Portraitfoto der Head of Service Workplace Managerin Nicole.

Hallo, mein Name ist Nicole.

Ich bin Head of Service Workplace Management.

Studiert habe ich „Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien“ an der Uni Passau. Immer wieder werde ich gefragt, wie ich als Diplom-Kulturwirtin zu Dräger kam.

Sie erfahren in dem folgenden Interview, dass der Einstieg auch als Geisteswissenschaftler:in in der Medizintechnikbranche gelingen kann.

Nicole, während Deines Studiums hattest Du wahrscheinlich nicht direkt die Medizintechnik vor Augen für das eigene Praktikum oder den Berufseinstieg. Was muss man aus Deiner Sicht mitbringen, wenn man als Geisteswissenschaftler:in in dieser Branche arbeiten möchte?

Das Studienfach ist aus meiner Sicht nur ein Aspekt der Qualifizierung für einen Job. Gerade bei geisteswissenschaftlichen oder interdisziplinären Studiengängen sind die individuell gesetzten Schwerpunkte wichtig, z. B. das Thema der Bachelor- bzw. Master-Arbeit, Praktika oder erste Berufserfahrung.

Bei mir hat sich mein heutiger Schwerpunkt durch meinen ersten Job ergeben: Ich habe nach dem Studium mehrere Jahre bei einer Unternehmensberatung gearbeitet und wurde hauptsächlich in SAP-Projekten eingesetzt. Bei Dräger hatte ich in den letzten 15 Jahren verschiedene Projekt- und Teamleitungsrollen in oder an der Schnittstelle zur IT, u. a. mehrere Jahre in Singapur mit einem über Asien-Pazifik verteilten Team, aktuell mit einem Team in Lübeck, das Prozesse und IT Systeme für die Service-Mitarbeiter weltweit definiert und einführt. Meine Tätigkeit ist interdisziplinär und sehr international ausgerichtet, also genau das, was ich mir im Studium immer gewünscht habe.

Wichtig ist natürlich auch, dass man sich gerne und schnell in neue, auch betriebswirtschaftliche und technische Themen, einarbeitet. Das gilt nicht nur für den Berufseinstieg.

Macht es Sinn, sich bei Interesse für die Medizintechnikbranche über einen Master oder entsprechende Weiterbildungen bereits vor dem Berufseinstieg zu spezialisieren oder lernt man das alles on-the-job?

Generell lernt man vieles „on the job“. Im Bewerbungsprozess hilft es aber natürlich, wenn man nachweislich Kenntnisse oder Erfahrungen mitbringt, die für die angestrebte Tätigkeit relevant sind. Wenn ich die Wahl habe, entscheide ich mich eher für die Person, die auch schon vor der Bewerbung Interesse für die Branche oder das Fachgebiet gezeigt hat.

Welche Aufgaben fallen in Deinen Arbeitsbereich als Head of Service Workplace Management?

Die Abteilung Service Workplace Management gehört zum Bereich Global Services, also der Zentralfunktion für den Service weltweit. Aufgabe meines Teams ist es, die globalen Prozesse und IT Systeme für die Service-Mitarbeiter – z. B. Service-Techniker oder den Service-Innendienst – zu definieren, in den Tochtergesellschaften einzuführen und die Kolleg:innen dort im Tagesgeschäft bei Fragen zu unterstützen. Relevante Prozesse sind beispielsweise die Abwicklung von Service-Verträgen und -Aufträgen, die Einsatzplanung der Service-Techniker oder die Dokumentation der Gerätewartung auf Basis einer elektronischen Prüfkarte.

Welche Veränderungen gab es durch die Corona-Pandemie für die Mitarbeiter:innen bei Dräger und speziell in Bezug auf Deinen Arbeitsalltag?

Wir arbeiten in meinem Team sehr eng mit den ausländischen Tochtergesellschaften zusammen und haben schon vor der Pandemie viel über Skype und Teams kommuniziert. Wir konnten also relativ problemlos von zu Hause arbeiten und unsere IT-Infrastruktur hat das auch gut unterstützt. Es gab aber auch immer Themen, bei denen klar war, dass man sich dafür vor Ort treffen muss. Zum Beispiel wenn Prozesse und Systeme in einem Land neu eingeführt werden, man sich noch gar nicht kennt und komplexe organisatorische, prozessuale und technische Veränderungen besprochen werden müssen. In mehreren internationalen Projekten hat sich für mein Team daher die Frage gestellt, ob wir sie in einem komplett virtuellen Setup erfolgreich fortsetzen können. Bisher ist uns das gelungen, der Aufwand ist aber eher höher und teilweise müssen Aktivitäten gestreckt werden, z. B. weil ein mehrtägiger Workshop mit Kollegen in Japan aufgrund der Zeitverschiebung anders organisiert werden muss.

Die virtuelle Zusammenarbeit funktioniert besser als erwartet, wir spüren aber auch die Grenzen. Der persönliche Austausch mit den Kollegen im Land fehlt – die informellen Gespräche in der Kaffeepause oder beim gemeinsamen Abendessen nach einem langen Workshop-Tag, das Erleben der Landeskultur. In der virtuellen Zusammenarbeit fokussiert man sich stärker auf Sachthemen. Das können auch „Virtual Coffee Corners“ nicht ausgleichen, vor allem in Teams, die sich noch nicht lange kennen und die nur für die Dauer des Projekts zusammenarbeiten.

Studien zeigen, dass sinnstiftende Arbeit für Arbeitnehmer:innen immer wichtiger wird. Die Jobzufriedenheit hängt nicht mehr nur von Sicherheit und Gehalt ab, sondern besonders die Sinnhaftigkeit der Arbeit rückt in den Fokus bei jungen Arbeitnehmer:innen. Kannst Du diese Haltung bei Kolleg:innen, Deinem Team oder auch bei Dir selbst erkennen?

Bei Dräger ergibt sich die Sinnhaftigkeit der Arbeit natürlich sehr stark über die Produkte, die Leben schützen, sowohl in der Medizin- als auch in der Sicherheitstechnik. Mich motiviert das sehr, und ich weiß, dass viele Kolleg:innen bei Dräger das so erleben.

Ich habe Sinnhaftigkeit von Arbeit lange Zeit eher mit gemeinnützigen Organisationen in Verbindung gebracht, mit Tätigkeiten die sehr direkt auf gesellschaftliche Veränderungen hinarbeiten. Heute schätze ich es und finde Sinn darin, für ein Unternehmen zu arbeiten, mit dessen Produkten und Werten ich mich identifizieren kann, in dem ich gestalten und Dinge in meinem Umfeld verändern kann.

Die Unternehmenskultur spielt für mich auch eine wichtige Rolle bei der Sinnhaftigkeit von Arbeit – wie geht man miteinander um, welche Verhaltensweisen werden akzeptiert und welche nicht, woran wird Erfolg festgemacht (individuell und für das Unternehmen), deckt sich das mit meinen persönlichen Werten? Als familiengeführtes Unternehmen ist Dräger eher auf nachhaltigen Erfolg ausgelegt. Das zeigt sich auch im Umgang mit den Mitarbeiter:innen, zum Beispiel indem auf die Bedürfnisse in unterschiedlichen Lebensphasen eingegangen wird oder in den umfangreichen Weiterbildungs-, Sport- und Gesundheitsangeboten.

Vielen Dank für das Gespräch.

Wir hoffen, Ihnen hat das Interview gefallen und wir haben Sie ein wenig neugierig auf Dräger gemacht.

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Als international führendes Unternehmen der Medizin- und Sicherheitstechnik entwickeln wir zukunftsweisende Geräte und Lösungen, denen Menschen auf der ganzen Welt vertrauen. Dafür setzen sich unsere mehr als 15.000 Mitarbeiter gemeinsam ein - jeden Tag, seit mehr 130 Jahren.

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