Beatmung pädiatrischer Patienten während der Anästhesie - Neugeborenenversorgung während einer Anästhesie - Hinweise zu Risiken und Gefahren

Beatmung pädiatrischer Patienten während der Anästhesie

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Zusammenfassung

Der pädiatrische Patient kann für den Anästhesisten eine besondere Herausforderung darstellen. Die meisten kritischen Vorfälle und viele perioperative Herzstillstände in der Kinderanästhesie stehen in Zusammenhang mit dem respiratorischen System. Es gilt die Regel: Neugeborene haben ein noch höheres Risiko für anästhesiebedingte kritische Zwischenfälle als ältere Kinder. Lesen Sie weiter und erfahren Sie, was bei der Beatmung dieser speziellen Patientengruppewährend der Operation beachtet werden sollte.

Lungenprotektive Beatmung von pädiatrischen Patienten während der Allgemeinanästhesie

Wie verhält sich der Widerstand der Lunge eines Babys im Vergleich zu der eines Erwachsenen? Inwiefern beeinflusst eine Transfusion von adultem Hämoglobin den Sauerstoffpartialdruck? Wie groß ist der Totraum des Anästhesiegerätes und wie wirkt sich das auf die Beatmung aus? Selbst wenn Sie denken, dass Sie die Antworten auf die meisten dieser Fragen kennen, gibt es stets Raum für Verbesserungen, wenn Sie ein Kind während einer Allgemeinanästhesie betreuen. Bis heute ist die Sterblichkeit von Kindern höher als die von Erwachsenen: Die anästhesiebedingte Sterblichkeit von Kindern wird derzeit auf 1:30.000 gegenüber 1:250.000 bei Erwachsenen geschätzt. Es besteht also eindeutig die Notwendigkeit, die Überlebensrate zu verbessern und die Morbidität von pädiatrisch-chirurgischer Patienten zu senken.

Beatmung pädiatrischer Patienten: Was ist zu beachten?

Eine große randomisierte kontrollierte Stude (APRICOT-Studie) hat kürzlich ergeben, dass 5,2 % aller pädiatrischen chirurgischen Patienten unter schweren anästhesiebedingten Komplikationen leiden - der Anteil der respiratorischen Komplikationen ist dabei erheblich. Es ist daher besonders wichtig, die diversen Faktoren wie kurze Sauerstoffentsättigungszeiten (Apnoe-Toleranz), hoher Atemwegswiderstand, vorbestehende (angeborene) Erkrankungen und weiteres zu berücksichtigen. Es ist weiter darauf zu achten, dass die Beatmungsparameter, wie Tidalvolumen, Inspirationsdruck und PEEP möglicherweise ebenfalls angepasst werden müssen.

Stolperfallen während der Beatmung vermeiden


Tubusdislokation

Es kann vorkommen, dass der Tubus zu tief in den Atemwegen platziert wird. Die Atemwege von Kleinkindern sind vor der Bifurkation nur ca. 2 cm lang, daher ist das Risiko groß, dass nur der rechte oder nur der linke Lungenflügel ventiliert wird. In seltenen Fällen wird ein Tubus zu hoch platziert und kann so leicht herausrutschen. Die korrekte Tubuslage ist zu überprüfen (durch Röntgen), insbesondere bei Langzeitintubationen.

Sauerstoffsättigung

Die Sauerstoffsättigung sollte aufgrund des Risikos eines Rechts-Links-Shunts bei Neugeborenen mit persistierendem Ductus arteriosus prä- und postduktal gemessen werden.

Totraum

Der Totraum distal vom Y-Stück sollte so weit wie möglich reduziert werden. Bei kleinen Kindern wird empfohlen den Filter anästhesiegerätenah und nicht patientennah zu platzieren. Die Erfordernis von weiteren Komponenten, wie bspw. Tubusverlängerungen sollte kritisch hinterfragt werden.

Patientengewicht

Über 25 kg Körpergewicht wird der Totraum als weniger relevant angesehen. Unterhalb von 25 kg wird er als besonders relevant angesehen. Jeder Mensch hat einen anatomischen Totraum von 2-3 ml pro kg Körpergewicht. Ein 30 kg schweres Kind hat somit einen Totraum von ca. 60 ml. Abhängig vom Zubehörsetup distal des Y-Stück kann schnell die gleiche Menge an zusätzlichem Totraum entstehen, mit dem Risiko einer Hyperkapnie oder eines unzureichenden Tidalvolumes bzw. Atemwegsdrucks.

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Quellen

1 Kneyber MC, Intraoperative mechanical ventilation for the paediatric patient, Best Pract Res Clin Anaesthesiol. 2015 Sep;29(3):371-9