Bei der Beschreibung der Beatmungsmodi liegt der Fokus auf der Intensivbeatmung für Erwachsene, pädiatrische Patienten und Neonaten.
Wichtiger Hinweis: Diese Inhaltsseite ersetzt keine Gebrauchsanweisung. Vor dem Gebrauch eines Beatmungsgerätes sollte immer die zugehörige Gebrauchsanweisung gelesen und verstanden werden.
Therapiestadien
—Im Laufe der Beatmungstherapie durchläuft ein Patient verschiedene Stadien, die durch unterschiedliche Unterstützungsbedürfnisse gekennzeichnet sind. Zu Beginn sind die Patienten häufig tief sediert. Der Atemantrieb geht verloren und sie sind auf kontrollierte Beatmung angewiesen. Wird die Sedierung im weiteren Verlauf verringert ist möglicherweise der Atemantrieb eingeschränkt wenn auch instabil vorhanden. Es ist jedoch möglich, dass der Atemantrieb zu geschwächt ist, um die vollständige Atemarbeit allein bewältigen zu können. Eine Mischventilation ist notwendig, bei der Spontanatmung möglich ist, jedoch die Atemarbeit zwischen Patient und Maschine geteilt wird. Hat der Patient einen eigenen, stabilen Atemantrieb, ist aber nach wie vor geschwächt, benötigt er leichte Unterstützung bei der Atemarbeit. Mit unterstützter Spontanbeatmung wird der Patient bei der Atmung entlastet.

Hat sich der Patient soweit erholt, dass sowohl der Atemantrieb vollständig wiedererlangt als auch die Atemmuskulatur gekräftigt ist, kann er eigenständig spontan atmen. Die Symbole, die unterschiedlich ausgefüllten Kreise, stehen für den jeweiligen Therapiestatus des Patienten. Diese Symbole finden sich bei jeder Modusbeschreibung wieder und geben eine Hilfestellung zu welchem Therapiestadium der beschriebene Modus verwendet werden kann.
Volumenkontrollierte Ventilation (Volume Control-Ventilation)
—In der reinen volumenkontrollierten Beatmung wird das eingestellte Tidalvolumen vom Beatmungsgerät mit konstantem Flow geliefert. Der Inspirationsdruck ist die resultierende Größe und variiert aufgrund sich verändernder Lungenmechanik. Der vom Gerät kontrollierte und auf einem Zielwert gehaltene Wert ist das Tidalvolumen VT. Das Tidalvolumen sowie die Anzahl der mandatorischen Hübe pro Minute f können eingestellt werden. Daraus ergibt sich das Minutenvolumen MV. Durch den Flow, den konstanten Inspirationsfluss, wird eingestellt, wie schnell das Atemzugvolumen VT appliziert wird. Ein Atemzug kann in inspiratorische und exspiratorische Phase unterteilt werden. Die Dauer der inspiratorischen Phase wird durch die Inspirationszeit Ti bestimmt. Ist der Inspirationsflow so hoch, dass das eingestellte Atemzugvolumen schon vor Ablauf der eingestellten Inspirationszeit Ti erreicht wird, ergibt sich eine inspiratorische Pause. Da bei einer Änderung der Lungeneigenschaften und damit der Resistance R und Compliance C die Drücke in der Lunge bei volumenkontrollierter Beatmung variieren können, ist es wichtig zur Druckbegrenzung, die Alarmgrenze Phoch, patientenorientiert einzustellen. Um eine freie Durchatembarkeit während des gesamten Atemzyklus, und damit einen größeren Patientenkomfort zu erreichen kann bei volumenkontrollierter Ventilation AutoFlow aktiviert werden. Volumenkontrollierte Beatmungsmodi sind nicht in der Patientenkategorie Neonaten verfügbar.

Druckkontrollierte Ventilation (Pressure Control-Ventilation)
—In der reinen druckkontrollierten Beatmung werden zwei Druckniveaus konstant gehalten: das untere Druckniveau PEEP und das obere Druckniveau Pinsp. Das Volumen und der dezelerierende Flow sind die daraus resultierenden Größen und können aufgrund sich verändernder Lungenmechanik variieren (siehe Abbildung).
Der vom Gerät kontrollierte und auf einem Zielwert gehaltene Wert ist der Druck Pinsp. Der Druck PEEP, Pinsp sowie die Anzahl der mandatorischen Hübe pro Minute f können eingestellt werden. Die Differenz zwischen den beiden Druckniveaus PEEP und Pinsp, der Atemantrieb des Patienten, sowie die Lungenmechanik bestimmen das gelieferte Atemzugvolumen VT. Das Minutenvolumen MV kann variieren. Mit Hilfe des Einstellers Rampe kann der Druckanstieg auf das obere Druckniveau patientenorientiert eingestellt werden. In der neonatalen Beatmung wird zur Bestimmung dieses Druckanstiegs häufig der Einsteller Flow benutzt. Beide Einsteller legen fest, wie lange der Druckanstieg vom unteren zum oberen Druckniveau dauert.
Ein Atemzug kann in inspiratorische und exspiratorische Phase unterteilt werden. Die Dauer der inspiratorischen Phase wird durch die Inspirationszeit Ti bestimmt. In der druckkontrollierten Beatmung wird für die Dauer Ti das obere Druckniveau Pinsp aufrechterhalten. Der Zeitpunkt des nächsten mandatorischen Beatmungshubes ergibt sich aus der Anzahl der mandatorischen Beatmungshübe pro Minute f und der Inspirationszeit Ti. Diese Zeitsteuerung wird nicht in PC-PSV eingesetzt.
Variiert während der Beatmungstherapie die Lungenmechanik des Patienten und damit die Resistance R und Compliance C hat dies ausschließlich Einfluss auf das applizierte Tidalvolumen. Die Drücke bleiben konstant. Auch im Falle von Leckagen werden die Drücke aufrechterhalten.

Unterstützte Spontanatmung (SPN-Ventilation)
—In den spontanen Beatmungsmodi übernimmt der Patient einen großen Anteil der Atemarbeit. Das Druckniveau CPAP auf dem spontan geatmet wird kann eingestellt werden. In allen spontanen Beatmungsmodi können die spontanen Hübe maschinell unterstützt werden. Um der jeweiligen Lungenmechanik gerecht zu werden, kann die Geschwindigkeit des Druckanstiegs bei PS (Pressure Support) und VS (Volume Support) mit dem Einsteller Rampe oder Flow (in der Neonatalbeatmung) festgelegt werden. Beide Einsteller, Rampe und Flow, legen also fest, wie lange der Druckanstieg vom unteren zum oberen Druckniveau dauert. Beim Einsteller Rampe wird die Zeit in Sekunden eingestellt, beim Einsteller Flow der Gasfluss in Liter pro Minute. Diese Einstellungen haben unmittelbare Auswirkungen auf das gelieferte Tidalvolumen VT.

Spezifische Beatmungsmodi in der Neonatologie
—Da sich die Beatmungstherapie für Neonaten von der für Erwachsene teilweise unterscheidet, sind spezielle Modi für Neonaten verfügbar. Folgende Modi sind insbesondere bei Neonaten anwendbar:
Neonatal spezifische Beatmungsmodi
SPN-CPAP (nur in nicht invasiver Beatmung, NIV)
PC-HFO
PC-MM
Erweiterte Beatmungseinstellungen
—Downloads zur CPAP-Beatmung
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Beatmungsmodi in der Intensivmedizin
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