Ammoniak – ein flüssiger Energieträger mit besonderen Gefahren
—Ammoniak ist eine wichtige Grundchemikalie, die in vielen Bereichen Verwendung findet. Etwa 80 % der weltweit produzierten Ammoniakmenge wird in Düngemitteln gebunden. Die verbleibenden 20 % dienen als Basis für weitere Stickstoffverbindungen, Kühlung und andere Anwendungen, z. B. aufgrund seiner Eigenschaften als möglicher Energieträger.
Die Herstellung, Lagerung und der Transport von Ammoniak erfordert jedoch Vorsicht und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen, um mögliche Gefahren beim Austritt von Ammoniak zu minimieren. Erprobte Verfahren zum Umgang mit Ammoniak gewährleisten eine effektive und sichere Verwendung.
In Bezug auf die Energiewende und die Wasserstoffwirtschaft wird Ammoniak wegen seiner spezifischen Eigenschaften als möglicher Wasserstoffträger diskutiert. Es ist ein potenziell CO2-neutraler Kraftstoff und kann auch in der Schifffahrtsindustrie oder für eine Rückverstromung eingesetzt werden.
Whitepapers
—Unsere White Papers über drei der wichtigsten CleanTech-Energieträger geben Ihnen einen schnellen Überblick über die wichtigsten Sicherheitsherausforderungen und die entsprechenden Lösungen.

Wasserstoff – Sicherheit für den Energieträger der Zukunft

Ammoniak – ein flüssiger Energieträger mit besonderen Gefahren

Methanol in der Wasserstoffwirtschaft – Energieträger mit herausfordernden Gefährdungen
Vergleich der Eigenschaften von Ammoniak und Wasserstoff
—Welche Unterschiede gibt es bei den Eigenschaften von Ammoniak und Wasserstoff? Zum Beispiel ist flüssiger Ammoniak aufgrund des niedrigen Siedepunktes einfacher zu transportieren. Im Vergleich zum extrem entzündbaren Wasserstoff sind die Zündtemperatur und benötigte Zündenergie von Ammoniak deutlich höher, was den Umgang mit Ammoniak weniger gefährlich macht. Zudem kann aufgrund der höheren Dichte mehr Ammoniak in demselben Tankvolumen transportiert werden als Wasserstoff.
In der folgenden Tabelle finden Sie weitere Unterschiede dieser beiden Stoffe:
Wasserstoff | Ammoniak | |
Schmelzpunkt | -259,2 °C | -77,7 °C |
Siedepunkt | -253 °C | -33,4 °C |
Dichte bei 20 °C, wenn nicht anders angegeben | 0,0899 (0 °C) kg/m3 | 0,7714 (0 °C) kg/m3 |
Energiedichte | 8,52 GJ/m3 | 11,4 GJ/m3 |
Zündenergie | 0,016 mJ | 14 mJ |
Untere Explosionsgrenze | 4 Vol.-% | 14 Vol.-% |
Obere Explosionsgrenze | 77 Vol.-% | 32,5 Vol.-% |

NH3 – die Substanz Ammoniak in der Industrie
Die Eckdaten zu Ammoniak und Sicherheit finden Sie in unserem Substanzfinder VOICE: Chemische Eigenschaften und Grenzwerte von Ammoniak sowie Empfehlungen für Messgeräte und Schutzausrüstung.
Ammoniak: Gefahren in Herstellung, Umgang und Transport
—Herausforderungen im sicheren Umgang mit Ammoniak
Ammoniak ist ein giftiges und brennbares Gas, das bei unsachgemäßer Handhabung ernsthafte gesundheitliche Gefahren mit sich bringen kann. Es kann zu Hautreizungen, Augenschäden und Atemwegsproblemen kommen und bei hoher Konzentration sogar zu einer Erstickungsgefahr führen. Daher sollten bei der Verwendung von Ammoniak immer geeignete Schutzausrüstungen genutzt und Sicherheitsrichtlinien befolgt werden, um die Gesundheit zu schützen.

Ammoniak ist giftig
Sind Sie Ammoniakdämpfen ausgesetzt, können Reizungen und Schäden an Augen, Nase, Rachen und Lungen entstehen. Bei höheren Konzentrationen kann Ammoniak sogar tödlich sein. Um die vor Vergiftung zu schützen, müssen geeignete Maßnahmen getroffen werden, wie z.B. Absauganlagen, Belüftungssysteme und Gasdetektoren. Der Geruch von Ammoniak ist jedoch auch in geringen Konzentrationen für den Menschen unangenehm stechend und kann daher wahrgenommen werden.

Ammoniak ist ätzend
Ammoniak wirkt ätzend, da es seiner Umgebung Wasser entzieht und dadurch eine Alkalität an den betreffenden Berührungspunkten erzeugt. Dies kann zu Haut- und Augenreizungen, Verätzungen und Schäden an den Atemwegen führen.

Ammoniak ist brennbar
Ammoniak ist ein brennbares Gas und kann bei Konzentrationen oberhalb der unteren Explosionsgrenze von 14 Vol.-% entzündet werden. Die Selbstentzündung tritt bei 630°C auf.

Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) von Ammoniak
Der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) ist die maximale Konzentration von Ammoniak in der Luft am Arbeitsplatz, bei der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer keiner gesundheitsschädlichen Belastung ausgesetzt sind. In Deutschland liegt der AGW für Ammoniak bei 20 ppm bzw. 14 mg/m3. Die Verwendung von Schutzausrüstung, die Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien und die Bereitstellung von geeigneten Belüftungs- und Absauganlagen minimieren die Exposition.

Erfrierungen durch Ammoniak
Flüssiges Ammoniak wird häufig in einem kalten oder kryogenen Zustand gelagert. Daher können beim Umgang mit Ammoniak undichte Stellen oder kalte Oberflächen zu Erfrierungen oder Kälteverbrennungen führen. Bei der Auswahl der Schutzausrüstung muss daher besonders auf die Widerstandsfähigkeit von Materialien wie Schutzkleidung geachtet werden.

Wasserlöslichkeit
Ammoniak ist in Abhängigkeit von Temperatur und Partialdruck gut wasserlöslich. Ammoniakwasser stellt eine langfristige Gefahr für Wasserorganismen und ihre Umwelt dar. Daher muss das Auslaufen oder Verschütten von Ammoniak unter allen Umständen vermieden werden, insbesondere beim Seetransport.

Ausbreitungsverhalten von Ammoniak
Ammoniak ist leichter als Luft und steigt normalerweise nach oben. Bei der Verwendung als Kältemittel neigt kryogenes NH3 jedoch dazu, beim Entweichen zu sinken. Feuchte Bedingungen können auch zur Bildung von Ammoniakdampf führen, der schwerer als Luft ist. Der optimale Standort von Gaswarngeräten muss von Fall zu Fall entschieden werden.
Anwendungsbereiche für Ammoniak
—Ammoniak messen: Sicherheit durch Erkennen, Überwachen und Schützen
—Produkte für die kontinuierliche Ammoniak-Detektion: Stationäre Detektoren und Gaswarnsysteme
Für die sichere Herstellung, Lagerung und den Transport von Ammoniak müssen verschiedene Detektionstechnologien eingesetzt werden, um ein effizientes Schutzniveau als umfassende Sicherheitslösung aufzubauen. Gaswarnsysteme mit geeigneten Ammoniaksensoren geben bei gefährlichen Lecks oder Vergiftungsrisiken sofortige Warnungen aus.

Dräger Polytron® 7000

Dräger PEX 3000

Dräger Polytron® 8900 UGLD
Produkte für die schnelle Ammoniak-Detektion: Mobile Gaswarngeräte
Lecksuche und persönliche Luftüberwachung bei Herstellung, Lagerung und Transport von Ammoniak sind die Hauptanwendungen für tragbare Gasdetektoren. Darüber hinaus muss vor Wartungsarbeiten eine Freimessung mit mobilen Erfassungs- und Überwachungsgeräten mit Ammoniaksensoren durchgeführt werden.
Produkte zum Schutz vor Ammoniak-Exposition: Persönliche Schutzausrüstung
Durch die toxischen und ätzenden Eigenschaften von Ammoniak sind Arbeitsschutzausrüstungen wie Masken für den Schutz der Mitarbeiter bei Wartungsarbeiten an Ammoniakproduktionsanlagen oder auch bei Arbeiten an Transport- und Verladestationen unerlässlich. Für Notfälle und Unfälle müssen Fluchtatemschutzgeräte zur Verfügung stehen.

Dräger X-plore® 3300/3500

Dräger PAS® Colt

Filterfluchtgeräte
Häufige Fragen zum Umgang mit Ammoniak
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Ammoniak – Online-Training
In diesem Training lernen Sie, sicher mit Ammoniak im industriellen Umfeld umzugehen. Das Training erklärt die wichtigsten Eigenschaften von Ammoniak, die möglichen Gefahren und die richtigen Sicherheitsmaßnahmen. Mit interaktiven Modulen und praktischen Beispielen wird Ihnen gezeigt, wie man Unfälle vermeidet und was im Notfall zu tun ist.
Ziel des Trainings ist es, sicher mit Ammoniak arbeiten und potentielle Gefahren rechtzeitig erkennen zu können.
Notfallmanagement für mehr Sicherheit
—Bei Ammoniak beginnt Sicherheit mit einer Risikoanalyse, erfordert eine solide Projektplanung und umfasst spezielle Lösungen zur Detektion.

Beratung für Ihre Sicherheit
Die Beratung für Herausforderungen zum sicheren Umgang mit Ammoniak ist Sache der Sicherheitsingenieure von Dräger. Unsere Experten überprüfen bestehende Konzepte auf Verbesserungspotenziale und schaffen nachhaltige Sicherheit. Sie unterstützen konzeptionell, bewerten Ihre Risiken und definieren gemeinsam mit Ihnen Maßnahmen.
Wasserstoff – eine neue Energiequelle mit besonderen Gefahren
—Wasserstoff (H2) ist eine der wichtigsten Quellen für saubere Energie. Auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft wächst die Zahl der Anlagen zur Herstellung, Verteilung, Speicherung und Nutzung von Wasserstoff. Aber der Umgang damit birgt auch Gefahren.
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