Relevanz von Methanol in der Energiewende
—Im Rahmen der hochlaufenden Wasserstoffwirtschaft wird neben Ammoniak vor allem grünes Methanol als Energieträger und insbesondere als Kraftstoff für Brennstoffzellen im Mobilitätssektor, besonders für die Schifffahrt, diskutiert. Ein wesentlicher Vorteil des Treibstoffes ist, dass sowohl etablierte Produktionsprozesse als auch bestehende Infrastruktur für den Transport genutzt werden können.
Whitepapers
—Unsere White Papers über drei der wichtigsten CleanTech-Energieträger geben Ihnen einen schnellen Überblick über die wichtigsten Sicherheitsherausforderungen und die entsprechenden Lösungen.

Wasserstoff – Sicherheit für den Energieträger der Zukunft

Ammoniak – ein neuer Energieträger mit besonderen Gefahren

Methanol in der Wasserstoffwirtschaft – Energieträger mit herausfordernden Gefährdungen
Vergleich der Eigenschaften von Methanol und Wasserstoff
—Welche Unterschiede gibt es bei den Eigenschaften von Methanol und Wasserstoff? Aufgrund des niedrigen Siedepunktes kann Methanol einfacher in flüssiger Form transportiert und verwertet werden als Wasserstoff. Bei Raumtemperatur ist Methanol eine farblose Flüssigkeit. Zudem ist die Energiedichte vorteilhafter. Im Vergleich zum extrem entzündbaren Wasserstoff ist die benötigte Mindestzündenergie von Methanol deutlich höher. Außerdem benötigt Methanol ein größeres Volumen in der Umgebungsluft, um ein explosionsfähiges Gemisch zu bilden. Nichtsdestotrotz ist Methanol giftig und zudem leicht entzündbar.
In der folgenden Tabelle finden Sie die Eigenschaften von Methanol und weitere Unterschiede von Methanol und Wasserstoff.
Eigenschaften von Methanol und Wasserstoff
Eigenschaften Wasserstoff | Eigenschaften Methanol | |
Schmelzpunkt | -259,2 °C | -98 °C |
Siedepunkt | -253 °C | 65 °C |
Dichte bei 20 °C, wenn nicht anders angegeben | 0,0000899 (0 °C) g/m3 | 0,79 (0 °C) g/m3 |
Zündtemperatur | 560 °C | 440 °C |
Mindestzündenergie | 0,016 mJ | 0,14 mJ |
Untere Explosionsgrenze | 4 Vol.-% | 6 Vol.-% |
Obere Explosionsgrenze | 77 Vol.-% | 50 Vol.-% |

CH4O – die Substanz Methanol in der Industrie
Die Eckdaten zu Methanol und Sicherheit finden Sie in unserem Substanzfinder VOICE: Chemische Eigenschaften und Grenzwerte sowie Empfehlungen für Messgeräte und Schutzausrüstung.
Safety Challenges
—Methanol ist ein giftiger Kraftstoff, der bei unsachgemäßer Handhabung ernsthafte Vergiftungen mit sich bringen kann. Bei Methanolvergiftung kann es zu Schädigungen des zentralen Nervensystems kommen und bei höherer Konzentration sogar zum Tod führen. Zudem ist Methanol leicht entzündbar und potenziell explosiv. Die Flammenbildung ist für das menschliche Auge darüber hinaus fast nicht sichtbar. Daher sollten bei der Verwendung von Methanol immer geeignete Gas- und Flammendetektoren verwendet, Schutzausrüstungen genutzt und Sicherheitsrichtlinien befolgt werden.

Giftig
Methanol ist giftig. Es greift bestimmte Organe und das zentrale Nervensystem an, was zu langfristigen Schäden oder zum Tod führen kann. Symptome können Husten, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Sehstörungen sein. Methanol wird dabei leicht über alle Expositionswege, auch die Haut, aufgenommen. um einer Methanolvergiftung vorzubeugen, wurde der Arbeitsplatzgrenzwert von Methanol daher in Deutschland auf 100 ppm, bei einem Überschreitungsfaktor von 2, festgelegt. Notwendig ist im Umgang mit Methanol entsprechende Schutzausrüstung wie Gasdetektoren, Atem- und Körper- sowie auch der Augenschutz.

Entzündbar
Methanol ist ein leicht entzündbares Gas und kann bei Konzentrationen zwischen 6 Vol.-% (UEG) und 50 Vol.-% (OEG) entzündet werden. Die Selbstentzündung tritt bei 440 °C ein. Der Flammpunkt ist mit 9 °C vergleichsweise niedrig.

Blasse Flamme
Methanol verbrennt mit einer kaum sichtbaren bläulichen Flamme. Flammendetektoren sind daher notwendig und warnen frühzeitig.

Ausbreitungsverhalten
Methanol ist etwas dichter als Luft (32 gegenüber 28 Gramm pro Mol). Der Dampf folgt oft den Luftbewegungen. Wenn Methanol jedoch wärmer als die Umgebungsluft ist, steigt es auf. Wenn es kühler ist, sinkt es ab und sammelt sich in Bodennähe. Die Positionierung der Sensorik sollte daher individuell unter Berücksichtigung örtlicher Begebenheiten, wie Lüftungssysteme, erfolgen.

Brandbekämpfung
Der niedrige Flammpunkt, der gebundene Sauerstoff, die gute Mischbarkeit mit Wasser sowie die blasse Flamme erschweren die Löscharbeiten, wenn Methanol verbrennt. Herkömmlicher Löschschaum zersetzt sich, sodass alkoholbeständiger Löschschaum notwendig ist. Die niedrige Wärmestrahlung der Flamme ermöglicht ein Löschen aus nächster Nähe, jedoch ist wegen der blassen Flamme eine mobile Wärmebildkamera notwendig.

Notfallmanagement
In Lagern, in denen mehr als 200 kg Methanol als Kraftstoffgelagert werden, muss laut der BG RCI ein Alarmplan erstellt werden. Darüber hinaus wird empfohlen, diesen u.a. für Unfälle auszuweiten. Wenn > 500 t gehändelt werden, greift die Störfallverordnung, sodass ein betrieblicher Alarm- und Gefahrenabwehrplan erstellt werden müsste. Dräger unterstützt durch eine umfassende Beratung zu individuellen Notfall- und Sicherheitskonzepten.

Hautresorption
Methanol wird über alle Expositionswege, auch über die Haut, leicht und schnell aufgenommen. Es breitet sich schnell im Körper aus und führt zu Vergiftungserscheinungen.
Anwendungsbereiche für Methanol
—Sicherheitslösungen für die Methanol-Wertschöpfungskette
—Stationäre Gaswarnsysteme
Gaswarnsysteme mit Infrarot-Sensorik oder elektrochemische Sensorik zur Detektion organischer Verbindungen geben bei gefährlichen Lecks oder Atmosphären sofortige Warnungen aus und können geeignete Folgemaßnahmen auslösen.

Flame 1500

Dräger Polytron® 8100

Dräger Polytron® 8700

PIR 7200 (CO2)
Mobile Gaswarngeräte
Lecksuche und persönliche Luftüberwachung bei Herstellung, Lagerung und Transport von Methanol sind die Hauptanwendungen für tragbare Gasdetektoren. Darüber hinaus muss vor Wartungsarbeiten eine Freimessung mit mobilen Gaswarngeräten mit passenden Infrarot- oder elektrochemischen Sensoren durchgeführt werden.
Atemschutz und Fluchtausrüstungen
Arbeitsschutzausrüstungen sind für den Schutz der Mitarbeiter bei Wartungsarbeiten an Methanolproduktionsanlagen oder auch bei Arbeiten an Transport- und Verladestationen unerlässlich.

Dräger X-plore® 6300

Dräger PAS® Colt

Dräger Saver CF

CPS 7800 Schutzanzug
Notfallmanagement für mehr Sicherheit
—Bei Methanol beginnt Sicherheit mit einer Risikoanalyse, erfordert eine solide Projektplanung und umfasst spezielle Lösungen zur Detektion.

Beratung für Ihre Sicherheit
Die Beratung für Herausforderungen zum sicheren Umgang mit Methanol ist Sache der Sicherheitsingenieure von Dräger. Unsere Experten überprüfen bestehende Konzepte auf Verbesserungspotenziale und schaffen nachhaltige Sicherheit. Sie unterstützen konzeptionell, bewerten Ihre Risiken und definieren gemeinsam mit Ihnen Maßnahmen.
Wasserstoff – eine neue Energiequelle mit besonderen Gefahren
—Wasserstoff (H2) ist eine der wichtigsten Quellen für saubere Energie. Auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft wächst die Zahl der Anlagen zur Herstellung, Verteilung, Speicherung und Nutzung von Wasserstoff. Aber der Umgang damit birgt auch Gefahren.
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