PC-BIPAP vs. PC-AC Pressure Control - Biphasic Positive Airway Pressure vs. Pressure Control - Assist Control
PC-BIPAP
– Anzahl an mandatorischen Hüben ist vorgegeben, diese sind in- und exspiratorisch synchronisiert
– freie Durchatembarkeit PC-AC (BIPAP ASSIST)
– maschinen- oder patientengetriggert, maschinelle Hübe sind inspiratorisch synchronisiert
– Spontanatmung jederzeit möglich
– Back-up Frequenz
VC-MMV + AutoFlow Volume Control - Mandatory Minute Volume + AutoFlow
– volumenkontrollierte Beatmung zur Sicherung eines mandatorischen Minutenvolumens
– bei zunehmender Spontanatmung des Patienten, die zu jeder Zeit möglich ist, erfolgt eine automatische und graduelle Reduzierung der
maschinellen Beatmungshübe
– ermöglicht ein automatisches Entwöhnen durch Reduktion von maschineller Atemfrequenz und
– notwendigem Beatmungsdruck
ATC Automatische Tubuskompensation
– stellt sicher, dass der eingestellte Atemwegsdruck auch in der Trachea erreicht wird
– wird auf der Grundlage eines mathematischen Tubusmodells, des eingestellten Tubustyps und des Tubusinnendurchmessers berechnet und angezeigt (Trachealdruck)
– kann in jedem Beatmungsmodus zugeschaltet werden
SPN-PPS Spontaneous – Proportional Pressure Support (Proportionale Druckunterstützung)
—– appliziert eine patientengetriggerte Druckunterstützung proportional zu den Einatembemühungen des Patienten
– der Grad der Unterstützung ist getrennt nach restriktiv und obstruktiv bedingter Atemarbeit einstellbar
SmartCare®
—– ist ein automatisiertes klinisches Protokoll
– reduziert die Druckunterstützung auf Basis der gemittelten Messwerte der Spontanatemfrequenz, des Atemzugvolumens und des endtidalen CO2 bis das niedrigstmögliche Niveau erreicht wird
– kann die Gesamtbeatmungsdauer um bis zu 33 % und die Verweildauer auf der Intensivstation um bis zu 20 % verkürzen1)
1Lellouche, F. et al.; A Multicenter Randomized Trial of Computer-driven Protocolized Weaning from Mechanical Ventilation. Am J Respir Crit Care Med Vol 174. pp 894 -900, 2006 – Die Ergebnisse basieren auf einer randomisierten Studie in mehreren europäischen Kliniken mit 144 Patienten, die vor ihrem ersten Weaning eine stabile ventilatorische Situation, einen stabilen hämodynamischen und neurologischen Status und kein ARDS aufwiesen.
SmartCare®/PS ist ein automatisiertes klinisches Protokoll, das konzipiert wurde, um die Spontanatmung des Patienten in einer „Komfortzone“ zu stabilisieren und die Beatmungsunterstützung automatisch zu reduzieren. Die Patienten sollten zur Entwöhnung bereit, d.h. hämodynamisch stabil sein und eine angemessene Oxygenierung und Spontanatmung aufweisen. SmartCare/PS versucht, den Patienten innerhalb der „normalen Ventilation“ zu halten und bringt ihn im Falle einer gegenteiligen Diagnose wieder auf den „richtigen Weg“. Der Beatmungsstatus des Patienten wird in acht verschiedene Diagnosen klassifiziert und es werden definierte Maßnahmen ergriffen, um den Patienten in einen Bereich der „normalen Ventilation“ auch genannt die „Zone des respiratorischen Komforts“ zurückzubringen. Die drei zentralen Kriterien sind Spontanatemfrequenz fspn, Tidalvolumen VT, und endtidales CO2 etCO2 [Messwerte des Beatmungsgerätes]. Dieses Protokoll ist während aller Phasen einer SmartCare/PS-Sitzung aktiv. Darüber hinaus wird in einer als „Anpassen“ bezeichneten Phase das Niveau der Druckunterstützung schrittweise reduziert, während kontinuierlich überprüft wird, ob der Patient das neue Niveau verträgt. Wenn dies der Fall ist, wird die Druckunterstützung weiter vermindert, wenn nicht, wird sie wieder auf ein für den Patienten angemessenes Niveau erhöht. Im Optimalfall erfolgt eine schrittweise Reduzierung der Druckunterstützung auf direktem Wege, bis das niedrigste Niveau erreicht ist.

Diagnoseschema auf Grund der zentralen Kriterien

Funktionsprinzip – einzelne Phasen während SmartCare®
Voraussetzungen
—Wichtig ist, den „richtigen“ Patienten auszuwählen. SmartCare/PS eignet sich insbesondere für die Patienten mit primär restriktivem Problem und erwarteter längerer Entwöhnungszeit. SmartCare/PS kann nie den Therapeuten ersetzen. Der Vorteil von SmartCare/PS besteht darin, dass es kontinuierlich am Patienten verfügbar ist und
viel häufiger Einstellungsveränderungen vornehmen kann als dies manuell möglich wäre. Um die Entwöhnung mit SmartCare/PS zu starten, muss der Patient hämodynamisch stabil sein, mit SPNCPAP/PS beatmet werden (optional mit ATC) und ein PEEP von ≤ 20 mbar eingestellt sein.
Schnelleinstieg
—
1. Patient
a) Körpergröße des Patienten einstellen; daraus ergibt sich das ideale Körpergewicht (IBW) und die untere Grenze für das Atemzugvolumen (Vt)
b) Maximal zulässigen PEEP Wert und inspiratorische Sauerstoffkonzentration für den Beginn des Spontanatemversuches einstellen.
SmartCare/PS kann mit jeder PEEP Einstellung zwischen 0 und 20 mbar und jeder eingestellten FiO2 Konzentration gestartet werden. Der Spontanatemversuch beginnt jedoch erst, wenn der Zielunterstützungsdruck (∆Psupp Ziel, siehe 2.) erreicht ist und die vom Anwender eingestellten Werte für PEEP und FiO2 erreicht oder unterschritten sind

2. Atemwegszugang
Auf Basis dieser Einstellungen definiert sich der Zielunterstützungsdruck, bei welchem der Spontanatemversuch beginnt (vorausgesetzt PEEP und FiO2 sind ebenfalls unter den eingestellten Werten).
Die folgende Tabelle zeigt die Abhängigkeiten der entsprechenden Einstellungen:
Atemwegszugang, Art der Anfeuchtung | ΔPsupp Ziel | IBW |
Patient tracheostomiert, aktive/keine Anfeuchtung | 5 mbar | ≥ 36 kg, ATC aus |
Patient endotracheal intubiert, aktive/keine Anfeuchtung | 7 mbar | ≥ 36 kg, ATC aus |
Patient tracheostomiert, HME-Filter | 9 mbar | ≥ 36 kg, ATC aus |
Patient endotracheal intubiert, HME-Filter | 10 mbar | ≥ 36 kg, ATC aus |
Patient aktiv befeuchtet | 0 mbar | ≥ 36 kg, ATC ein |
Patient an HME-Filter | 5 mbar | ≥ 36 kg, ATC ein |
Möchte der Therapeut andere Zielwerte für die Druckunterstützung als die, die sich aus der Tabelle ergeben, kann durch Eingabe „falscher“ Angaben (z.B. tracheotomiert statt intubiert) ein anderer Zielwert für die Druckunterstützung generiert werden.

3. Anamnese
Auswahl von COPD und neurologischer Störung zur automatischen Anpassung der Obergrenze für etCO2 und Atemfrequenz (AF).
Die Einstellung COPD “ja“ bewirkt, dass SmartCare/PS etCO2 Werte kleiner/gleich 64mmHg noch als normal akzeptiert. Dies kann auch bei Patienten mit permissiver Hyperkapnie hilfreich sein. Die Einstellung neurologische Störung „ja“ bewirkt, dass SmartCare/PS Atemfrequenzen bis zu 34/min als normal akzeptiert. Dies kann bei Patienten mit gesteigertem Atemantrieb hilfreich sein.
Tipps und Tricks
—– Alarmgrenzen grundsätzlich ober- und unterhalb der Schwellwerte (siehe Gebrauchsanweisung) von SmartCare/PS einstellen.
– Ein Apnoealarm führt zum unerwünschten Abbruch der SmartCare/PS Session. Daher sollten mögliche Diskonnektionen kürzer als die eingestellte Apnoezeit sein.
– Eine funktionierende CO2 Messung ist Voraussetzung für SmartCare/PS (CO2 Küvette so positionieren, dass sich Feuchtigkeit oder Sekret sich hier nicht ansammeln können, z.B. zwischen Y-Stück und HME-Filter oder senkrecht nach oben).
– SmartCare/PS bezogene Ansicht mit spezifischen Informationen konfigurieren (SmartCare/PS Werte, Status und Trends).
– Bei einem Absaugmanöver benutzen Sie die Funktion O2/Absaugung. Dadurch pausiert SmartCare/PS und gibt dem Patienten ein Erholungszeitfenster.
– SmartCare/PS ist geeignet für erwachsene und pädiatrische Patienten
Weitere Informationen: www.draeger.com/smartcare
P0.1 – Okklusionsdruckmessung
—– Messung des Okklusionsdrucks zu Beginn der Inspiration
– ist ein Maß für den neuromuskulären Atemantrieb 1
Bei einem P0.1-Manöver hält das Beatmungsgerät das Inspirationsventil nach erfolgter Exspiration kurzzeitig geschlossen und misst den Atemwegsdruck, der während 100 ms durch die Inspirationsanstrengung erzeugt wird [Abb. 1]. Innerhalb von 100 ms wird der Druck nicht durch physiologische Kompensationsreaktionen, z.B. reflektorischen Atemstillstand oder Verstärkung des Antriebs, beeinflusst. Dieser Druck ist auch grundsätzlich unabhängig von der jeweiligen Muskelkraft des Zwerchfells. Daher ist der negative Munddruck P0.1 nach 0,1 Sekunden ein Maß für den neuromuskulären Atemantrieb1).
Das Beatmungsgerät zeigt den Wert der gemessenen Druckdifferenz [Abb. 2] an. Bei lungengesunden Menschen unter ruhiger Atmung liegt der P0.1-Wert bei etwa 3 bis 4 mbar (3 bis 4 cm H2O). Ein hoher P0.1-Wert ist Ausdruck eines hohen Atemantriebs, der nur begrenzte Zeit aufrechterhalten werden kann. P0.1-Werte über 6 mbar (6 cm H2O), z. B. bei einem COPDPatienten, zeigen die drohende Erschöpfung an („Respiratory Muscle Fatigue“). Wie in Abbildung 1 dargestellt, beginnt die Zeitbedingung 100 ms, wenn im Zuge der Inspirationsanstrengung ein Unterdruck von –0,5 mbar (–0,5 cm H2O) unter PEEP/CPAP gemessen wird. Der zweite Druckwert wird nach Ablauf der 100 ms bestimmt. Gleichzeitig wird das Inspirationsventil geöffnet. Der Patient kann wieder normal atmen. Der Wert der Druckdifferenz „P2 – P1“ definiert den Okklusionsdruck P0.1
Normalwert 1):
P0.1 = 1 bis 4 mbar
P0.1 > 6 mbar Indikator für eine drohende respiratorische
Erschöpfung, hohe Wahrscheinlichkeit für ein Weaning-Versagen.
1) Oczenski W (ed). Atmen-Atemhilfen. 8. Auflage 2008
Tobin MJ (ed). Principles and Practice of Mechanical Ventilation. Second Edition. McGraw-Hill, New York,
2006, Sasson CSH, et al. Airway Occlusion Pressure : An important Indicator for successful weaning in
patients with Chronic obstructive pulmonary disease. AM Respir Dis. 1987;135:107-113

Abb. 1 Funktionsprinzip der P0.1-Messung

Abb. 2 Bildschirmaufbau während einer P0.1 Messung.
Leckagekompensation
—– bei volumen- und druckkontrollierter Beatmung werden Leckagen kompensiert
– inspiratorische Flowtrigger-Schwelle und das Abbruchkriterium für Pressure Support werden automatisch angepasst
– mit Leckagekompensation werden alle Volumen- und Flowmesswerte leckagekompensiert angezeigt
Das Beatmungsgerät ermittelt die Differenz zwischen dem inspiratorisch dosierten Flow und dem exspiratorisch gemessenen Flow. Diese Differenz ist Maß für die Größe der Leckage und wird als LeckageMinutenvolumen MVleck und relatives % Leck (MVleck zu MV) angezeigt. Die Berechnung der Leckagekorrektur berücksichtigt die Drücke im Beatmungsschlauchsystem. Der inspiratorische Volumenverlust ist prozentual höher als der exspiratorische Verlust, da während der Inspiration der Druck höher ist. Das Leckage-Minuten-Volumen MVleck berücksichtigt auch inspiratorische Leckagen. Bei volumenkontrollierter Beatmung liefert das Beatmungsgerät zusätzliches Volumen, um die Leckage zu kompensieren. Das Gerät kompensiert Volumenverluste bis zu 100 % des eingestellten Atemzugvolumens VT. Volumen- und Flowmesswerte werden leckagekompensiert angezeigt. Eine Ausnahme stellt das exspiratorisch gemessene Minutenvolumen sowie die als inspiratorisch oder exspiratorisch gekennzeichneten Messwerte wie VTi und VTe dar. Die inspiratorische Flowtrigger-Schwelle und das Abbruchkriterium werden auf den leckagekorrigierten Flow angewandt, wodurch beide Einstellungen hinsichtlich der Leckage kontinuierlich optimiert werden.
Vt | - Atemzugvolumen, leckagekorrigiert |
VTi | - Inspiratorisches Atemzugvolumen, nicht leckagekorrigiert |
VTe | - Exspiratorisches Atemzugvolumen, nicht leckagekorrigiert |
MV | - Minutenvolumen |
MVi | - inspiratorisches Minutenvolumen, nicht leckagekorrrigiert |
MVe | - Exspiratorisches Minutenvolumen, gesamt, nicht leckagekorrigiert |
MVleck | - Leckage-Minutenvolumen (bezieht sich auf den Mitteldruck Pmittel) |

Abb. 1 Bildschirmbeispiel eines VC-AC großen Lecks ohne Leckagekompensation

Abb. 2 Bildschirmbeispiel eines VC-AC großen Lecks mit Leckagekompensation
NIV - Nicht-invasive Ventilation
—– in allen Beatmungsmodi
– mit umfassendem Monitoring
– mit Alarmanpassung
– mit automatischer Leckagekompensation
Bei der Beatmung von Erwachsenen oder Kindern kann die nicht-invasive Beatmung helfen, eine Intubation zu vermeiden.1) In anderen Fällen ergänzt sie den Prozess der Entwöhnung intubierter Patienten. Die zusätzliche Verfügbarkeit der Maskenbeatmung in der Entwöhnungsphase hilft, Arbeitsabläufe zu verbessern und kann das Risiko einer Intubation potenziell reduzieren.1) Während der nicht-invasiven Beatmung können nicht relevante Alarme, die während der invasiven Beatmung notwendig sind, unterdrückt werden. Infolgedessen können auch nicht notwendige Alarmeinstellungen deaktiviert werden. (z. B. MV tief, Vti hoch und Apnoeüberwachung). Bei der nicht-invasiven Beatmung wird die Leckagekompensation zu einem wichtigen Merkmal. Mit aktivierter Leckagekompensation erhält
der Patient immer das festgelegte Volumen Vt (d. h., beim Tidalvolumen werden Leckagen berücksichtigt). Flowtrigger und die Abbruchkriterien werden entsprechend den Leckagen kontinuierlich angepasst. Außerdem wird für den Fall, dass Leckagen auftreten, der festgelegte Druck beibehalten.
Wenn die Maske abgenommen wurde, erkennt die Anti-Air-ShowerFunktion (verfügbar bei Evita XL und Evita Infinity V500) diese Unterbrechung und reduziert den vom Gerät abgegebenen Gasfluss auf ein Mindestmaß. Dadurch wird das Risiko einer möglichen Kontamination des Pflegepersonals und der Raumluft minimiert.
1) Ferrer M; Am J Respir Crit Care Med Vol 168. pp 1438–1444, 2003

Beispiel Einstellfenster SPN-CPAP/PS bei aktivierter NIV

Bildschirmbeispiel PC-AC bei aktivierter NIV
Variable PS Variable Pressure Support (Noisy ventilation /Variable Druckunterstützung)
—– ist eine automatische Variation der Druckunterstützung PS in SPN-CPAP/PS
– ändert den Unterstützungsdruck nach dem Zufallsprinzip innerhalb eines vorgegebenen Variationsbereiches
– unterstützt die physiologische Varianz der Spontanatmung
Die „Variable Druckunterstützung“ erzeugt nach dem Zufallsprinzip Variationen der Druckunterstützung. So wird eine Veränderung des Atemzugvolumens unabhängig von den Spontanatembemühungen des Patienten erreicht, da atemzugsweise unterschiedlich hohe Druckunterstützungsniveaus appliziert werden. Das Grundprinzip für druckunterstützte Spontanatmung bleibt vollständig erhalten und wird nicht modifiziert. Es wird zunächst eine Druckunterstützung ΔPsupp eingestellt. Die Höhe der Variation erfolgt in Prozent der eingestellten Druckunterstützung PS und kann von 0 % bis 100 % reguliert werden. So ergibt sich z. B. bei einer eingestellten Druckunterstützung von 10 mbar und einer Varianz von 50 % eine minimale Druckunterstützung von 5 mbar und eine maximale Druckunterstützung von 15 mbar. Aufgrund der Variation der Druckunterstützung entstehen bei jedem Atemzug unterschiedliche Beatmungsdrücke und damit Atemzugsvolumina. Der maximale Unterstützungsdruck, der durch die Variation erreicht werden kann, wird durch die Einstellung des maximalen Atemwegsdrucks Pmax begrenzt. Die untere Grenze für die Variation ist durch das eingestellte CPAP-Niveau vorgegeben. Die Höhe des Beatmungsdruckes ist unabhängig von der Atemanstrengung des Patienten.
Die Variation der Druckunterstützung durch Variable PS kann unabhängig von der Atemanstrengung des Patienten zu einer höheren Variabilität
des Atemzugvolumens VT im Verhältnis zu konventioneller druckunterstützter Beatmung führen. Weiterhin kann Variable PS eine verbesserte
Oxygenierung und eine Umverteilung des pulmonalen Blutflusses zum
Ergebnis haben.1)
1) M. Gama de Abreu et al Noisy pressure support ventilation: A pilot study on a new assisted ventilation mode
in experimental lung injury. Crit Care Med 2008 Vol. 36, No.3

Bildschirm bei SPN-CPAP/PS mit Variabler Druckunterstützung

Einstellfenster für die Variable Druckunterstützung
PEEPi intrinsic PEEP (intrinsischer PEEP / AutoPEEP)
—– ist der tatsächliche endexspiratorische Druck in der Lunge
– addiert sich zu dem am Ventilator eingestellten PEEP dazu
Verschiedene Ursachen können dazu führen, dass nicht das gesamte eingeatmete Volumen wieder ausgeatmet werden kann. Das unphysiologisch in der Lunge verbliebene Volumen führt zu einem intrinsischen PEEP. Zu kurze Exspirationszeiten, Obstruktionen oder langsame Lungenkompartimente können mögliche Ursachen dafür sein.
Das Messmanöver misst die Menge des in der Lunge verbliebenen Volumens (Vtrap). Die Intrinsic PEEP-Messung läuft in zwei Messphasen ab. Für die Dauer der Messphase 1 hält das Beatmungsgerät das Inspirationsventil und das Exspirationsventil geschlossen. So kann weder Inspirationsgas in das Beatmungssystem fließen noch Gas aus dem Beatmungssystem entweichen. Im Verlauf dieser Messphase findet ein Druckausgleich zwischen der Lunge und dem Beatmungssystem statt. Das Beatmungsgerät misst diesen Druckverlauf. Atemaktivitäten des Patienten während des Manövers können die Messwerte verfälschen.
Die Messphase 1 wird beendet:
– wenn der Druckverlauf keine Änderungen mehr zeigt. Der Anfangswert entspricht PEEP, der Wert am Ende der Messphase ist der intrinsische PEEP.
Nach Ablauf der Messphase 1 öffnet das Beatmungsgerät das Exspirationsventil und misst in der Messphase 2 den Exspirationsflow, der durch
den intrinsischen PEEP generiert wird. Die Lunge wird dabei auf PEEP
entlastet.
Die Messphase 2 wird beendet:
– wenn der Exspirationsflow auf 0 zurückgegangen ist. Der gemessene Flow entspricht dem durch Intrinsic PEEP in der Lunge gefangenen Volumen Vtrap.
Effektiver PEEP (PEEPtotal) = PEEP (PEEP eingestellt) + intrinsic PEEP

Funktionsprinzip der intrinsischen PEEP-Messung

Bildschirmbeispiel der intrinischen PEEP-Messung
Low-Flow-Manöver
—– kann einen quasistatischen PV-Loop in- und exspiratorisch
aufzeichnen
– kann Hinweise für die PEEP und Pinsp-Einstellung geben
Durch langsames Füllen der Lunge mit einem geringen, konstanten Flow (in der Regel 4-10 l/min1)) werden nur die elastischen Eigenschaften des PV-Loops ermittelt. Dieses quasi statische Verfahren zeigt eine gute Korrelation mit der statischen Super-Syringe Methode, solange der Flow gering ist. Der Loop kann nur inspiratorisch oder in- und exspiratorisch aufgezeichnet werden. Zwei Cursor können über den PV-Loop bewegt werden, um auf dem inspiratorischen Schenkel den unteren Inflektionspunkt (LIP) oder oberen Inflektionspunkt (UIP) und auf dem exspiratorischen Schenkel den kritischen Verschlussdruck (CCP) oder den maximalen Kurvationspunkt (PMC) zu bestimmen. Außerdem kann damit die statische Compliance berechnet werden. Der Anwender kann den Gasfluss, den maximal applizierten Druck und das maximal applizierte Volumen für das Manöver vorgeben. Ebenfalls kann vom Anwender ein Startdruck, der normalerweise deutlich unter dem eingestellten PEEP liegen sollten, eingestellt werden. Valide Daten werden nur bei nicht vorhandener Spontanatmung des Patienten erreicht.
1) Blanc Q, Sab JM, Philit F, Langevin B, Thouret JM, Noel P, Robert D, Guérin C. Inspiratory pressure-volume curves obtained using automated low constant flow inflation and automated occlusion methods in ARDS patients with a new device. Intensive Care Med. 2002 Jul;28(7):990-4. Epub 2002 Jun 12.

Informationen aus dem Low-Flow-Manöver

Beispielbildschirm Auswertemenü nach erfolgter Low-Flow-Messung
Beatmung in der Intensivmedizin für Erwachsene
—Volumenkontrollierte Beatmungsmodi
Frühere Nomenklatur | IPPV/ CMV | IPPVassist/ CMVassist | SIMV | MMV |
Neue Nomenklatur | VC-CMV |
VC-AC | VC-SIMV |
VC-MMV |
Druckkontrollierte Beatmungsmodi
Frühere Nomenklatur |
| BIPAPassist/ PCV+assist | BIPAP/ PCV+ | APRV | ||
Neue Nomenklatur | PC-CMV |
PC-AC | PC-SIMV |
PC-BIPAP | PC-APRV | PC-PSV |
Unterstützte Spontanatemmodi
Frühere Nomenklatur | CPAP/ASB/ CPAP/PS | PPS | |
Neue Nomenklatur | SPN-PAP/PS |
SPN-CPAP/VS | SPN-PPS |
Unterstützte Spontanatemmodi
Frühere Nomenklatur | Man. Spont. | |
Neue Nomenklatur | Pressure Support - CPAP | Man./Spon |
Beatmung in der Intensivmedizin für Neonaten
—Druckkontrollierte Beatmungsmodi
Frühere Nomenklatur | IPPV | SIPPV | SIMV | PSV | CPAP-HF | ||
Neue Nomenklatur | PC-CMV | PC-AC | PC-SIMV | PC-APRV | PC-PSV | PC-HFO | PC-MMV |
Unterstützte Spontanatemmodi
Frühere Nomenklatur | CPAP | |||
Neue Nomenklatur | SPN-CPAP/PS | SPN-CPAP/VS | SPN-PPS | SPN-CPAP |
Beatmung in der Anästhesie
—Volumenkontrollierte Beatmungsmodi
Frühere Nomenklatur | IPPV | SIMV |
Neue Nomenklatur | Volume Control - CMV | Volume Control - SIMV |
Druckkontrollierte Beatmungsmodi
Frühere Nomenklatur | PCV | |
Neue Nomenklatur | Pressure Control - CMV | Pressure Control - BIPAP |
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