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Energiewende im Heizungskeller

Aus Öl wurde Gas, aus Gas wird erneuerbare Energie: Aufgrund des Klimawandels und der Weltpolitik müssen Wärmekonzepte für Wohnungen und Häuser künftig anders gedacht und CO₂-neutral erzeugt werden.


Text: Olaf Krohn     Fotos: Patrick Ohligschläger     Veröffentlichung: Mai 2022

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Leicht und digital: Mit dem Abgasmessgerät sind Service- und Wartungsarbeiten im Handumdrehen erledigt. Aufgrund seiner innovativen und intuitiven Bedienung sowie seinen vielfältigen Funktionen im Bereich der Abgasanalyse, ist das Dräger FG7500 ein zuverlässiger Partner. 

Normalerweise lernt man den Heizungskeller anderer Leute nicht so schnell kennen, wenn man sie besucht. Bei Samantha Haas ist das anders. Als sie an diesem Vormittag an der Haustür der Familie Lürssen in Norderstedt (Schleswig-Holstein), nördlich von Hamburg, klingelt, trägt die junge Frau eine schwarze Arbeitshose, Sicherheitsschuhe, in der Linken eine offene Kiste mit Werkzeugen und rechts einen handlichen Koffer. Auch diese Visite führt Haas schnurstracks treppab: in einen Heizungskeller der angenehmeren Art. Keine drangvolle Enge, kein Schmutz auf dem Boden, keine Spinnweben in Augenhöhe. „So ist das leider nicht überall“, sagt sie. Die Anlagenmechanikerin für Sanitär, Heizung und Klimatechnik stellt Kiste und Koffer ab und startet ihr Tablet. Der Monitor bildet die Therme ab, einschließlich der technischen Daten. „Eine moderne Gasbrennwertheizung – diese hier kenne ich schon aus dem vergangenen Jahr“, sagt sie, während sie die weiße Verkleidung entfernt. Gasbrennwertheizungen arbeiten wesentlich effizienter als konventionelle Gasthermen, denn sie pusten die Abwärme nicht durch den Schornstein in die Atmosphäre; stattdessen nutzen sie die Energie, um die einströmende Luft zu erwärmen. Jetzt beginnt die Wartung. Samantha Haas spült die Gastherme von innen mit Wasser, ohne sich dabei die Hände sonderlich dreckig zu machen. „Die Wartung von Ölheizungen ist da deutlich anders, Gasthermen sind im Vergleich eine saubere Sache“, sagt die 26-Jährige.

Auch Deutschland muss anders heizen, wenn es die Wärmewende will

Knapp die Hälfte der rund 16 Millionen Eigenheime hierzulande wird heute mit Gas beheizt; dazu kommt noch ein Viertel mit Öl. Deren Zahl sinkt stark. Allein fünf Millionen alte Ölheizungen warten in Deutschlands Kellern auf ihren fachgerechten Austausch. Ab 2024, so plant es die neue Bundesregierung, sollen hierzulande nur noch neue Heizungen installiert werden dürfen, die ihren Energiebedarf zu mindestens 65 Prozent aus erneuerbaren Quellen decken.

Heizungskeller als zentrale Schauplätzen der Energiewende.

 

Nicht nur daraus lässt sich schließen, dass Heizungskeller mehr denn je zu zentralen Schauplätzen der Energiewende werden. Samantha Haas gefällt es, an dieser gigantischen Aufgabe mitwirken zu können – nicht nur individuell, sondern auch als Leistungsträgerin eines der größten Handwerksbetriebe für Heizungsbau in Deutschland: Thermondo und seine 600 Mitarbeitenden haben bundesweit schon über 28.000 alte Heizungen gegen neue ausgetauscht, obwohl die Firma erst 2013 als Startup in Erscheinung trat. „Wärme ist der größte Hebel, um Wohnen klimaneutral zu machen“, sagt Thermondo-Gründer Philipp Pausder. „Als einer der Marktführer stehen wir für diese Aufgabe bereit und wollen mit unseren Kollegen aus der ganzen Branche bis 2045 jedes Zuhause klimaneutral machen.“

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Wer Heizungen als Anlagenmechaniker(in) wartet, muss gegenwärtig viel dazulernen, denn moderne Wärmepumpen werden künftig viele Öl- und Gasthermen ablösen. 

Heizung und Wärmepumpen zur Miete

Das geht mit Öl- und Gasbrennern nicht, jedenfalls solange sie konventionell betrieben werden. Wärmepumpen hingegen benötigen keinen kohlenstoffbasierten Energieträger, sondern arbeiten nach dem Prinzip eines umgekehrten Kühlschranks mit Strom – der nach dem Kohle- und Atomausstieg verstärkt regenerativ erzeugt wird. Thermondo möchte mehr Hausbesitzer zum Umsteigen animieren und plant, ab Juni 2022 auch Wärmepumpen zu installieren. Dabei zielt das Unternehmen mit Firmensitz in Berlin auch auf potenzielle Kunden ab, die sich die meist fünfstellige Investition in einen Heizungsaustausch nicht leisten können – oder wollen. Als erster Anbieter in Deutschland bietet man seit 2016 auch Heizungen zur Miete an, samt Rundum-sorglos-Paket. „Durch Contracting machen wir Wärmepumpen für fast jeden Geldbeutel erschwinglich“, sagt Pausder.


Im Heizungskeller der Lürssens in Norderstedt hat Samantha Haas in der Zwischenzeit alle Komponenten der Gasbrennwertheizung akribisch gereinigt und sie damit für ein weiteres Jahr effizienten Betriebs ertüchtigt. Jetzt schraubt sie die Verkleidung wieder fest. Alles, was sie wissen muss, ist in ihrem Tablet hinterlegt. Technische Daten der Anlage, letzte Wartung und das dazugehörige Protokoll. Sie kann nachlesen, dass Hausherr Lürssen vor einigen Jahren seine Ölheizung gegen eine effizientere Gasbrennwertheizung austauschen ließ. Ob Disposition, Auftragshistorie oder Inbetriebnahme-Prozess: Alles ist digitalisiert.

CO₂-neutrale Wärmepumpe

Russlands Invasion in der Ukraine und die rasant gestiegenen Öl- und Gaspreise haben viele Gewissheiten in Sachen Heizung ins Wanken gebracht. „Das hat vielen Menschen klargemacht, dass wir schneller weg müssen vom Erdgas“, sagt Haas. Und die drastisch gestiegene Nachfrage nach Wärmepumpen und Solarthermie dürfte die Migration hin zu klimafreundlicher Technik weiter beschleunigen. Dabei muss es nicht unbedingt ein neues Gerät sein, auch der Energieträger lässt sich theoretisch wechseln. „Das Gasbrennwertgerät bei den Lürssens ließe sich problemlos durch eine CO₂-neutrale Wärmepumpe ersetzen“, erklärt Haas.

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Alles, was man wissen muss, ist im Tablet hinterlegt: Technische Daten der Anlage, letzte Wartung und das dazugehörige Protokoll.

Abgassmesstechnik von Dräger

Zur Abrundung der Wartung im Norderstedter Reihenhaus kommt jetzt Dräger-Technik ins Spiel. Dem kleinen schwarzen Koffer entnimmt Samantha Haas ein handliches Gerät und drückt es gegen das Heizungsgehäuse. Zwei solide Magnete auf der Rückseite fixieren das 550 Gramm leichte Abgasmessgerät FG 7500. Die Technikerin verbindet es mit Ringspaltadapter und Abgassonde und führt Letztere in das Abgasrohr ein. Als Ringspalt bezeichnet man in einem doppelwandigen Abgasrohr oder Kamin den Zwischenraum von Innenrohr und Außenwand. Mit ihm wird eine Gastherme zur effizienteren Gasbrennwertheizung. „Durch das Innenrohr strömen die heißen Abgase nach oben, die dabei die entgegenkommende Frischluft, die zur Heizung fließt, erhitzen“, erklärt Haas. Dank dieses Verfahrens arbeitet die Anlage unabhängig von der Raumluft im Heizungskeller. Am Ende der Messung zeigt das Farbdisplay alle relevanten Messwerte an; per Bluetooth und Dräger-App werden sie an das Tablet der Handwerkerin übertragen und in das Kundenkonto eingepflegt. Hausherr Lürssen bekommt die Ergebnisse noch per Infrarotdrucker schwarz auf weiß: 20 ppm Kohlenmonoxid (CO) hat das FG 7500 im Abgasstrom gemessen, das ist im grünen Bereich. Auch die anderen Parameter sind unauffällig. Samantha Haas arbeitet erst seit ein paar Wochen mit dem FG 7500 von Dräger MSI. „Die Einhandbedienung, das übersichtliche Display und das neue Bedienkonzept haben mich schnell überzeugt.“ Vier Jahre Garantie übernimmt Dräger für das Abgasmessgerät, aber Erfahrungen mit Vorgängermodellen zeigen, dass Handwerksbetriebe oft bis zu acht Jahre damit arbeiten. Nach einer Stunde hat die Handwerkerin ihren Wartungsauftrag in Norderstedt erledigt. Sie erläutert Gerhard Lürssen, was sie in seinem Heizungskeller gemacht hat, packt ihre sieben Sachen in den schwarzen Transporter und lässt sich von ihrem Tablet den nächsten Wartungstermin anzeigen: Hamburg-Altona.

Dräger FG7500

Dräger FG7500

​Mit dem Abgasmessgerät sind Service- und Wartungsarbeiten im Handumdrehen erledigt. Aufgrund seiner innovativen und intuitiven Bedienung sowie seinen vielfältigen Funktionen im Bereich der Abgasanalyse, ist das Dräger FG7500 ein zuverlässiger und konsequenter Partner. Sein schlankes und leichtes Gehäuse sorgt zudem für ein besonders angenehmes ...

Produktdetails

Made in Germany

Nicht alles, wo Dräger draufsteht, stammt aus Lübeck. Hagen ist in der Welt von Dräger ein kleiner Standort, den man leicht übersehen kann. „Tatsächlich beschäftigt Dräger MSI hier im östlichen Ruhrgebiet gerade einmal 50 Mitarbeiter“, sagt Geschäftsführer Bernd Korthaus. „Dank unserer schlanken Strukturen sind wir sehr agil.“ Dräger MSI fertigt jährlich eine fünfstellige Zahl an Geräten für das Stammhaus, überwiegend Prototypen und Kleinserien. „Aber unser Kerngeschäft sind die Geräte zur Abgas-, Druck- und Dichtheitsmessung“, so Korthaus. Handwerksbetriebe aus den Bereichen Sanitär, Heizung und Klima benötigen sie für ihre tägliche Arbeit, um Schadstoffgrenzwerte zu überprüfen. Das Abgasmessgerät FG 7500 zählt zu den Bestsellern von Dräger MSI. Der Farb-Touchscreen lässt sich intuitiv bedienen. Ein Stecksystem mit Bajonettverschluss sorgt für leichtes Handling und einen schnellen Austausch der Abgassonden. Außerdem wird das FG 7500 mit einer dazugehörigen App zum „Büro-to-go“. Per Bluetooth können die Daten vom Messgerät auf Smartphone oder Tablet übertragen und die Messprotokolle per PDF verschickt werden. „Alle unsere Messgeräte wurden in Hagen entwickelt und gebaut und werden hier auch gewartet – sozusagen Made in Germany von A bis Z“, betont Bernd Korthaus. Indes wird die Zukunft am Dräger MSI-Standort bereits mitgedacht: „Es wird immer weniger Ölheizungen geben, diese Transformation hat bei uns schon begonnen: weg von den Abgasen, hin zum Spezialisten für Klimamesstechnik in Handwerk und Industrie. Da haben wir klare Wachstumsziele.“

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Dräger MSI

Wir arbeiten für die Sicherheit im Bereich der Messtechnik für Abgasmessung, Druck- und Dichtheitsmessung. Unsere Überzeugung lautet daher: Beste Sicherheit muss immer auch extrem einfach sein.  

Bild von drei Personen aus unterschiedlichen Berufsfeldern.

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