Sicherheitskonzepte für die Energien der Zukunft
—Wind und Wetter spielen im Leben von Oliver Bornholdt eine besondere Rolle. Er wuchs an der Küste auf. Dort nutzte er den Wind, um am Strand Drachen steigen zu lassen, das Meer und die Wellen für Wassersport. Als Global Business Development Manager für CleanTech weiß er heute um das Potenzial der Naturkräfte im Bereich der sauberen Energien. Über deren Zukunft spricht er unermüdlich mit seinen Kunden und Geschäftspartnern und macht ihnen die Chancen und die Risiken deutlich. Sein Ziel: Den Einsatz erneuerbarer Energien so sicher wie möglich zu machen.
Erneuerbare Energien: Ein weltweites Thema
—Der Themenbereich der erneuerbaren Energien und der damit verbundenen Technologien (CleanTech) ist vielfältig und hochdynamisch. Es kann zum Beispiel sein, dass es noch keine standardisierten Leitlinien für das Design geplanter Großanlagen im Bereich Wasserstoffelektrolyse oder Batterietechnologie gibt. Trotzdem lassen sich dafür meist Lösungen finden, sagt Bornholdt. Sein Ansatz: Immer den Dialog suchen, viel Erfahrung einbringen und die Sicherheitsinfrastruktur stets ganzheitlich betrachten.
Der Physiker und Betriebswirt arbeitet als Global Business Development Manager. Der Titel ist wörtlich zu verstehen, denn Oliver Bornholdt ist weltweit aktiv: „Es gibt auf dem Globus so gut wie keine Regionen, in denen das Thema erneuerbare Energien derzeit keine Rolle spielt.“ Und die letzten weißen Flecken schließen sich schnell, denn es kommen ständig neue Länder mit neuen Strategien für CleanTech dazu.
Die Rolle Asiens ist dabei längst so groß, dass Dräger dort eine starke Präsenz aufgebaut hat. In Indien zählt das 64-köpfige Team mit seiner Zentrale in Mumbai Großkonzerne aus der Stahl- und Energieindustrie zu seinen Kunden, die global tätig sind. Weltweit sind es zurzeit insgesamt mehr als 1.500 Projekte entlang der kompletten Wertschöpfungsketten, bei denen Dräger seine Expertise in Sachen CleanTech einbringt.
„Wir spüren immer wieder die Dankbarkeit der Kunden: Sie schätzen die Beratung durch unser Team in den einzelnen Ländern als unglaublich wertvoll ein.“
CleanTech: Was bedeutet das?
—Doch was versteht man eigentlich unter CleanTech? Klar, Erzeugung und Logistik von grünem Wasserstoff und seinen Derivaten gehören ebenso dazu wie Bau und Betrieb von Windkraftanlagen sowie die dynamisch wachsende Batterieindustrie. Wer die aktuelle Berichterstattung verfolgt, kennt auch die Einführung grüner Stahlerzeugung als CleanTech-Kapitel.
Für Bornholdt zeichnet sich das Thema aber nicht so sehr durch einzelne Anwendungen, sondern durch Vielfalt und schnelle Veränderung aus: CleanTech sieht er als Transformationsprozess über einzelne Sektoren hinweg. „Beim Thema grüner Wasserstoff läuft auch abseits seiner Herstellung unglaublich viel an, in Bereichen von der Schifffahrt bis zur Kommunaltechnik“. Vom Zukunftspotenzial des umweltfreundlichen Energieträgers und seiner Derivate ist Bornholdt als Experte überzeugt: „Wenn wir uns umschauen, welche erneuerbaren Energieträger außer Grünstrom zur Verfügung stehen, dann kommen wir auf grünen Wasserstoff und daraus gewonnene Stoffe wie grünes Methanol und grünen Ammoniak“.

Die Betreiber suchen die Expertise und das Know-how von Experten, die das Marktsegment mit seinen Risiken und Herausforderungen kennen.
Ob Großelektrolyseur oder Werkstatt für Brennstoffzellenfahrzeuge: Die Kunden brauchen für die entsprechenden Anwendungen Sicherheitskonzepte, Gasmesstechnik sowie andere Lösungen und Dienstleistungen aus dem Dräger-Angebot. Vor allem aber suchen die Betreiber die Expertise und das Know-how von Experten, die das Marktsegment mit seinen Risiken und Herausforderungen kennen. „Wir spüren immer wieder die Dankbarkeit der Kunden: Sie schätzen die Beratung durch unser Team in den einzelnen Ländern als unglaublich wertvoll ein“, so Bornholdt. Seine eigene Aufgabe dabei ist das sogenannte „Sales Enablement“, also die Etablierung des Kontaktes zu potenziellen Kunden. Umgesetzt werden die Projekte vom jeweiligen Vertrieb. Einen Schwerpunkt machen dabei die stationäre Gasmesstechnik und der anschließende Service durch die Kollegen weltweit vor Ort aus.
Für Dräger entwickelt Bornholdt gemeinsam mit Kollegen aus dem Team „Safety & Emergency Management“ Sicherheitskonzepte speziell für Unternehmen der Wasserstoff- und Energiewirtschaft. Ganz persönlich freut es ihn, wenn er einen Lösungsweg für eine Herausforderung aufzeigen kann. „Wenn der Kunde nach dem Gespräch mit einem Lächeln weggeht, dann war es für uns beide richtig gut angelegte Zeit“, sagt er. Auch Versicherungen und Behörden sehen Dräger zunehmend als wichtigen Berater bei dem Thema.
Energieindustrie im Wandel
—Der CleanTech-Markt ist immer in Bewegung. Dräger entwickelt deshalb Produkte und Lösungen kontinuierlich weiter. Zum Beispiel wird das Fire-and-Gas-Mapping im Rahmen von Sicherheitskonzepten die Anwendung von Ultraschallsensoren und Flammendetektoren stärken. Denn diese bieten besonders gute Möglichkeiten der Leckdetektion in wasserstoffführenden Anlagen. Solche neuen Anwendungen begeistern Oliver Bornholdt „Ich bin ein sehr neugieriger Mensch, deshalb habe ich auch Physik studiert.“
Für seine Arbeit braucht er aber auch Durchhaltevermögen. Denn der Wandel ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf. Und er betrifft eben nicht nur die Leuchtturmprojekte der Energieindustrie wie neue Prozesse in Raffinerien, sondern er wirkt sich auf zahlreiche Sektoren aus. Dazu gehört auch die Infrastruktur vom Großspeicher über Tankcontainer bis zur Pipeline. „Da geht es um die sichere Logistik der Derivate von grünem Wasserstoff, insbesondere grünes Methanol und grüner Ammoniak“, greift Bornholdt noch einmal die Relevanz dieser Energieträger auf. Auch hier sind Sicherheitskonzepte, Mess- und Schutzausrüstung gefragt.
Die großen Flotten kommunaler Nutzfahrzeuge werden durch die Umstellung auf emissionsfreie Antriebe ebenfalls ein Riesenthema in den kommenden Jahren, ist sich Bornholdt sicher: Im Gegensatz zu PKWs werden hier nicht nur batterieelektrische Lösungen verfolgt, sondern die mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle als Energiewandler spielt eine wichtige Rolle. Das bedeutet den Aufbau und Betrieb entsprechender Infrastrukturen für die Versorgung und den Service der Müllautos, Busse und Lastwagen.

„Wir tragen dazu bei, die Transformation für alle Beteiligten sicher zu gestalten“, sagt Oliver Bornholdt, Global Business Development Manager.
Gesellschaftliches Schlüsselthema
—Von CleanTech als Schlüsselthema für die Zukunft der Gesellschaft ist Oliver Bornholdt zutiefst überzeugt: „Wir tragen dazu bei, die Transformation für alle Beteiligten sicher zu gestalten“, sagt er. „Das Thema erneuerbare Energie inspiriert. Das macht mir bereits Freude, wenn ich morgens aufstehe.“
Durchaus kritisch sieht Bornholdt, wie lange seine eigene Generation den Klimawandel und die daraus entstehende Notwendigkeit zur Veränderung der Energiewirtschaft nicht ernst genug genommen hat. „Darum ist das, was wir heute tun, so wichtig – das werden unsere Kinder und Enkelkinder spüren.“
Text: Peter Thomas Fotos: Dräger Veröffentlichung: März 2024
Weitere Themen

Wasserstoff in der Industrie
Wasserstoff (H2) ist eine der wichtigsten Quellen für saubere Energie. Auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft wächst die Zahl der Anlagen, um Wasserstoff herzustellen, zu verteilen, zu speichern oder zu nutzen. Aber der Umgang mit Wasserstoff in der Industrie birgt auch Gefahren.

Geht's auch grüner?
Seit Gründung verfolgt Dräger das Ziel, verantwortungsvoll mit Menschen und Ressourcen umzugehen. Dräger entwickelt dazu eine Vielzahl neuer Ideen und Initiativen. Doch was bedeutet es konkret, mit knappen Ressourcen verantwortungsbewusst umzugehen?

Weitere spannende Geschichten, exklusiv recherchiert
Sie interessieren sich für neuartige Entwicklungen, faszinierende Technik und Beispiele aus der Praxis? Die Dräger Storys kombinieren spannende Themen aus dem Unternehmen und der Welt, mit Wissenswertem aus der Medizin- und Sicherheitstechnik.
Kontakt mit Dräger aufnehmen
—
