Wasserstoff – eine neue Energiequelle mit besonderen Gefahren
—Wasserstoff (H2) ist eine der wichtigsten Quellen für saubere Energie. Auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft wächst die Zahl der Anlagen, um Wasserstoff herzustellen, zu verteilen, zu speichern oder zu nutzen. Aber der Umgang mit Wasserstoff in der Industrie birgt auch Gefahren. Mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Prozessindustrie unterstützt Dräger Sie bei der Bewertung von Risiken, berät Sie zur Wasserstoff Sicherheit und bietet die passenden Lösungen für die Wasserstoffdetektion an.

Gefahren beim Umgang mit Wasserstoff in der Industrie
Dräger Experte Oliver Bornholdt beantwortet in diesem Safety Talk zum Thema Wasserstoff in der Industrie unter anderem folgende Fragen:
- Was ist der Unterschied zwischen grauem, türkisem, blauem und grünem Wasserstoff?
- Welche Sicherheitslösungen zur Wasserstoffdetektion gibt es?
- Wie sieht der Umgang mit Wasserstoff in der Zukunft aus?
Wasserstoffexplosionen und andere Gefahren
—Die 7 Herausforderungen im sicheren Umgang mit Wasserstoff in der Industrie
Wasserstoff bringt im Vergleich zu anderen Gasen keine großen neuen Risiken mit sich. Trotzdem können an vielen Stellen entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette Gefahren entstehen. Auch wenn sich die spezifischen Herausforderungen je nach Anwendung unterscheiden, die Anlagensicherheit ist immer das höchste Ziel.
Hier stellen wir einige Risikofaktoren vor, die wir in Projekten mit Kunden untersuchen.

Explosion
Im Gegensatz zu echten Sprengstoffen kann reiner Wasserstoff nicht explodieren. Das Risiko entsteht dann, wenn er sich mit der Umgebungsluft mischt. Damit Wasserstoff eine Explosion auslöst, muss Sauerstoff vorhanden sein. Wenn aber Wasserstoff entweichen kann, reicht schon ein statischer Funke von der Kleidung aus, um eine Explosion auszulösen. Als primärer Explosionsschutz für Wasserstoff dient eine Gaswarnanlage.

Unsichtbare Flamme
Wasserstoff brennt mit einer sehr, sehr hellen Flamme, die bei Tageslicht fast unsichtbar ist. Sie gibt nur sehr wenig Strahlungswärme ab, weshalb der Mensch die große Hitze der Flamme nur aus sehr kurzer Entfernung wahrnimmt. Wasserstoffflammen geben jedoch elektromagnetische Strahlung in einem bestimmten Wellenlängenbereich zwischen 2 und 4 μm ab. Um sie zu erkennen, eignen sich spezielle Flammenmelder, die sie messen können, insbesondere für eine umgehende Warnung.

Lecks
Aufgrund seiner kleinen Moleküle und geringen Viskosität kann Wasserstoff leichter aus Rohrleitungen und anderen Strukturen entweichen als dichtere Gase. Wenn er bei ausreichend hohem Druck aus einem Rohr austritt, kann sich Wasserstoff sogar selbst entzünden. Neben wasserstofftauglichen Rohrleitungen ist eine regelmäßige Inspektion unerlässlich, um Leckstellen an Verbindungsstellen und entlang von Rohrleitungen zu erkennen. Fest installierte Wasserstoff-Lecksucher bieten eine weitere Sicherheitsebene.

Wasserstoff speichern
Wasserstoff kann leicht in Materialien eindringen und sie in einigen Fällen verspröden. Dies muss bedacht werden, wenn Sie Wasserstoff lagern oder speichern möchten. Aus diesem Grund werden zum Lagern von Wasserstoff in der Regel Tanks aus Edelstahl und Verbundwerkstoffe verwendet, um Unfälle zu vermeiden.

CO-Alarme
Kohlenmonoxid (CO)-Sensoren sind querempfindlich gegenüber Wasserstoff. CO-Sensoren sollten bei Einsatz in der Nähe einer möglichen Wasserstoffbelastung für Wasserstoff kompensiert werden, damit Querempfindlichkeiten und Fehlalarme auf ein Minimum reduziert werden.

Gastaschen
Wie Ammoniak und Methan hat auch Wasserstoff eine geringere Dichte als Luft und bildet bei einem Austritt Gasblasen unter der Decke von Innenräumen. Das Vorhandensein von Wasserstoff wird am Boden nicht wahrgenommen, selbst wenn sich gefährliche Mengen unter der Decke ansammeln. Wenn sich Wasserstoff und Methan mischen, kann Wasserstoff Gasblasen über dem Methan bilden. Detektoren zur Messung von Wasserstoff werden daher in der Regel oben angebracht, während sich Methandetektoren unterhalb dieser Ebene befinden.

Geruchlos und farblos
Wasserstoff hat keinen Geruch und keine Farbe und ist daher für den Menschen nicht wahrnehmbar. Bei Methan wird dieses Problem durch Zugabe von Geruchsstoffen entschärft, und es wird erforscht, ob dies auch bei Wasserstoff möglich ist. Detektoren, um Gas zu messen oder Leckagen zu erkennen, sind unerlässlich.

Was macht Wasserstoff gefährlich?
Ein kleiner Funke reicht: Wasserstoff benötigt nur kleinste Energiemengen, um sich zu entzünden. Diese Infografik zeigt, wie schnell sich Wasserstoff in einem geschlossenen Raum mit Luft vermischt und damit zu einem leicht entzündlichen Gemisch wird und für Unfälle sorgen kann.
JETZT NEU: Flammendetektor Dräger Flame 1750 H2
—Der Dräger Flame 1750 H2 wurde speziell für die Erkennung von Wasserstoffbränden entwickelt. Mit seinem Triple-IR-Sensor detektiert er H2-basierte Brände auch auf größere Entfernung und bietet Ihnen dabei eine hohe Zuverlässigkeit gegen Fehlalarme. Häufige Quellen für Fehlalarme, wie heißes CO2 oder Schweißarbeiten, stellen kein Problem mehr für Sie dar.

Sicherheitsherausforderungen von Wasserstoff in der Praxis
—Die Firmen Air Liquide, Salzgitter Flachstahl GmbH und FAUN Umwelttechnik vertrauen auf Gasmesstechnik von Dräger, um einen sicheren Umgang mit Wasserstoff in der jeweiligen Industrie zu gewährleisten.

Wie Air Liquide und Dräger mit dem „Trailblazer“ neue Maßstäbe setzen
Die Energiewende braucht innovative Technologien und Mutige, die Visionen in die Praxis umsetzen. Genau das macht Air Liquide mit dem Projekt „Trailblazer“ in Oberhausen: Die Anlage stellt erneuerbaren Wasserstoff her – eine Schlüsseltechnologie für eine emissionsfreie Zukunft und Dekarbonisierung. Doch was genau leistet der „Trailblazer“ und welche Herausforderungen in Sachen Sicherheit sind damit verbunden?
Unsere Fallstudie zum Projekt „Trailblazer“ liefert Ihnen fundiertes Expertenwissen zu Risiken, Gasleckagen, Explosionsschutz und SIL-2-Umsetzung in der Wasserstoffproduktion:
Jetzt unsere Fallstudie zum "Trailblazer" kostenfrei anfragen:

Wie der Kohle-Ausstieg in der Stahlindustrie gelingen kann
Salzgitter auf dem grünen Weg: Die Salzgitter Flachstahl GmbH treibt ein hoch ambitioniertes Transformationsprogramm voran, um durch den Einsatz von Wasserstoff radikal Kohlendioxid zu sparen. Wie bisher setzt der Stahlkonzern auch beim neuen Energieträger auf präzise Gasmesstechnik von Dräger. Lesen Sie jetzt die ganze Geschichte!

Wasserstoff als Antrieb der Zukunft
FAUN geht beim Thema Wasserstoff auf Nummer sicher. Um ihre wasserstoffbetriebenen Müllfahrzeuge BLUEPOWER sicher warten und supporten zu können, setzt die FAUN Umwelttechnik auf Gasüberwachung von Dräger. So meistert Europas Marktführer für Abfallsammel- und Kehrmaschinen-Aufbauten souverän alle Sicherheitsherausforderungen.

Zu Besuch bei FAUN Umwelttechnik
Wasserstoff im Tank. Sicherheit in der Werkstatt.
Sehen Sie sich hier das Video zur FAUN-Fallstudie an.
Anwendungsbereiche für Wasserstoff
—Wasserstoff Schulung für mehr Sicherheit im Betrieb
—
Wasserstoff – Gefahren und sicherheitstechnische Herausforderungen
Diese Wasserstoff Schulung wurde speziell entwickelt, um Sie auf die sicherheitstechnischen Herausforderungen im Umgang mit Wasserstoff vorzubereiten.
- Mehr Sicherheit in Ihrem Betrieb: Das Wissen über potenzielle Gefahren schützt Ihre Mitarbeitenden im Umgang mit Wasserstoff.
- Bewusstsein schaffen: Lernen Sie, wie Sie Risiken identifizieren und präventive Maßnahmen ergreifen, um Unfälle zu vermeiden.
- WBT – ortsunabhängig, jederzeit durchführbar: Unser webbasiertes Training ermöglicht es Ihnen, flexibel und unabhängig von Ort und Zeit an unserem Kurs teilzunehmen.
Downloads
—Unsere White Paper über drei der wichtigsten CleanTech-Energieträger geben Ihnen einen schnellen Überblick über die wichtigsten Sicherheitsherausforderungen und die entsprechenden Lösungen.

Wasserstoff – Sicherheit für den Energieträger der Zukunft

Ammoniak – ein neuer Energieträger mit besonderen Gefahren

Methanol in der Wasserstoffwirtschaft – Energieträger mit herausfordernden Gefährdungen

Anforderungen an die Wasserstoff-Sicherheit
Wasserstoff selbst ist nicht giftig, birgt aber besondere Gefahren für die Sicherheit von Anlagen, die Wasserstoff lagern, produzieren, verteilen oder nutzen. Lesen Sie mehr über die Sicherheitsherausforderungen und wie Dräger die Wasserstoffwirtschaft mit umfassender Risikoanalyse, Projektplanung, Auswahl und Installation der richtigen Sicherheitslösungen und Dienstleistungen in allen Phasen des Prozesses unterstützen kann.

Grünen Wasserstoff produzieren und speichern
Grüner Wasserstoff wird heute oft als Kraftstoff der Zukunft bezeichnet. Mit zunehmender großflächiger Power-to-X-Wasserstoffproduktion besteht ein hoher Bedarf an Risikobewertungen und nahtlosen Lösungen zur Gewährleistung der Anlagensicherheit – vom Elektrolyseprozess über die Kompressoranlage und die Pipelines bis hin zur Speicherung und Verteilung.
Wasserstoff messen: Sicherheit durch Erkennen, Überwachen und Schützen
—Stationäre Gaswarnsysteme
Für die sichere Produktion, Lagerung und Verteilung von Wasserstoff müssen verschiedene Detektionstechnologien eingesetzt werden, um ein effizientes Schutzniveau als umfassende Sicherheitslösung aufzubauen. Eine Gaswarnanlage für den Umgang mit Wasserstoff gibt bei gefährlichen Lecks oder bei der Gefahr einer Wasserstoff-Explosion sofortige Warnungen aus.

NEU: Dräger Flame 1750 H2

Dräger PEX 3000

Dräger Polytron® 8200

Dräger Polytron® 8900 UGLD

Dräger Polytron® 6100 EC WL
Mobile Gaswarngeräte
Lecksuche und persönliche Luftüberwachung bei Produktion, Lagerung und Transport von Wasserstoff sind die Hauptanwendungen für tragbare Gasdetektoren, umgangssprachlich häufig auch als sogenannte Wasserstoff-Schnüffler bezeichnet. Darüber hinaus muss vor Wartungsarbeiten eine Freimessung mit mobilen Wasserstoff-Detektoren durchgeführt werden.
Persönliche Schutzausrüstung
Arbeitsschutzausrüstungen sind für den Schutz der Mitarbeiter bei Wartungsarbeiten an Wasserstoffproduktionsanlagen unerlässlich. Für Notfälle und Unfälle müssen Fluchtatemschutzgeräte zur Verfügung stehen.

Dräger X-plore 3300/3500

Dräger PAS Colt

Dräger Fluchthauben
Notfallmanagement für mehr Wasserstoffsicherheit
—Bei Wasserstoff beginnt Sicherheit mit einer Risikoanalyse, erfordert eine solide Projektplanung und umfasst spezielle Lösungen zur Wasserstoffdetektion.

Beratung für Ihre Sicherheit
Die Beratung für Herausforderungen zum sicheren Umgang mit Wasserstoff ist Sache der Sicherheitsingenieure von Dräger. Unsere Experten überprüfen bestehende Konzepte auf Verbesserungspotenziale und schaffen nachhaltige Sicherheit. Sie unterstützen konzeptionell, bewerten Ihre Risiken und definieren gemeinsam mit Ihnen Maßnahmen.

Ammoniak – Energieträger mit besonderen Gefahren
Die Herstellung, Lagerung und der Transport von Ammoniak erfordert ebenfalls Vorsicht und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen, um mögliche Gefahren zu minimieren. Erprobte Verfahren zum Umgang mit Ammoniak gewährleisten eine effektive und sichere Verwendung.

Methanol in der Wasserstoffwirtschaft
Im Rahmen der hochlaufenden Wasserstoffwirtschaft wird neben Ammoniak vor allem Methanol als Energieträger und insbesondere als Kraftstoff im Mobilitätssektor, besonders für die Schifffahrt, diskutiert. Ein wesentlicher Vorteil des Energieträgers ist, dass sowohl etablierte Produktionsprozesse als auch bestehende Infrastruktur für den Transport genutzt werden können.
Individuelle Lösungen: für Sie konzipierte Gaswarnsysteme
—Auch in der Wasserstoff-Industrie ist jede Anlage anders. Aus unserer langjährigen Erfahrung wissen wir, dass fest installierte Brand- und Gaswarnanlagen nur so effektiv sind, wie sie geplant wurden. Deshalb arbeiten wir eng mit unseren Kunden zusammen, um sie während des gesamten Prozesses zu begleiten – von der Beratung über die Konzeption bis hin zur Realisierung und Implementierung. So können Sie die bestmögliche Lösung für Ihre spezifischen Anforderungen erzielen.

Kontakt mit Dräger aufnehmen
—






