualität gemeinsam weiterentwickelt.

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Unternehmensgeschichte

Jedes Leben ist einzigartig. Aus diesem Gedanken heraus schreiben wir bei Dräger Geschichte. Eine Geschichte, deren erstes Kapitel Johann Heinrich Dräger 1889 aufgeschlagen hat.

Dräger während des Nationalsozialismus - Zwangsarbeiter 1942

Unsere Vergangenheit - unsere Verantwortung

Das Drägerwerk stellt seit Anfang des 20. Jahrhunderts Geräte für den Atemschutz her. Diese Technologien weckten im Ersten Weltkrieg das Interesse des Militärs. Auch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 erhielt Dräger weiter Aufträge von militärischen Stellen.

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