Basiswissen: Arten der Luftverschmutzung am Arbeitsplatz - Partikel und Schadstoffe in der Luft führen zur Belastung der Luft am Arbeitsplatz

Basiswissen: Arten der Luftverschmutzung am Arbeitsplatz

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Warum sind Schadstoffe in der Luft so gefährlich?

Besonders am Arbeitsplatz kann das Einatmen von Schadstoffen die Atemorgane und den gesamten Organismus nachhaltig schädigen. Wenn Gefahrstoffe wie Partikel in der Luft (z.B. Feinstaub), Gase und Dämpfe über die Lunge in den Blutkreislauf gelangen, lösen sie oft typische Berufskrankheiten wie Asbestose, Asthma oder auch Krebs aus.

Über unterschiedliche Branchen hinweg sind Menschen an ihren Arbeitsplätzen den verschiedensten Arten von Luftverschmutzung ausgesetzt. Sowohl im Straßen- und Bergbau als auch bei der Verarbeitung von Holz oder Metall, beim Einsatz von Gasen und chemischen Stoffen in Produktionsprozessen aber auch bei chemisch-biologischen Prozessen, wie beispielsweise in Wasseraufbereitungsanlagen, kommt es zu einer starken Belastung der Luft. Abgase von Motoren und Maschinen sind weitere Arten der Luftverschmutzung. 

Sich der Risiken arbeitsbedingter Erkrankungen bewusst zu sein und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, sind entscheidende Schritte für eine effektive Prävention am Arbeitsplatz. 

Arten der Luftverschmutzung am Arbeitsplatz

Im Allgemeinen spricht man von Schadstoffen bei Stoffen oder Gemischen, die schädlich sind für Menschen, Tiere, Pflanzen, Organismen oder ganze Ökosysteme. Nach Angaben der deutschen Gefahrstoffverordnung beschränkt sich dies nicht nur auf reine Stoffe, sondern auch auf Mischungen, Zubereitungen und Produkte.

Gefahrstoffe werden in zwei Gruppen unterschieden: natürliche (z. B. mineralischer Staub) oder synthetische und künstlich hergestellte Stoffe (z. B. Abgase von Fahrzeugen).

Wenn der menschliche Körper solchen Schadstoffen ausgesetzt ist und diese in unseren Kreislauf gelangen, können sie Krankheiten wie Asbestose, Asthma oder auch Krebs verursachen. Die Wirkung hängt ab von der Stärke der Belastung der Luft, den jeweiligen Eigenschaften des Stoffes und dessen Interaktion mit dem menschlichen Körper. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Arten von Belastungen der Luft und möglichen Vorkommnisse am Arbeitsplatz kurz vor.

Partikel in der Luft: Das Einatmen von Stäuben schädigt die Lungen

Was sind Staub und Feinstaub?

Staub ist die Sammelbezeichnung für feinst verteilte feste Teilchen (Partikel) in der Luft. Beträgt die Partikelgröße weniger als 5 Mikrometer sprechen wir von Feinstaub, der bis in die Lunge eingeatmet werden kann.

Unter dem Begriff werden zwei Kategorien zusammengefasst: der primäre und sekundäre Feinstaub. Primärer Feinstaub wird unmittelbar an der Quelle freigesetzt, beispielsweise bei Verbrennungsprozessen. Entstehen die Partikel durch gasförmige Vorläufersubstanzen wie Schwefel- und Stickoxide oder Ammoniak, bezeichnet man sie als sekundären Feinstaub.

Arbeiten, bei denen starke Staubkonzentrationen entstehen, wie beispielsweise beim Schleifen, Kehren oder Bohren, machen das Tragen einer Atemschutzmaske erforderlich. So kann man sich unter anderem gegen Silikastaub oder gefährlichen Asbeststaub schützen. Denn dringt Feinstaub in die Lungenbläschen ein, kann dadurch Asthma, eine sogenannte Staublunge, Bronchitis oder sogar Lungenkrebs hervorgerufen werden. 

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Belastung der Luft: Das Einatmen von Rauch kann die Organe schädigen

Was ist Rauch?

Rauch ist ein Aerosol, das in feinstverteilter Form aus Abgasen, Staubpartikeln und Nebeltröpfchen besteht. Er wird meist bei Verbrennungsprozessen freigesetzt. Im engeren Sinn wird mit Rauch ein Gemisch aus einer festen und einer gasförmigen Phase bezeichnet.

Rauch ruft gefährliche Reizungen der Augen und des Atemsystems hervor. Dringt er in die Lunge ein, kann er die Schleimhaut schädigen und zu Lungenkrebs führen.

Abgase von Industrieanlagen werden häufig als Rauchgase bezeichnet. Diese sind verantwortlich für die viel gefürchtete Rauchvergiftung, welche beispielsweise durch Wohnungsbrände oder Abgase in geschlossenen Räumen ausgelöst wird.

Feuerwehrleute und Rettungskräfte sind entsprechend häufig mit Rauch konfrontiert und darauf angewiesen, während sie Andere retten, auch ihre eigene Gesundheit zu schützen. Atemschutzgeräte mit Luftzufuhr sowie Brandfluchthauben können in Extremsituationen Leben retten.

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Belastung der Luft: Das Einatmen von Dämpfen kann die Organe schädigen

Was sind Dämpfe?

Als Dampf wird ein Gas bezeichnet, das im Allgemeinen noch in Kontakt mit der flüssigen bzw. festen Phase steht, aus der es durch Verdampfung entstanden ist.

Mit der Zeit stellt sich ein dynamisches Gleichgewicht ein, bei dem genauso viele Teilchen der flüssigen bzw. festen Phase in die gasförmige Phase übertreten, wie umgekehrt aus dem Gas zurückwechseln. Der Dampf ist dann gesättigt.

Während gasförmiger Dampf unsichtbar ist, versteht man unter Dampf im allgemeinen Sprachgebrauch eine sichtbare Mischung aus Luft und feinsten Flüssigkeitstropfen. Der entsprechende Fachausdruck ist Aerosol oder Nassdampf.

VOCs (flüchtige organische Verbindungen) sind Dämpfe, die beispielsweise aus Lösungsmitteln wie Farben, Lacken, Klebstoffen oder Holzschutzmitteln bestehen. Diese können am Arbeitsplatz besonders problematisch sein. 

Werden Dämpfe eingeatmet, können sie bis in die Lunge eindringen und dort das Gewebe zerstören. Das irritiert auch die Atemwege und kann sie dauerhaft schädigen.

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Belastung der Luft: Das Einatmen von Nebel kann die Organe schädigen

Was ist Nebel?

Nebel bezeichnet ein heterogenes Gemisch, bei dem eine Flüssigkeit in einem Gas fein verteilt ist. Ein Beispiel dafür sind Wassertröpfchen in der Luft. Die Stoffe sind so grob miteinander vermischt, dass die einzelnen Bestandteile mit bloßem Auge voneinander unterschieden werden können. Verschiedene Bereiche im Stoffgemisch haben andere Eigenschaften (z.B. Farbe, Härte, Aggregatzustand) als benachbarte Bereiche.

Nebel und Aerosole werden gesundheitsgefährdend, wenn die Partikel tief in die Lunge eingeatmet werden. Einwegspraydosen mit brennbaren und leicht entzündlichen Inhalten wie beispielsweise Korrosionsschutz- oder Kontaktspray können am Arbeitsplatz problematisch sein. Aerosole wie Ölnebel von Schneid- oder Schleifvorgängen oder Säure sollten keinesfalls eingeatmet werden. 

Wird giftiger Nebel eingeatmet, können Asthma und Lungenkrebs die Folge sein. Zudem können die Atemwege dauerhaften Schaden nehmen. 

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Belastung der Luft: Das Einatmen von Gasen kann die Organe schädigen

Was sind Gase?

Eine Substanz ist ein „Gas“ im engeren Sinne, wenn ein Körper, der aus dieser Substanz besteht, bei einer Temperatur von 20 °C und einem Druck von 1 bar (sog. Standardbedingungen) im gasförmigen Aggregatzustand vorkommt. Dann sind die Moleküle des Stoffes völlig frei beweglich und der Körper füllt den zur Verfügung stehenden Raum vollständig und gleichmäßig aus.

Allgemeiner bezeichnet man auch den gasförmigen Zustand eines Körpers selbst als Gas, unabhängig von der Temperatur. Zusammen mit den Flüssigkeiten zählt man Gase im Sinne eines gasförmigen Zustandes zu den Fluiden.

Gasförmige Stoffe können giftig oder explosiv sein. Selbst scheinbar harmlose Gase werden indirekt lebensbedrohlich, wenn sie Sauerstoff verdrängen. In vielen Fällen empfiehlt es sich deshalb vor dem Betreten eines geschlossenen Raumes, in dem Gas vermutet wird, eine Freiraummessung durchzuführen.

Die Inhalation toxischer Gase kann zu einer Reizung der Atemwege sowie zur Ausbildung eines Lungenödems führen. Um diesen Folgen vorzubeugen unterstützen Gasdetektoren, Atemschutzgeräte und Atemschutzmasken die Arbeiter in ihrem Alltag. 

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Verschiedene Arten der Luftverschmutzung sind verantwortlich für typische Berufskrankheiten

Typische Krankheitsbilder infolge verschiedener Arten der Luftverschmutzung am Arbeitsplatz

Durch einen sorglosen Umgang mit gefährlichen Stoffen am Arbeitsplatz kann die Gesundheit nachhaltig und in vielfältiger Form geschädigt werden. Besonders betroffen sind die Lunge und andere empfindliche Organe. Oft zeigen sich die gravierenden Folgen erst nach mehreren Jahren oder Jahrzehnten. Deshalb ist es unbedingt notwendig, Anweisungen zur Arbeitssicherheit und zum Schutz der Gesundheit ernst zu nehmen. 

Typische Berufskrankheiten, die sich durch die richtigen Präventionsmaßnahmen, wie einen effektiven Atemschutz vermeiden lassen, sind unter anderem:

  • Asthma
  • Kohlenstaublunge
  • Krebs
  • Asbestose
  • Allergien

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Gefahrstoffverordnung der BAuA

Eine wichtige Orientierung sowie konkrete Grenzwerte geben das Arbeitsschutzgesetz und die Verordnung zum Schutz vor gefährlichen Stoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) vor. Innerhalb dieser Verordnung regelt das Gesetz der Bundesanstalt für Arbeit (BAuA) die Schutzmaßnahmen für Beschäftigte bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen.

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