Atemschutz sicher anwenden - Atemschutz Vollmaske für Brillenträger und Bartträger richtig anlegen

Atemschutz sicher anwenden

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Sicherer Atemschutz durch richtige Anwendung

Jeder Atemschutzgeräteträger wünscht sich maximale Sicherheit und möglichst viel Tragekomfort. Eine zuverlässige und qualitativ hochwertige Ausrüstung ist hier die Grundlage. Mindestens ebenso wichtig ist jedoch die richtige Anwendung, inklusive sorgfältiger Wartung und Pflege von Atemschutzmasken und Zubehör sowie regelmäßige Schulungen.

Verschiedene Merkmale Ihres Gesichts bedürfen einer angepassten Konfiguration Ihres Atemschutzes, z.B. benötigt ein Brillenträger für das Tragen einer Vollmaske eine spezielle Maskenbrille für die Atemschutzmaske, um mit Brille in den Einsatz gehen zu können. Weitere Hinweise, unter anderem im Umgang mit einer Vollmaske für Bartträger, geben Ihnen unsere Dräger-Atemschutzexperten. Sie haben Praxistipps und wissenswerte Hintergrundinformationen für Sie zusammengestellt.

12 Tipps für das Tragen von Atemschutzgeräten und -masken

Worauf kommt es beim Arbeiten unter Atemschutz an? Wie kann man die Belastung für die Träger möglichst gering halten? Klicken Sie sich durch die Praxistipps unserer Experten.

Doppelter-Check für Atemschutzgeräte

1. Bevor es losgeht:
doppelter Check.

Nur wer sich absolut auf seine Ausrüstung verlassen kann, hat den Kopf frei für seine Arbeit. Sicherheit gibt der Funktionstest unmittelbar vor dem Einsatz: Sitzt die Maske dicht? Ist genug Luft in der Flasche? Funktionieren die Warnmechanismen?

Anwenden einer Vollmaske für Bartträger

2. Gute Haftung auf glattem Grund.

Wie verhält es sich mit dem Tragen einer Vollmaske für Bartträger? - Ein Vollbart ist ein ›No go‹ für Atemschutzträger. Aber auch ein Dreitagebart macht Probleme: Denn kurze Stoppeln drücken die Dichtkontur der Maske von der Haut weg. Daher lieber einmal zu viel als einmal zu wenig rasieren.

Passform-check Atemschutz

3. Passform-Check.

Ob sich die Maske für den Träger eignet, zeigt sich erst in der Simulation oder im Training. Sorgfalt bei der Anprobe und ein erneuter Check, wenn der Träger erheblich an Gewicht verliert oder zulegt, sind sinnvoll. Der Dichtsitz muss vor jedem Gebrauch überprüft werden.

Einsatzzeit Atemschutzgeräte

4. Puffer einplanen.

Eine Flasche Atemluft reicht in der Regel für 30 Minuten Einsatzzeit (abhängig z. B. von Flaschengröße und Druck). In der Industrie gilt: Im Schutzanzug muss die Luft so lange halten, bis der Anzug dekontaminiert ist und man ihn ausgezogen hat. Das kann mehrere Minuten dauern.

Atemschutzträger brauchen Training

5. Auf die Plätze, fertig, los.

Ein Feuerwehrmann hat nur wenige Minuten Zeit, seinen Atemschutz anzulegen – da muss jeder Handgriff sitzen. Deshalb ist regelmäßiges Training unerlässlich: am besten mit Zeitnahme, unter möglichst realitätsnahen Bedingungen und in voller Ausrüstung.

Atemschutzträger Fitness

6. Nie mit Schnupfen in die Maske.

Erhöhte Temperatur, Kopfweh, eine laufende Nase: Wer sich nicht wohl fühlt, sollte keine Atemschutzausrüstung tragen – auch nicht zu Trainingszwecken. Denn auch ein Training kann körperlich belastend sein.

Filtrierender Atemschutz mit Gebläse

7. Leichter Atmen mit Gebläse.

Je schwerer der Job, desto stärker die physische Belastung – bis hin zu Hyperventilation und Kreislaufproblemen. Neben körperlicher Fitness, Training und Erholungspausen helfen Geräte, die die Atmung technisch unterstützen, wie zum Beispiel Filtergeräte mit Gebläse.

Verwendungszeit Filter

8. Ungefilterte Aufmerksamkeit.

Ob Gas-, Partikel- oder Kombifilter: Irgendwann ist jeder Filter voll bzw. gesättigt. Beim Partikelfilter erkennt man das nahende Gebrauchsende am wachsenden Atemwiderstand; beim Gasfilter am deutlich spürbaren Geruch, Geschmack oder brennendem Gefühl im Mund.

Maske mit Sorgfalt behandeln

9. Vorsicht ist geboten.

Atemschutzmasken sind zwar robust, aber nicht unzerstörbar: Sichtscheiben aus Kunststoff können durch Kratzer auf Dauer unbrauchbar werden. Deshalb die Maske immer mit Sorgfalt behandeln.

Atemschutzflaschen stehen unter hohem Druck

10. Vorsicht mit den Flaschen.

Immer wieder kommt es zu vermeidbaren Atemschutzunfällen, wenn Flaschen unachtsam abgelegt werden, vom Tisch herunterrollen und ein Ventil abbricht: Der Fülldruck von 300 bar macht aus dem Druckbehälter einen gefährlichen Torpedo.

Reinigung von Atemschutzmasken ist essentiell

11. Eine saubere Sache.

Ein fremdes Haar in der Maske kann beim Träger für nachhaltige Irritationen sorgen. Daher ist bei der Reinigung und Desinfektion von Atemschutzmasken äußerste Sorgfalt gefragt. Wartung ist Vertrauenssache, denn nur eine saubere Maske ist eine sichere Maske.

Atemschutzgeräteträger sollten gesund leben

12. Fit bleiben, sicherer arbeiten.

Einsätze mit Atemschutz sind belastend: schwere Ausrüstung, Atemwiderstand und auch Stress steckt man in einer guten körperlichen Verfassung besser weg. Empfehlung: ein moderater BMI, gesunde Ernährung und der Verzicht auf Nikotin und Alkohol.

Atemschutzmasken korrekt aufsetzen – reine Trainingssache

Anlegen der partikelfiltrierenden Halbmaske Dräger X-plore® 1900

Damit die Atemschutzmaske bei staubbelasteten Arbeiten in Industrie, Bergbau, Handwerk oder Landwirtschaft den optimalen Schutz bieten kann, muss sie richtig angelegt werden. Im Video erfahren Sie die wichtigsten Schritte.

Anlegen der Halbmaske Dräger X-plore® 3300/3500

Wenn bei der Arbeit Atemschutz benötigt wird, kann eine Dräger X-plore Halbmaske die passende Lösung sein.
Erfahren Sie alles, was Sie über das korrekte An- und Ablegen der Maske, den richtigen Filtereinbau oder die Kontrolle des Dichtsitzes wissen müssen und was bei Reinigung und Wartung beachtet werden muss.

Anlegen der Vollmaske Dräger X-plore® 5500

Auch (und vor allem) für Vollmasken gilt: Nur wenn die Maske korrekt sitzt, bietet sie den notwendigen Schutz.
Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Maske richtig handhaben, wie Sie die Filter einsetzen und welche Schritte bei Reinigung und Wartung notwendig sind.

Zubehör für Atemschutz-Vollmasken, z.B. für Brillenträger

Zubehör für Atemschutzmasken mit Brille, Maskenbox, Nackentrageband und Reinigungsmitteln

Dräger bietet Ihnen eine Auswahl an nützlichem Zubehör für Ihre Maske, damit Sie z.B. Ihre Atemschutzmaske mit Brille nutzen können. Des Weiteren gibt es Accessoires für das Aufbewahren und für die schnelle Reinigung Ihrer Vollmaske.

Praktische Poster mit Anleitungen zum Anlegen von Atemschutzmasken.

Hier eine Auswahl:

Vermissen Sie eine spezielle Anleitung? Anlegevideos und -poster für fast alle Dräger-Atemschutzgeräte finden Sie auf den jeweiligen Produktinformationsseiten der Dräger-Webseite und auf unserem YouTube-Kanal.

Fit-Testing – den Dichtsitz von Atemschutzmasken testen

Jeder Kopf ist einzigartig. Deshalb ist die Wahl des individuell richtigen Atemschutzes für den Träger bei zugleich maximalem Schutz eine sehr wichtige Aufgabe, die in die Hände von Profis gehört. Die Maske, die dem einen Anwender hervorragend passt, ist für den anderen nicht geeignet, weil er eine andere Gesichtsform hat.

Sogenannte Fit-Tests (fit (engl.) = passen) helfen, den Dichtsitz der Atemschutzmaske unter realistischen Einsatzbedingungen zu testen. Hierzu wird eine Reihe von Bewegungen simuliert, wie sie auch in der täglichen Anwendung vorkommen. So lässt sich der Sitz mit unterschiedlichen Techniken auf Leckagen überprüfen. Unstimmigkeiten zwischen dem Maskenkörper und der individuellen Gesichtsform des Anwenders sind so feststellbar, bevor es zu einer Gesundheitsgefährdung kommen kann.

Fit-Testing kann mit zwei verschiedenen Methoden durchgeführt werden: mit dem qualitativen Fit-Testing und dem quantitativen Fit-Testing.

Beim qualitativen Fit-Testing wird der Dichtsitz über die Geruchswahrnehmung einer Testsubstanz durch den Atemschutzträger überprüft. Das Verfahren ist für partikelfiltrierende Einwegmasken und wiederverwendbare Halbmasken anwendbar. Wie es funktioniert, zeigt unser Film.

Der quantitative Fit-Test liefert objektive Ergebnisse, die untereinander vergleichbar sind. Mit Hilfe eines Partikelzählers wird die Gefahrstoffkonzentration außerhalb und in der Maske analysiert, um den sogenannten ›Fit-Faktor‹ zu ermitteln. Erfahren Sie mehr im Film.

Einige Länder wie die USA, Kanada, Australien oder Großbritannien schreiben regelmäßiges Fit-Testing bereits gesetzlich vor. Je nach regionaler Vorschrift muss jeder Atemschutzträger alle ein bis zwei Jahre einen Fit-Test mit dem verwendeten Atemschutz durchführen. In Deutschland gibt es bislang keine konkrete Vorschrift zur Durchführung eines Fit-Tests, auch wenn die EN 529 bereits eine Dichtsitzprüfung vorschreibt. Ziel eines Fit-Tests ist jedoch nicht die reine Erfüllung von Vorschriften, sondern der bestmögliche Schutz des Anwenders.

Was Anwender fragen – und was unsere Trainer antworten

Gibt es eine Atemschutzmaske für Bartträger?

Nein, es gibt keine Masken für Bartträger, da ein Bart grundsätzlich den optimalen Dichtsitz verhindert.

Muss ich meine Atemluftflaschen eigentlich immer auf dem Rücken tragen?

Bei manchen Einsätzen kann es eng werden – zum Beispiel bei Tankreinigungen oder wenn man in enge Schächte oder Kanäle steigen muss. Da liegt der Gedanke nahe, die sperrigen Flaschen einfach oben oder draußen liegen zu lassen und die Verbindung zum Lungenautomaten mit Verlängerungsleitungen zu überbrücken. Doch Achtung: Wenn die Schläuche abknicken, kann es zu Querschnittsverengungen kommen – und dann wird die Luftzufuhr unterbrochen. Die sichere Lösung ist eine Atemluftversorgung über ein Schlauchsystem mit robusten Leitungen, die nicht knicken oder gequetscht werden können.

Was müssen Brillenträger beim Tragen von Atemschutzmasken beachten?

Wenn die Sehhilfe im Einsatz nötig ist, braucht der Träger eine spezielle Maskenbrille in der nötigen Stärke. Auf keinen Fall sollte man versuchen, die eigene ›normale‹ Brille unter der Maske zu tragen. Selbst wenn der Rahmen passt, können die Bügel zu Undichtigkeiten führen. Auch Kontaktlinsen dürfen unter Atemschutz aus Sicherheitsgründen nicht verwendet werden: Wenn eine Linse im Einsatz verrutscht, kann der Träger nicht weiterarbeiten und der Einsatz muss abgebrochen werden.

Wie stellt man sicher, dass Atemschutzmasken wirklich hygienisch gereinigt werden?

Wichtig ist, die Angaben des Herstellers zu beachten: In der Regel nennt die Gebrauchsanweisung bestimmte geprüfte Reinigungsmittel. Dabei unbedingt Dosierung, Einwirkzeit und Temperatur im Becken einhalten. Liegen die Masken zu lange in den aggressiven Medien, können auf Dauer die dünnen Gummiventilscheiben verkleben. Wasserbäder mit zu hohen Temperaturen fördern die Vermehrung von Bakterien und sollten deshalb vermieden werden. Besonders komfortabel ist die maschinelle Reinigung.

Weitere Details zum Thema finden Sie in der Dräger-Broschüre ›Reinigung und Desinfektion von Atemschutzmasken.

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Darf ich bei der Atemschutzausrüstung Komponenten verschiedener Hersteller kombinieren?

Die Zulassung eines Geräts und damit auch die Haftung des Herstellers gilt jeweils nur für die Kombination mit herstellereigenen Zubehörteilen. Nur deren Funktionalität ist geprüft und wird garantiert.

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Die Dräger Academy bietet Ihnen Seminare, Trainings und Workshops zu wichtigen Arbeitsbereichen an. Informieren Sie sich hier über die wesentlichen Ziele und Inhalte unseres Schulungsangebots.

Wissen to go

Tragezeitbegrenzung
Expertenwissen: Tragezeitbegrenzung

Tragezeitbegrenzungen sollen Überbeanspruchungen durch die Anwendung filtrierender Atemschutzgeräte vermeiden.

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Sicher zu atmen, kann anstrengend sein. Aus gutem Grund müssen sich Atemschutzträger deshalb vorab einem medizinischen Eignungstest unterziehen.

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Atemschutzarten und Atemschutzklassen

Besteht regelmäßiger Kontakt zu Gefahrstoffen, ist der Schutz Ihrer Gesundheit besonders wichtig. Die Wahl des richtigen Atemschutzes hängt ab von der Art der Gefahrstoffe, ihrer Konzentration in der Luft, der Arbeitsumgebung und der Dauer der Belastung. Erfahren Sie hier, wie Sie sich am Arbeitsplatz effektiv schützen können.

Basiswissen

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Besonders am Arbeitsplatz kann eine hohe Belastung der Luft Langzeitschäden an den Atmungsorganen und am gesamten Körper hervorrufen. Feinstaub, Gase und Dämpfe können arbeitsbedingte Krankheiten wie Asbestose, Asthma oder Krebs zur Folge haben.

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