Delir: kein Durchgangssyndrom, sondern ein medizinischer Notfall
—Bis zu 80% der beatmeten Intensivpatienten und 52,2% der chirurgischen Patienten entwickeln ein Delir.1, 2 Das hat schwerwiegende Folgen für Patienten und Kliniken: erhöhte Letalität3, schlechteres Behandlungsergebnis4, verlängerter Krankenhausaufenthalt5 und dadurch erhöhte Behandlungskosten11. Präventive Maßnahmen können dabei die Delirrate signifikant senken und eine Delir-Therapie kann zur schnelleren Genesung beitragen.6-9 Trotzdem wird nur bei 27 % der Patienten auf der Intensivstation ein validiertes Delir-Screening durchgeführt.10

Gemeinsam gegen Delir
Die Bedeutung von Delir als wichtiger Faktor für das Patientenoutcome wird zunehmend anerkannt, sei es für Patienten auf der Intensivstation, in der Chirurgie oder auf allgemeinen Stationen. Während Delir mit einer höheren Morbidität und Mortalität verbunden ist, ist die gute Nachricht, dass es eine Reihe relativ unkomplizierter Maßnahmen gibt, die das Risiko eines Delirs mit all seinen Folgen und Begleitsymptomen erheblich verringern können.

Delir als wichtiger Faktor für das Patientenoutcome
Aus den verfügbaren Daten geht eindeutig hervor, dass ein Delir ein erhebliches Risiko für schlechtere Ergebnisse darstellt, und zwar für den einzelnen Patienten, das Gesundheitspersonal, die Krankenhäuser und die Gesellschaft gleichermaßen.

Infografik: Delir auf einen Blick

Whitepaper: Spotlight Delir
Prävention und Therapie
—Delir-Konzepte sind ein großes Puzzle, in dem die verschiedenen Teile bzw. Maßnahmen ineinandergreifen. Wichtig zu verstehen ist, dass die Präventionsmaßnahmen nahezu identisch sind mit der Therapie und, dass der zentrale Aspekt der Delirprävention ein konsequentes Screening ist.

Der optimale Verlauf einer Delir-Therapie
Neben den klinischen Grundlagen zu Delir erfahren Sie in unserem Whitepaper, welche präventiven und therapeutischen Maßnahmen im Behandlungsverlauf zurzeit in der Fachliteratur empfohlen werden. Zusätzlich bieten Ihnen praktische Tipps unserer Experten Anreize, wie Sie ein Delirkonzept institutionell verankern können.
Präventionsstrategien zur Vermeidung des postoperativen Delirs
Erfahren Sie, was Experten aus der Anästhesie und Intensivmedizin zum aktuellen Stand der Wissenschaft und deren praktischer Anwendung berichten. Was sind beispielsweise nicht-medikamentöse Strategien zur Delirvermeidung und -Therapie, welche Risiken birgt die Polypharmazie bzw. spezifische Medikamente oder wie sieht es bezüglich Narkoseverfahren und Anästhesietiefesteuerung aus?

Prinzipien der Prävention und Therapie
Welche präventiven und therapeutischen Delir-Maßnahmen werden zurzeit in der Fachliteratur empfohlen? Stichwörter sind hier Delir-Screening, Frühmobilisierung, die Schaffung eines gesundheitsfördernden Umfelds, Konstanz des Pflegepersonals oder auch die Einbeziehung von Angehörigen.

Best Practice in der Delir-Prävention auf der Intensivstation
Prof. Dr. Norbert Zoremba, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie am Sankt Elisabeth Hospital Gütersloh, gehalten beim DIVI 2021

„Quiet ICU“ - Ansätze zur Prävention & Therapie von Delirien I Prof. Dr. Alawi Lütz
„Quiet ICU“ - Ansätze zur Prävention & Therapie von Delirien Prof. Lütz (Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin an der Charité Berlin) behandelt in seinem Vortrag im Rahmen des Satellitensymposiums das Thema „Quiet ICU“ auf dem DAC 2022.

Perioperative strategies to prevent delirium I Prof. Dr. Mark Coburn
Das postoperative Delirium wird zunehmend als ein wichtiger Faktor für unerwünschte Ergebnisse bei Anästhesie erkannt. Sehen Sie hierzu den Vortrag "Perioperative strategies to prevent delirium" von Prof. Dr. med. Mark Coburn, Bonn, Deutschland von der Euroanaesthesia 2022.

Managing depth of anaesthesia to prevent postoperative delirium I Dr. Peitro Martorano
Durch perioperative Strategien kann das Delirrisiko gesenkt werden. Sehen Sie hierzu den Vortrag "Managing depth of anaesthesia to prevent postoperative delirium" von Dr. Peitro Martorano, Ancona, Italien von der Euroanaesthesia 2022.

Zirkadiane Intensivmedizin – Raumgestaltung zur Prävention von Delir und mehr
Prof. Dr. Alawi Lütz, Oberarzt in der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin an der Charité Berlin sowie Dozent an der Technische Universität Berlin, gehalten beim DIVI 2021
Delir clever vorbeugen mit interoperabler Medizintechnik
—Unser gemeinsamer HIMSS-Showcase 2024 mit Ascom, B. Braun und Baxter „Delirprävention auf einer interoperablen Intensivstation“ demonstriert, wie eine heilungsfördernde Patientenumgebung mit Hilfe des unabhängigen interoperablen Netzwerkstandards SDC funktioniert.

Klinische Evidenz zur Delirprävention und -therapie
—Lesen Sie die folgenden Studien, Reviews und Guidelines, um zu erfahren wie präventive und therapeutische Delir-Maßnahmen auf die Verbesserung der klinischen und wirtschaftlichen Ergebnisse einwirken.

Literaturübersicht

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Präventionskonzepte zur Vermeidung von Delir in der Klinik einführen
—Die Durchsetzung eines wirksamen Konzepts zur Delirtherapie und -prävention erfordert neben der technischen Ausstattung insbesondere die Sensibilisierung des klinischen Personals und die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fachabteilungen.

Erfahrungsbericht des Sankt Elisabeth Hospital in Gütersloh
Erfahren Sie, wie das Sankt Elisabeth Hospital in Gütersloh Schritt für Schritt ihr Delirkonzept eingeführt hat. Zentraler Aspekt war es, mit kleinen, aber wirksamen Maßnahmen zu beginnen, um eine Sensibilisierung für das Thema unter dem klinischen Personal zu entwickeln.

Ein multiprofessionelles „Delir-Kernteam“ kann die Betreuung der Patienten erleichtern und damit das Delir-Risiko senken. Neben einem Koordinator, der als Ansprechpartner für das Team und gleichzeitig als konstante Begleitperson für Patienten fungiert, sollten auch Apotheker, Physiotherapeut, Geriater, Unfallchirurg und Schmerztherapeuten dabei sein. Je nach Fall können weitere Fachdisziplinen hinzugezogen werden. Zusätzlich ist die Einbindung der Angehörigen als Teil des Teams rund um den Patienten nicht zu vernachlässigen, da diese verschiedene Aufgaben übernehmen können.
Exklusive Materialien
—Nutzen Sie unsere exklusiven Materialien, um Delirprävention und -screening bei Ihnen zu implementieren.

Aufklärung von Betroffenen
Nutzen Sie gerne unseren Flyer „Delir – Informationen für Patient:innen und Angehörige“, um Betroffene, die bei Ihnen im Haus behandelt werden, aufzuklären. Sie können den Flyer gerne in Ihrem Interesse mit eigenem Logo sowie Kontakt ergänzen.

Scoring Cards
Ein systematisches Screening auf Schmerzen, Agitation und Delir ist für ein angemessenes Delirium-Management von entscheidender Bedeutung, aber oft ist es nicht einfach, systematisch und genau nach validierten Scores vorzugehen. Unsere Scoring-Karten machen ein genaues Screening schnell und einfach möglich!

One Minute Wonder
Um Ihr klinisches Personal für Themen rund um Delir zu sensibilisieren, haben wir Informations-Blätter (One Minute Wonder) erstellt, die Sie gerne in Ihrem Haus aushängen können. Zum Start erhalten Sie nach Anmeldung die Serie zu grundsätzlichen Informationen zu Delir. In der 2. Serie geht es dann bspw. um das Thema Screening & Scoring.
Maßnahmen zu Delirprävention und -therapie
—Die Durchsetzung eines wirksamen Konzepts zur Delirprävention und -therapie erfordert neben der technischen Ausstattung insbesondere die Sensibilisierung des klinischen Personals und die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fachabteilungen. Delir-Konzepte sind dabei ein großes Puzzle, in dem die verschiedenen Teile bzw. Maßnahmen ineinandergreifen. Dabei können bereits kleine Schritte einen großen Unterschied machen.
Erfahren Sie in der folgenden Broschüre, wie wir Sie mit unseren Produkten, Beratungsleistungen und Services unterstützen, um konkrete Therapien und Maßnahmen umzusetzen.

Gesundheitsförderndes Umfeld
Reduzierung von Stress und Ängsten durch ein effektives Alarmmanagement und eine durchdachte Raum- und Arbeitsplatzgestaltung

Patientenorientierter Prozess
Planen Sie wichtige Maßnahmen im Voraus. Denn nur, was geplant wird, findet im stressigen Alltag statt.

Klinische Maßnahmen auf der Intensivstation
Eine frühzeitige Mobilisierung verbessert die Genesung und eine patientenindividuelle Beatmung reduziert Stress und beschleunigt die Entwöhnung.

Klinische Maßnahmen im OP-Saal
Eine patientenindividuelle Anästhesie reduziert das Risiko einer zu tiefen Narkose und vermindert das Delirrisiko.
Schaffung eines gesundheitsfördernden Umfelds
—Reduzierung von Stress und Ängsten durch ein effektives Alarmmanagement und eine durchdachte Raum- und Arbeitsplatzgestaltung.

Reduzierung von Lärm und Stress durch ein effektives Alarmmanagement
An einem Bett einer Intensivstation können täglich bis zu 350 Alarme auftreten, von denen bis zu 95 % klinisch irrelevant sind.23 Zusätzlich zeigen Studien, dass der von der WHO empfohlene Wert des Schallpegels (35 dB) auf Intensivstationen in 50 % der Fälle mit Lärmpegeln von 52–59 dB deutlich und anhaltend überschritten wird.24 Diese hohe Geräuschbelastung wirkt sich nachweislich negativ auf die Behandlungsergebnisse aus und verstärkt den Stress bei den Patienten.25, 26 Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Alarmeinstellungen zu optimieren und bieten Ihnen die Technik, um die verbliebenen Alarme zur richtigen Zeit an die richtigen Personen zu leiten.
Patientenorientierter Prozess zur Delir-Therapie
—Planen Sie Maßnahmen für Ihre Patienten mit oder auch ohne Delir mit unserem vollintegrierten PDMS – Dräger Integrated Care Manager (ICM) – im Voraus. Denn nur was geplant wird, findet im stressigen Alltag auch statt.

Digitale Planung und Dokumentation Ihrer Maßnahmen und Therapien
ICM führt alle relevanten Patienteninformationen und medizinischen Daten zusammen und bietet somit dem ärztlichen und pflegerischen Personal einen umfassenden Überblick. ICM zeichnet sich durch eine gemeinsame Datenbasis für die zentralen akutmedizinischen Bereiche des Krankenhauses aus (OP, Intensivstation, Intermediate Care und Neonatologie), sodass alle Informationen stationsübergreifend zur Verfügung stehen. Die stationsspezifischen Oberflächen erlauben eine einfache und intuitive Bedienung.
Klinische Maßnahmen zur Delir-Therapie auf der Intensivstation
—Eine frühzeitige Mobilisierung verbessert die Genesung und eine patientenindividuelle Beatmung reduziert Stress und beschleunigt die Entwöhnung.

Frühmobilisierung von Patienten
Untersuchungen haben gezeigt, dass Bettruhe schädliche Auswirkungen auf Muskeln und Organe haben kann. Dies wiederum ist mit einer Reihe von negativen Folgen verbunden, wie der Beeinträchtigung der neuropsychologischen Funktionen und einer eingeschränkten Bewegungsfähigkeit. Die Unterbrechung der Sedierung und die Durchführung einer Physio- und Ergotherapie – bereits in den ersten Tagen einer kritischen Erkrankung – können zu besseren Ergebnissen für den Patienten führen: bessere Funktionsfähigkeit, Vermeidung von Delir und mehr beatmungsfreie Tage.
Perioperative Delirprophylaxe
—Eine patientenindividuelle Anästhesie reduziert das Risiko einer zu tiefen Narkose und vermindert das Delirrisiko.

Patientenindividuelle Anästhesie
Für die Allgemeinanästhesie konnte in Studien gezeigt werden, dass die Anästhesietiefe einen deutlichen Einfluss auf die Entstehung des Delirs hatte. Somit scheint die sorgfältige Überwachung bzw. Steuerung der Narkosetiefe sinnvoll, um eine zu tiefe Narkose und ein damit verbundenes Delirrisiko zu vermeiden.27-30 Sehen Sie hierzu gerne den Vortrag "Managing depth of anaesthesia to prevent postoperative delirium" von Dr. Peitro Paolo Martorano, Ancona, Italien (auf Englisch) von der Euroanaesthesia 2022.
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Quellen
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