Anästhesie umweltbewusst gestalten

4,4 % der globalen Treibhausgase kommen dem Gesundheitssektor zu.1 Und vom Gesamtausstoß der Krankenhäuser 2 % den volatilen Anästhetika.2 Das klingt erstmal nicht allzu viel. Bei 10.000 Narkosefällen im Jahr und einer durchschnittlichen Nutzung volatiler Anästhetika entspricht der jährliche CO2-Fußabdruck dieser allerdings dem von 200 durchschnittlichen Bundesbürgern.3 

Die American Society of Anesthesiologists (ASA) ruft mit der „Inhaled Anesthetic 2020 Challenge“ dazu auf, die Kohlenstoffemissionen von Anästhetika um 50 % zu reduzieren. Auch die DGAI sowie der BDA beschäftigen sich mit dem Thema. Gemeinsam haben sie ein Positionspapier mit konkreten Handlungsempfehlungen veröffentlicht.

Quellen

  1. The Lancet Countdown on Health and Climate Change Policy Brief für Deutschland.
  2. NHS Sustainable Development Unit.
  3. Schuster et. Al (2020); A&I.

Niedrigflussanästhesie sicher umsetzen

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Einer der zentralen Punkte zur Einsparung volatiler Anästhetika ist die konsequente Umsetzung von Low- oder Minimal-Flow-Anästhesien. Die Vorteile sind eindeutig und nicht nur ökologischer Natur:

  • Reduktion von Treibhausgasen
  • Reduktion von Kosten
  • Verbesserung der klinischen Ergebnisse

Informationen zum klinischen Hintergrund und der Anwendung von Niedrigflussnarkosen finden Sie auf folgender Webseite.

Lungenprotektion durch Niedrigflussanästhesie

Rückatemsysteme in der Anästhesie

Die klinische Praxis zeigt, dass die Anwendung von Low- und Minimal-Flow-Anästhesien sicher und einfach in die tägliche Routine integriert werden kann. „Die Sicherheit und technische Leistungsfähigkeit heutiger Anästhesiegeräte machen Low-Flow-, Minimal-Flow- und Metabolic-Flow-Anästhesien zu Verfahren erster Wahl.“ Das ist die Schlussfolgerung von Dr. med. Bert Mierke und PD Dr. med. Christian Hönemann, überzeugte Niedrigfluss-Befürworter und Autoren des Booklets „Low-Flow-, Minimal-Flow- und Metabolic-Flow-Anästhesien - Klinische Techniken zur Nutzung von Rückatemsystemen".

Dieses Booklet enthält weiterführende Informationen und praktische Tipps für die sichere Anwendung von Niedrigflussanästhesien.

Low- und Minimal-Flow-Broschüre: Klinische Anwendung von Rückatemsystemen
Low-Flow-, Minimal-Flow- und Metabolic-Flow-Anästhesien: Klinische Techniken zur Nutzung von Rückatemsystemen
PDF 1,61 MB

Booklet herunterladen (PDF)

Schematischer Ablauf einer Minimal-Flow-Anästhesie
Schematischer Ablauf einer Minimal-Flow-Anästhesie
PDF 1,30 MB

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Tiefer einsteigen mit unseren Symposien

Welche Aspekte gilt es zu beachten, wenn Sie Ihre Anästhesie und Ihre Abläufe im OP-Saal im Sinne des Umweltschutzes optimieren möchten? Schauen Sie sich unsere Symposien an und erfahren Sie mehr:

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Green Anaesthesia – Umweltschutz durch clevere Entscheidungen (2021)

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Nachhaltigkeit in der Anästhesiologie und Intensivmedizin: DGAI/BDA Positionspapier (2021)

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Reduktion des Verbrauchs volatiler Anästhetika – Klimaschutz im OP (2021)

Wie unterstützen wir Sie?

Als Ihr Spezialist in der Akutversorgung stehen wir Ihnen bei der Umsetzung einer umweltbewussten Anästhesie ganzheitlich zur Seite – von modernen Anästhesiegeräten zur Umsetzung sicherer Niedrigflussanästhesien über Analyse-Software zur umfänglichen Analyse des Gasverbrauchs bis hin zur Entscheidungsunterstützung in der Beschaffung von Verbrauchsmaterialien.

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Unsere Anästhesiegeräte unterstützen Sie durch fortschrittliche Technologie, z.B. durch eine dauerhaft hohe Dichtigkeit der Atemsysteme, ein intelligentes Feuchtigkeitsmanagement, ein adäquates Gas- und Ventilationsmonitoring, eine Probengasrückführung sowie durch die Unterstützung bei der effizienten Steuerung der Narkosen durch Assistenzsysteme wie SmartPilot® View .

Anästhesie-Arbeitsplätze

Green Anaesthesia I “Geschlossenes System“ mit Zeus IE

Dr. Timur Özelsel, Anästhesist und stellvertretender Leiter der Expertengruppe ökologische Nachhaltigkeit in der kanadischen Gesellschaft für Anästhesie (CAS-ES), erklärt, wie effizient er mit dem Dräger Zeus IE mittels quantitativer Anästhesie arbeiten kann. Hierbei wird in der Auto-Dosierung nur so viel volatiles Anästhetikum verbraucht, wie der Patient aufnimmt. Dies führt zu minimalen Treibhausgasemissionen durch volatile Anästhetika und zu maximalen Kosteneinsparungen.

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Gasverbrauchsanalyse

Das Dashboard Gas Consumption Analytics ermöglicht es, klinische und wirtschaftliche Erkenntnisse auf Basis des Gasverbrauches der unterstützten Dräger-Anästhesiegeräte zu gewinnen. Schaffen Sie Transparenz bezüglich des Uptakes, der Effizienz, den Kosten und den applizierten Frischgasflows: So erhalten Sie eine verlässliche Grundlage, um Maßnahmen zur konsequenten Umsetzung von Low- und Minimal-Flow Anästhesien zu definieren und damit umwelt- und patientenschonender zu arbeiten und gleichzeitig die Kosten zu senken. Erfahren Sie bspw. wie das Florence-Nightingale-Krankenhaus in Düsseldorf durch eine gezielte Reduktion des Frischgasflows die durchschnittlichen Kosten einer Narkose pro Minute um 14,29 % reduzieren konnte.

Mehr erfahren

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In vielen Fällen werden Mehrwegprodukte im Vergleich zu Einwegprodukten als weniger umweltschädlich wahrgenommen. So einfach lässt sich das aber nicht sagen. Ob Einweg- oder Mehrwegprodukte umweltschonender sind, lässt sich häufig nur durch umfangreiche Ökoeffizienzanalysen auswerten. Insbesondere im Krankenhaus kann z.B. die Aufbereitung von Medizinprodukten einen großen Einfluss auf den CO2-Fußabdruck haben. Auch Aspekte wie die Eutrophierung von Böden und Gewässern und die Verwendung seltener Materialien spielen eine wichtige Rolle bei der ganzheitlichen Betrachtung.

Um eine valide Entscheidung zu treffen, benötigt es daher valide Informationen. Hier helfen die Ökoeffizienzanalysen. Besonders bei Produkten, die in großen Stückzahlen im Krankenhaus verwendet werden, sollten die ökologischen Aspekte im Beschaffungsprozess berücksichtigt werden.

Downlaod Flyer (PDF)

Recycling und Abfallwirtschaft

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Unsere Medizintechnik benötigt hochleistungsfähige Werkstoffe und Materialien. Wir holen aus den Abfällen das Bestmögliche raus, entsorgen Nichtverwertbares und halten dabei die geltenden Bestimmungen ein. Wir unterstützen dabei die Entsorgung mit Recyclingpässen sowie Stofflisten, Skizzen und Demontage-Empfehlungen nach WEEE-Richtlinie 2012/19/EU (Waste of Electrical and Electronic Equiment).
Lesen Sie dazu auch unseren Presseartikel „Fast alles Gold, was glänzt".

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Seit 2015 gilt Atemkalk als gefährlicher Abfall und muss getrennt von den entsprechenden Behältern entsorgt werden. Diese Trennung übernimmt das Dräger-Abfallmanagement. Sie sammeln die verbrauchten Kartuschen in Recyclingtonnen und wir übernehmen das fachgerechte Handling. Denn gegenüber der Verbrennung als Krankenhausabfall, können pro Absorber etwa 600 g CO2 eingespart werden, wenn der Kalk fachgerecht entsorgt wird.

Infografik herunterladen (PDF)

Green Hospital

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Nachhaltigkeit im Krankenhaus

Krankenhäusern wird eine tragende Rolle zum Erreichen der nationalen Klimaziele zugeschrieben. Mit dem Austoß von 4,4% der globalen Treibhausgase wie CO2 liegt der Gesundheitssektor über den Emissionen von Flugverkehr und Schifffahrt.1, 2 Zusätzlich werden 300-600 Liter Wasser pro Bett/Patient in einem deutschen Krankenhaus pro Tag verbraucht.3

Leistungserbringer und Industriepartner stellen sich entsprechend die Frage, wie Krankenhäuser nachhaltiger betrieben werden können. Um das zu beantworten, ist es wichtig, die Verursacher der CO2-Emissionen im Krankenhaus zu identifizieren.

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Moislinger Allee 53–55
23558 Lübeck

0800 882 882 0

Rund um die Uhr für Sie da.

1 Health Care Without Harm in collaboration with Arup, 2019.

2 Climate Watch, the World Resources Institute, 2020.

3 Bayrisches Staatsministerium, Debatin, Klinergie 2020, Medica.